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Niesky

Wie die Nieskyer ihre Stadt wieder aufbauten

Die neue Ausstellung "Momentaufnahmen" im Raschke-Haus zeigt die Entwicklung Nieskys vom Kriegs- bis zum DDR-Ende. Am Freitag wird sie eröffnet.

Mitarbeiterin Heike Mücke richtet die Bilderrahmen aus für die neue Ausstellung im Raschke-Haus mit Momentaufnahmen aus Niesky. Am Freitag, 17 Uhr, wird sie eröffnet.
Mitarbeiterin Heike Mücke richtet die Bilderrahmen aus für die neue Ausstellung im Raschke-Haus mit Momentaufnahmen aus Niesky. Am Freitag, 17 Uhr, wird sie eröffnet. © André Schulze

Auferstanden aus Ruinen. Das trifft auf den Nieskyer Stadtkern zu, wenn man sich die Fotos betrachtet, die in der neuen Ausstellung im Raschkehaus am Zinzendorfplatz gezeigt werden. "Momentaufnahmen" heißt die sehenswerte Schau in der anhand von Fotos, Chroniken und  Dokumenten die Stadtentwicklung zwischen 1949 und 1990 gezeigt und erklärt wird.  

Deutlich wird dabei, dass auch der Sozialismus keine Wunder vollbringen konnte. Die Beseitigung der Kriegsschäden an den Gebäuden hat bis Mitte der 1970er -Jahre gedauert. Somit waren die ersten drei Jahrzehnte nach dem Krieg Aufbaujahre. Überliefert ist, dass rund 100 Wohnhäuser, Einrichtungen und Betriebe vernichtet oder schwer beschädigt waren.     

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Großer Aufbauwille nach dem Krieg

Trotz dieser Zerstörung ist von Resignation in den Nachkriegsjahren wenig zu spüren gewesen. Das zeigen die Fotos. Museumsleiterin Eva-Maria Bergmann sagt zu diesen Jahren: "Trotz zahlreicher Entbehrungen vereinte die Nieskyer der starke Wille zum Wiederaufbau."   Der Großteil der ausgestellten Fotos stammt aus dem Fundus des Stadtmuseums. "Dieser ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen mithilfe unseres Geschichtskreises und zahlreicher Nieskyer, die ihre fotografischen Schätze dem Museum zur Verfügung gestellt haben", berichtet die Museumsleiterin.   

Damit soll aber nicht Schluss sein, das Museum ist weiterhin an fotografischen Zeugnissen aus der Nieskyer Stadtgeschichte interessiert. "Wir scannen die Fotos auch gern ein, wenn die Originale die Bürger behalten wollen", ergänzt Frau Bergmann. Zumal die gezeigten "Momentaufnahmen" nicht nur eine Schau zum Konsumieren ist. Sie wird die Besucher anregen, in ihren eigenen Erinnerungen zu kramen und sie aufzuschreiben. Eine Zettelbox steht dazu bereit. 

Wie der "Schiefe Emil" zu seinem Namen kam

Bei der Recherche zur Ausstellung zeigte sich, dass es doch noch einige weiße Flecken in der jüngeren Nieskyer Stadtgeschichte gibt. Diese zu tilgen, wird nur mit Unterstützung der Nieskyer möglich werden. Auch dazu will diese Ausstellung mit beitragen. Denn so manche Anekdote kommt da zutage. Zum Beispiel, wie der "Schiefe Emil", ein einfacher, aber beliebter Imbiss in der Poststraße, zu seinem Namen kam. Das wird aber nicht hier, sondern in der Ausstellung verraten.   

Die Ausstellung thematisiert nicht nur den Wiederaufbau. Dass Niesky ein guter Boden für Experimentalbauten ist, wussten nicht nur Christoph und Unmack. Auch zu DDR-Zeiten wurde in Niesky architektonisch experimentiert. Und die Bauten stehen heute noch: Das Wohnhaus mit den Bullaugen in der Hausmannstraße oder der "Würfel" auf der Muskauer Straße neben dem "Stern". Trotz vieler gesellschaftlicher und genossenschaftlicher Neubauten blieben Wohnungen in Niesky Mangelware. Im Jahr 1989 fehlten der Stadt 250 Wohnungen, um alle Mietwünsche zu erfüllen.   

Die Ausstellung "Momentaufnahmen" wird am Freitag, 17 Uhr, im Raschkehaus eröffnet. Bis zum 10. Mai ist sie zu besichtigen von 10 bis 17 Uhr (Montag bis Freitag) und 14 bis 17 Uhr (Sonntag). 

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