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Neue Bäume für die Lindenallee

Bürger wollen im Herbst Linden pflanzen. Dafür sammeln sie Spenden. Sie brauchen aber auch die Unterstützung der Stadt Herrnhut und ihrer Räte.

Von Steffen Gerhardt

Die Drittelstunde – der SZ-Podcast

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Großhennersdorf. Für den Oktober planen die Großhennersdorfer eine große Pflanzaktion für die Lindenallee. Denn nicht überall stehen die Bäume so dicht wie auf dem Foto. „Ja, wir haben inzwischen große Lücken“, sagt Steffen Grimm. Er gehört zu den Bürgern, die sich Sorgen um den Erhalt dieser Allee machen. Und nicht nur das. Sie wollen mit anpacken, damit diese um 1725 angelegte Allee, die heute ein Flächennaturdenkmal ist, auch für folgende Generationen ein Hingucker bleibt.

Die engagierten Einwohner, die sich inzwischen zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben, brauchen dazu weitere Unterstützung. Nicht nur von Bürgern, sondern auch von der Stadt Herrnhut. Ihr gehört seit einigen Monaten die Lindenallee, nachdem der Landkreis als Straßenlastträger die Chaussee herabgestuft hat. „Für uns ist das die Chance, etwas bewegen zu können, denn unter der Regie des Landkreises ging das bisher nicht“, sagt Steffen Grimm aus seiner Erfahrung heraus. Deshalb suchen die Freunde der Lindenallee den Kontakt zur Stadt Herrnhut. Sie soll die Weichen stellen, damit die Bürger für den Erhalt dieser Allee, beispielsweise Bäume pflanzen, etwas tun können. Einen entsprechenden Beschlussentwurf hat die Bürgerinitiative schon verfasst. Dieser soll am Donnerstag im Herrnhuter Stadtrat zur Abstimmung kommen. Denn für Steffen Grimm, selbst Stadtrat in Herrnhut, ist es wichtig, das Einvernehmen der Stadt und ihrer Räte zu haben, um mit den Pflanzungen beginnen zu können.

Die Bürgerinitiative sieht dabei die Stadt nicht als ihr Geldgeber, denn sie ist schon mit dem Unterhalt der Straße gefordert, sondern als Unterstützer. So könnte Herrnhut die Pflanzaktion rechtlich und gegebenenfalls mit einer Straßensperrung absichern. Denn, so Steffen Grimm: „Das Projekt soll sich vordergründig aus Spenden finanzieren, die die Stadt Herrnhut gesondert auf einem Konto verwaltet“. Schließlich sollen die jungen Linden, die im Herbst in die Erde kommen, aus Spenden bezahlt werden. Das Miteinander umfasst dabei nicht nur die Stadt als Straßeneigentümerin, heißt es von der Bürgerinitiative. Der Denkmalschutz muss genauso angehört werden, wie die Bauern, denen die Flächen an der Lindenallee gehören.

Stadtratssitzung am Donnerstag, 19.30 Uhr, im Vereinsraum Gildenhaus Herrnhut, August-Bebel-Straße 11

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