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Ideal für Großstädter: Wohnen in Neschwitz

Zum ersten Mal seit Jahren entstehen in der Gemeinde bei Bautzen neue Eigenheimstandorte. Die sind schon jetzt begehrt.

Unternehmer Andreas Ducke hat zwei Bauflächen in Neschwitz erworben. Acht Eigenheime können dort entstehen. Wer will, kann noch in diesem Jahr bauen.
Unternehmer Andreas Ducke hat zwei Bauflächen in Neschwitz erworben. Acht Eigenheime können dort entstehen. Wer will, kann noch in diesem Jahr bauen. © SZ/Uwe Soeder

Neschwitz. Wer eine Vorliebe für ländliches Wohnen hat, könnte auf der Siedlerstraße in Neschwitz ins Schwärmen geraten. Direkt am Ortsrand öffnet sich der Blick in die Ferne. Am Horizont, in Richtung Wetro, drehen sich träge die Windräder. Verkehr ist auf den schmalen Straßen selten. Auf einer reichlich einen Hektar großen Fläche wiegt sich das Gras im Wind.

Auf der bislang ungenutzten Wiese könnte noch in diesem Jahr rege Bautätigkeit einsetzen. Denn hier erschließt die Wohnpro GmbH aus Doberschau zur Zeit acht neue Eigenheim-Grundstücke. Das Gelände war ein Glücksgriff für Geschäftsführer Andreas Ducke. Der erzählt: "Ein Bauherr hat mich auf diese Fläche aufmerksam gemacht. Sie gehörte zuvor zwei privaten Eigentümern. Der Bebauungsplan war schon fertig, bei der Gemeinde rannte ich offene Türen ein – ein Riesen-Vorteil!"

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Wunsch der Gemeinde geht in Erfüllung

Kein Wunder. Schließlich kann sich der Neschwitzer Bürgermeister Gerd Schuster (CDU) schon nicht mehr erinnern, wann in der Gemeinde das letzte Mal Flächen für Eigenheime erschlossen wurden. Er findet Duckes Vorhaben daher "super" und ergänzt: "Es war ein lang gehegter Wunsch, auf dieser Fläche Wohnbebauung zu schaffen. Wir als Gemeinde hätten dafür aber nicht die Kraft gehabt." Im Hinblick auf den Bevölkerungsschwund in der Gemeinde fügt er hinzu: "Neschwitz wird es sicher nicht schaden, zwei, drei Einwohner mehr zu haben."

Für Bauwillige kann es an der Siedlerstraße nun ganz schnell gehen: Im August und September will Andreas Ducke die ersten vier Grundstücke mit Strom- und Wasseranschlüssen versorgt haben. "Viel zu erschließen gibt es hier ja nicht", begründet er den straffen Zeitplan und verkündet stolz: "Baubeginn kann noch in diesem Jahr sein."

Viele Interessenten aus Dresden

Für die Hälfte der je etwa 1.400 Quadratmeter großen Grundstücke gibt es bereits feste Interessenten. Besonders groß sei der Zuspruch aus Dresden, hat Andreas Ducke beobachtet und erklärt: "Bauland in den Städten ist heute unglaublich teuer. Das kann sich kaum noch jemand leisten." Auch im Vergleich zu anderen Grundstücken, die die Wohnpro GmbH derzeit in der Region vermarktet, sind die Flächen in Neschwitz günstig: 55 Euro soll hier der Quadratmeter Bauland kosten. In Doberschau sind es 65, in Schmölln sogar 95 Euro. 

Doch nicht nur der Preis lockt Bauwillige nach Neschwitz. Andreas Ducke fallen eine ganze Reihe weiterer Gründe ein, um sich in der 2.500-Seelen-Gemeinde niederzulassen: "Neschwitz befindet sich genau zwischen Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz. Selbst nach Dresden braucht man gerade einmal eine dreiviertel Stunde."

Darüber hinaus, schwärmt er weiter, habe Neschwitz eine wunderbare Infrastruktur: "Der Kindergarten ist gleich um die Ecke, im Schlosspark kann man herrlich spazieren gehen, und ins Waldbad nach Niesendorf kann man einfach mit dem Fahrrad fahren." So etwas suche er in der Nähe vieler anderer Grundstücke, die er in der Vermarktung habe, vergeblich.

Besonders jene Bauherren, denen es gelingt, eines der vier Grundstücke direkt an der Siedlerstraße zu erwerben, können sich seiner Ansicht nach glücklich schätzen. Vor der großen Bautafel erklärt er die Besonderheit der lang geschnittenen Flächen: "Die Häuser werden in der Regel fünf Meter weg von der Grundstückskante errichtet. Das heißt, der Garten dahinter richtet sich direkt nach Süden. Man hat hier sogar Morgen- und Abendsonne." Die vier nachfolgend zu erschließenden Grundstücke werden von der anderen Seite der Wiese über einen Feldweg erschlossen. Ob der ausgebaut wird, liege im Ermessen der Gemeinde, so Ducke. 

Weitere Standorte in Planung

Bürgermeister Gerd Schuster schmiedet inzwischen schon weitere Pläne. Er stehe mit Andreas Ducke zu zwei weiteren Flächen in Kontakt, verrät er. Diese befinden sich im Eigentum der Gemeinde. Schuster kann sich vorstellen, die Grundstücke gemeinsam zu erschließen und so weitere acht Bauflächen zu schaffen.

Andreas Ducke bestätigt, dass es dazu bereits Gespräche gibt. Bevor er sich dafür aber an die konkreten Planungen macht, will der Doberschauer sich zunächst auf Erschließung und Verkauf der Grundstücke an der Siedlerstraße konzentrieren. "Wenn die Nachfrage so groß bleibt, geht es in Neschwitz weiter", sagt er mit Blick auf die Zukunft.

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