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Neue Baupläne für Sidonies Burg

Die Burgruine ist das Wahrzeichen Tharandts und ein gern besuchter Ort. Damit das so bleibt, muss investiert werden.

Von Verena Weiß

Gesund und Fit

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Die dicken, meterhohen Mauern thronen über dem Tal, ragen weit über die Dächer ringsum heraus. Gerade so, als könne sie nichts mehr erschüttern. Mehrere Jahrhunderte steht das Gemäuer hier nun schon, hat nicht nur der Zeit getrotzt, sondern nach Sidonie von Böhmen, seiner letzten Bewohnerin, auch allerhand Schaulustige die vielen Treppen zu sich hinaufschnaufen sehen.

Doch auch die rüstige Burgruine ist zwischenzeitlich ins Bröckeln gekommen. Kein Wunder: Schon mehrmals musste das im 13. Jahrhundert errichtete Burgensemble saniert und gesichert werden. Krieg, Blitzeinschlag und materieller Raubbau für andere Zwecke setzten dem Wahrzeichen der Stadt Tharandt zu. Was stehen blieb, wurde mehrmals saniert, zuletzt 2010, als Steine aus dem Mauerwerk gebrochen waren. Im Herbst 2013 fiel schließlich der Startschuss für umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Burgruine. Bis zum vorigen Jahr wurde die markante Nordwand, die sich Besuchern vom Stadtzentrum her zeigt, umfangreich modernisiert. Allein dafür investierte die Ostdeutschen Sparkassenstiftung der Ostsächsischen Sparkasse Dresden 151 000 Euro.

Großzügige Spende macht’s möglich

Fertig saniert ist das Denkmal damit aber noch lange nicht. Insgesamt sechs weitere Bauabschnitte sind geplant. Die nächsten zwei sollen – insofern die Finanzierung steht – im Jahr 2016 in Angriff genommen werden. Insgesamt 813 000 Euro, so zunächst die Kostenschätzung der Stadt, wird die Rundum-Sanierung beanspruchen. Um auch die verbleibende West- und Südfront der Burgruine sanieren zu können, ist man im Tharandter Rathaus schon wieder auf der Suche nach Förderern.

Als Nächstes wird aber kein Gemäuer modernisiert, sondern eine Toilettenanlage gebaut, die auch für künftige Veranstaltungen auf der Burgruine wichtig ist. Die Pläne dazu liegen ebenfalls schon länger in der Schublade des Bauamtes. Demnächst sollen sie umgesetzt werden, auch dank einer großzügigen Gönnerin. Eine Einwohnerin aus Kurort Hartha spendete der Stadt Tharandt voriges Jahr 20 000 Euro für die Toilettenanlage auf dem Burgberg. Der Bau wird derzeit vorbereitet. Auch mit der Denkmalschutzbehörde sei die Maßnahme bereits abgesprochen, heißt es aus dem Tharandter Rathaus. Aktuell stünden noch Abstimmungen mit dem Burgen- und Geschichtsverein Tharandt, der Kirchgemeinde Tharandt-Fördergersdorf und dem Tharandter Ortschaftsrat an.

Noch dieses Frühjahr soll geklärt werden, wie die Anschlüsse für Trinkwasser, Abwasser und Strom zu legen sind. Der genaue Kostenumfang, genauso wie der Start der Baumaßnahme werden sich laut Stadtverwaltung in Abstimmung mit dem Technischen Ausschuss der Stadt ergeben. Erst wenn die Sanitäranlage fertig ist, soll es der Burgruine wieder ans Gemäuer gehen. Als Nächstes ist die Wandecke an der Südseite dran. Das Sanierungskonzept liege bereits im Tharandter Rathaus vor. Der genaue Umfang der Arbeiten, die dazu erforderlichen Leistungen und damit verbundenen Kosten würden ermittelt, sobald mit dem Bau der Sanitäranlage auf dem Burgberg begonnen wurde.

Mit einer endgültigen Fertigstellung der Burgruine rechnet man im Tharandter Rathaus aber nicht vor 2022. Für das Wahrzeichen der Stadt keine schier endlose Zeit. Für die Tharandter dürfte das vielleicht anders aussehen. Denn viele wünschen sich schon länger, dass die Burgruine intensiver in das kulturelle Treiben der Forststadt eingebunden wird, vor allem für kleinkulturelle Veranstaltungen zugänglich gemacht wird. Das war auch schon der Wunsch im Tharandter Ortschaftsrat.

Bis dies möglich ist, müssten aber zuerst alle „sicherheitsrelevanten Aspekte endgültig geklärt sein“, heißt es aus dem Rathaus. Wenn es der Sanierungsfortschritt erlaubt, könne dann auch überlegt werden, konkrete Veranstaltungen zuzulassen. Immerhin: Neben Stadtführungen und der räumlichen Nutzung seitens des Burgen- und Geschichtsvereins Tharandt wurde die Kulisse der Burgruine auch schon als Schauplatz fürs Tharandter Stadtfest mitgenutzt, so auch voriges Jahr.

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