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Neue Besen kehren besser

Großenhain schafft eine neue Kehrmaschine an. Sie ist umweltfreundlicher als ihre Vorgängerin, die nach 13 Jahren ausgemustert wird.

Fahrer Kay Likuski demonstrieren das Einbringen des Saugrohres der neuen Kehrmaschine für die Reinigung von Regenwasserkanälen in der Stadt. Am Donnerstag wurde das neue Gerät geliefert.
Fahrer Kay Likuski demonstrieren das Einbringen des Saugrohres der neuen Kehrmaschine für die Reinigung von Regenwasserkanälen in der Stadt. Am Donnerstag wurde das neue Gerät geliefert. © Kristin Richter

Großenhain. So ein Schleusendeckel hat ordentlich Gewicht. Kay Likuski hebt probeweise mal so ein Teil aus seiner Verankerung, führt danach den Saugschlauch in die Schleuse. "Wenn Sie das 150 Mal am Tag gemacht haben, merken Sie die Arme", sagt sein Kollege André Dörschel. Beide sind die angestammten Fahrer der Kehrmaschine des Großenhainer Stadtbauhofes.

 Täglich sind sie auf den Straßen der Stadt und ihrer Ortsteile unterwegs. Rund 2.600 Kehrkilometer pro Jahr stehen auf dem Programm, viele Straßen werden mehrfach gereinigt. Durch die Eingemeindungen der letzten Jahre sind es immer mehr geworden. Neben der Straßenreinigung gehört das Absaugen und Reinigen von Regenwasserkanälen zu den Aufgaben der Bauhofmitarbeiter.

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Seit Donnerstag verfügen sie nun über neue Technik. Weil die alte Kehrmaschine nach 13 Jahren ihren Dienst getan hat, wurde eine neue angeschafft. "Grund für die Ersatzbeschaffung sind zunehmende Reparaturen an den Verschleißteilen", heißt es dazu aus dem Rathaus. Deshalb wurde schon im Herbst 2019 der Kauf des neuen Gerätes im Stadtrat beschlossen. 

Corona-bedingt etwas später als geplant, wurde sie am Donnerstag geliefert. Rund 238.000 Euro hat das gute Stück gekostet, das von der Faun Umwelttechnik GmbH & Co KG gebaut wurde. Das Unternehmen hat eine Außenstelle in Grimma und setzte sich seinerzeit bei der Ausschreibung gegen zwölf Mitanbieter durch. 

Bewusst hatte sich die Stadt dafür entschieden, ein MAN-Fahrzeug für die neue Kehrmaschine aufbauen zu lassen. Denn für Wartung und eventuelle Reparaturen gibt es im Zschieschener Gewerbegebiet eine Werkstatt vor Ort.

Lieferant Faun garantiert freilich für mehrere Vorzüge seiner Kehrmaschinen-Generation. Sie kombiniert das Umluftsystem mit einer verbesserten Luftführung und sorgt für eine verbesserte Saugleistung.

 Der neue, patentierte V-Saugschacht erhöht die Saugleistung der Kehrmaschinen und reduziert gleichzeitig den Verschleiß. Zudem setzt Faun in die Kehrmaschinen leistungsoptimierte und leichtere Motoren ein. Das spart Platz und erhöht die Nutzlast, senkt den Kraftstoffverbrauch. 

Das Faun-Umluftsystem reduziert außerdem den Feinstaubausstoß um 50 Prozent im Vergleich zu rein saugenden Kehrmaschinen. Das Gebläse ist direkt im Luftstrom positioniert. Dadurch gewinnen die Maschinen mehr Bauraum für einen zusätzlichen Wassertank. Dieser dient gleichzeitig als Schallschutzwand zwischen Gebläse und Fahrerplatz und fasst immerhin 2.000 Liter. Das reicht, je nach Grad der Verschmutzung, für eine normale Tagesschicht. 

Bei der neuen Streamline Generation fällt der zusätzliche Aufbaumotor weg, und es muss nur noch eine Bürstenleiste gewechselt werden, die nun noch leichter zugänglich ist. Dadurch reduzieren sich das Ausfallrisiko und der Wartungsaufwand für die Kehrmaschinen noch weiter. Alles in allem "produziert" die neue Kehrmaschine weniger Staub und weniger Lärm, verspricht der Hersteller.

Mit Steffen Hoffmann und Andreas Becker hatte Faun am Donnerstag zwei absolute Fachleute nach Großenhain mitgeschickt, die den Bauhofleuten die neue Technik mit all ihren Vorzügen, Tricks und Kniffen erläuterten. Für die Großenhainer "Straßenfeger" eine wilkommene Gelegenheit. Denn künftig wird die neue Kehrmaschine quasi 365 Tage im Einsatz sein.

 In den Wintermonaten kann sie dank eines anzubauenden Schiebeschildes auch für den Winterdienst genutzt werden. Nur eine Arbeit kann das MAN-Gefährt den Mitarbeitern nicht abnehmen: Das Herausheben der Schleusendeckel für jene Tage, da die Regenwasserkanäle gereinigt werden müssen.

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