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Neue Besitzer von Stracoland kaufen Kurhaus

Hier soll künftig Volkskunst aus dem Erzgebirge und Antikes verkauft werden. Dafür braucht der Investor aber viel Geld.

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Von Ines Mallek-Klein

Die Nachricht kommt überraschend. Das Kurhaus in Kurort Hartha wird verkauft. 95000 Euro will die Treuka GbR aus dem niedersächsischen Lamstedt für das Objekt bezahlen. Das sind 38000 Euro weniger als in einem fast drei Jahre alten Wertgutachten ermittelt wurden. Die Stadträte von Tharandt stimmten dem Verkauf dennoch einstimmig zu. Stadtrat Jörn Erler (CDU) sieht in dem Verkauf die Chance, den Kurplatz von Kurort Hartha aufzuwerten. Mit der Investition könnte eine Ruine im Ortszentrum verschwinden. Sein Fraktionskollege Holger Brandstäter ist skeptischer. Auch er stimmt für den Verkauf, hofft aber, dass es in der Kommune kein zweites Deutsches Haus gibt.

Der dortige Investor ringt seit Jahren um ein tragfähiges Nutzungskonzept, scheitert aber immer wieder an den fehlenden Geldern. Unterdessen drohen immer größere Teile des einst repräsentativen Gebäudes einzustürzen.

Café und Wohnungen geplant

So dramatisch ist die Situation im Kurhaus noch nicht. Aber es ist viel zu tun, heißt es vonseiten der Investoren. Sie hatten im vorigen Jahr aus der Insolvenzmasse der Stracoland AG Colmnitz die Produktionsstätte in Hallbach und die beiden Verkaufsstätten im QuartierF in Dresden sowie im Levantehaus in Hamburg gekauft. Nun sollen in Kurort Hartha weitere Verkaufsräume entstehen. Ein Café und Wohnungen ergänzen das Konzept der Unternehmer.

Auf einen Zeitplan wollten sich die Investoren gestern nicht festlegen lassen. Man müsse erst den Beschluss der Stadträte in den Händen halten, heißt es aus Niedersachsen. Die wiederum haben die Verwaltung gebeten, Klauseln in den Kaufvertrag einzubauen, die verhindern, dass das Objekt über Jahre ungenutzt bleibt. Man habe, so heißt es, aus den Fehlern beim Deutschen Haus gelernt.