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Weißwasser

Neue Betreiber für Campingplatz am Kromlauer See

Jessica Mickolay und Conny Starke wollen den See wieder zum Besuchermagneten machen. Der Startschuss ist erfolgt.

Jessica Mickolay und Conny Stark aus Cottbus sind seit Unterzeichnung des Erbbaupachtvertrages die Campingplatz-Betreiber am Badesee Kromlau.
Jessica Mickolay und Conny Stark aus Cottbus sind seit Unterzeichnung des Erbbaupachtvertrages die Campingplatz-Betreiber am Badesee Kromlau. © Sabine Larbig

Der Himmel ist Wolken verhangen. Windböen fegen über den Badesee und zerren an Schutzhüllen, mit denen Dauercamper ihre Wohnmobile vor Regen, Schnee und Wind schützen. Nirgendwo sind Menschen auf dem Gelände anzutreffen. Noch ist Winterruhe auf dem Gelände am Badesee Kromlau. Erst zwischen Frühjahr und Herbst ist bhier Betrieb, wenn Dauercamper, Radtouristen, Badegäste, Bungalow- und Zelturlauber da sind.

Um sie kümmern sich künftig Jessica Mickolay und Conny Starke. Die Cottbuser sind die neuen Betreiber des Campingplatzes mit 80 Stellplätzen für Wohnwagen und Zelte, von denen 16 Dauercamping-Plätze sind. Gestern unterschrieben sie und der Gablenzer Bürgermeister Dietmar Noack den Erbbaupacht- und Nutzungsvertrag, den am Abend zuvor der Gemeinderat in einer Sondersitzung einstimmig abgesegnet hatte, bevor es zum gemeinsamen Rundgang durch das Badesee-Areal ging.

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„Hier, der große Schlafbungalow und der kleine Bungalow daneben werden umgebaut. In den Kleinen kommt unser Büro. Im Großen wird das Zweibettzimmer zu Küche und Aufenthaltsraum. Damit sind nur noch 18 Schlafplätze übrig, aber die reichen für Feiern und Gruppen“, erzählt Jessica Mickolay und zeigt in Richtung See. „Zwischen Dauercampern und Gastronomiebungalow kommt ein Kinderspielplatz mit Spielzeug-Tipi und Slicklines hin. Außerdem wird per Zaun der Campingplatz vom Strand abgegrenzt. Und wir werden Tipis und Hängemattenzelte, das sind wasserfest überdachte Hängematten zwischen Bäumen oder am Boden, für Übernachtungen anbieten. Ideal sind sie für Radtouristen, die nicht viel Gepäck haben und meist nur eine Nacht bleiben“, erklärt Jessica, während es mit Bürgermeister und einer Mitarbeiterin vom Tourismusbüro der Gemeinde zum Strandbungalow geht.

Der Bungalow mit Küchenraum, Ausgabetheke, Lagerräumen und befestigter Terrasse wurde in den letzen Jahren nur selten betrieben, da sich meist keine Interessenten für das saisonale Geschäft fanden. Dies hatte zur Folge, dass es keine Versorgung mit Speisen und Getränken für Camper und Badegäste gab. „Wir als Gemeinde konnten die Betreibung des Sees mit Campingplatz und Gastronomie nicht stemmen, da es keine Pflichtaufgabe ist. Außerdem haben wir mit dem Kromlauer Park und der Bungalowsiedlung genug zu tun, weshalb wir letztlich die Betreibung ausschrieben“, begründet der Bürgermeister.

Die Ausschreibung war vor zwei Jahren. „Als wir sie im Oktober 2018 zufällig im Internet sahen, war uns sofort klar, dass wir uns bewerben. Wir hatten den See samt Campingplatz bereits bei Ausflügen zur Rakotzbrücke und zum Park entdeckt und selbst dort übernachtet und fanden dieses Fleckchen toll“, erzählt Conny Stark. Er und seine Partnerin sind leidenschaftliche Camper, weil sie das Ungezwungene, die Natur und Ruhe lieben. All das, was ihnen und anderen Gästen der Badesee Kromlau bietet. Trotz der frühzeitigen Bewerbung dauerte es 1,5 Jahre voller Umplanungen und Neudenken, bis der Wunsch nach Selbstständigkeit als Campingplatzbetreiber wahr wurde. Dafür zieht das Paar sogar von Cottbus nach Weißwasser, gibt bisherige Jobs auf und nimmt einen 370.000 Euro Kredit auf. Grund: an Platz und Gebäuden am See muss viel saniert werden. So wird der Gastronomiebungalow eine sandgestrahlte und farbige Fassade erhalten. Im Inneren entstehen eine in der Saison täglich ab 17 Uhr geöffnete Pizzeria mit Steinbackofen sowie eine Strandbar. Auch einen Kiosk für die Camper, der Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs bietet, und gastronomische Versorgung der Badegäste wird es geben. „Natürlich erneuern wir auch das Inventar. Und ab November bauen wir den Sanitärtrakt um, der zuletzt 1994 saniert wurde und nicht mehr den Anforderungen entspricht“, blickt Conny Starke voraus, der als gelernter Trockenbauer von WCs, Duschen bis Behindertenbad viel selbst machen will.

Der offizielle Startschuss für die diesjährige Saison am See ist am 1. April. Bis dahin werden, laut den Betreibern, nicht alle Vorhaben und Pläne umgesetzt sein. Doch eine Versorgung der Besucher, für die das Baden auch künftig eintrittsfrei bleibt, wird es dann bereits geben. „Und vielleicht haben wir auch schon die drei bis vier nötigen Saisonkräfte für Gastronomie und Reinigung gefunden“, hofft Jessica Mickolay. Denn sie und Conny Starke können als Alleinkämpfer nicht die geplanten 7-Tage-Öffnungszeiten bis spät abends sowie alle anfallenden Aufgaben, zu denen laut Vertrag auch die Pflege der Anlage und der Badestelle gehören, absichern.

Bürgermeister Noack indes freut sich auf die neue Saison und die Vorhaben der Betreiber. Sie machen den Badesee künftig nicht nur attraktiver, sondern bringen der Gemeinde auch mehr Gäste und Einnahmen. „Wir werden die Pächter deshalb mit Rat und Tat unterstützen“, so der Ortschef.

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