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Neue Buslinie 64 kommt gut an

Wochentags nutzen 16 000 Fahrgäste die neue Verbindung über die Waldschlößchenbrücke. Es sollen noch mehr werden.

© Marco Klinger

Von Tobias Hoeflich

Auf den ersten Blick hat sich nur die Zahl geändert. War das Hülße-Gymnasium in Reick einst für die Buslinie 74 Endstation, ist es seit Ende August die 64. Kleine Änderung mit großer Wirkung: Die neue Linie 64 verbindet seit der Eröffnung der Waldschlößchenbrücke Kaditz mit Reick. „Bei Schülern und Lehrern ist die neue Linie sehr beliebt“, lobt Cornelia Hiller, Leiterin des Hülße-Gymnasiums. „Dadurch sind nun weitere Stadtteile außerhalb unseres Einzugsgebietes direkt erreichbar.“ Auch die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) ziehen nach mehr als zwei Monaten der neuen Linie 64 ein positives Fazit. Sie verbindet die alte 64 zwischen Kaditz und Waldschlößchen mit der ehemaligen 74 zwischen Reick und Johannstadt.

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Die Zahlen: Umstellungbringt täglich 2 600 Gäste mehr

Dass die neue Linie 64 gut bei den Kunden ankommt, freut die DVB – und bestätigt die Prognosen. An Wochentagen sind rund 16 000 Fahrgäste zwischen Kaditz und Reick unterwegs. „So haben es die Verkehrsplaner und Marktforscher vorausgesagt“, erklärt DVB-Sprecher Falk Lösch.

2012 waren es auf der alten 64 zwischen Kaditz und Radeberger Vorstadt wochentags 10 200 Fahrgäste, 3 200 auf der 74. „Wir haben also mit der durchgehenden Führung einen Zuwachs von etwa 2 600 Fahrgästen täglich.“ Allerdings kommt das Plus auch von Fahrgästen, die von anderen Linien wie der Straßenbahnlinie 6 abgewandert sind. „Dazu liegen uns aber bisher noch keine konkreten Zahlen vor.“

Die Baustellen: Unklarheit über Signalisierung an der Fetscherstraße

Die anfänglichen Schwierigkeiten auf der neuen Route sind im Wesentlichen beseitigt. „Es läuft sich ein“, sagt Lösch. Staus auf Stauffenberg- und Borsbergstraße hatten in den vergangenen Wochen zu Verschiebungen im Fahrplan geführt. Mit der Freigabe der Borsbergstraße hat sich die Situation jedoch entspannt. Auch in der Radeberger Vorstadt haben sich die Gemüter beruhigt: Weil die neue 64 den Schlenker über den Jägerpark weglässt, fühlten sich dessen Bewohner abgehängt – trotz des neuen Quartiersbusses der Linie 74. „Alle haben sich auf das Angebot, das vor allem in Bezug auf die Fahrzeuggröße noch einmal nachgesteuert wurde, eingestellt.“

Problematisch ist für die DVB weiterhin die Fetscherstraße. „Unklar ist, was die Stadt hier an den Schaltungen verändern wird. Das macht uns einige Sorge“, so Lösch. Allen voran der Knotenpunkt Fetscherplatz führt zu Problemen, weil sich hier viele Autoströme, Bus- und Straßenbahnlinien kreuzen. „Das macht die Ampelprogrammierung nicht einfach und wird stets nur ein Kompromiss sein.“

Der Plan: 64 soll künftigüber Augsburger- und Tittmannstraße

Trotz der guten Zahlen sehen die DVB noch Luft nach oben. Künftig sollen die Busse über Augsburger- und Tittmannstraße fahren. „Erst dann kann die 64 wirklich erfolgreich sein“, so Lösch. Von dieser Route durch Striesen erhoffen sich die DVB weitere 5 000 Fahrgäste. „Diese Erschließung eines bisher eher unterversorgten Stadtgebietes bringt echten Zulauf für die 64.“

Zwar könnten die DVB das Fahrgastplus mit ihrer Taktung und den eingesetzten Fahrzeugen problemlos abfedern. Dennoch ist zuerst die Stadt am Zug: Augsburger- und Tittmannstraße müssten zunächst einmal bustauglich ausgebaut werden. Das soll aber nicht vor 2016 geschehen.