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Neue Challenge: Aufessen!

Schafft es unser Autor Henry Berndt, eine Woche lang kein Essen verkommen zu lassen? Auf zum Verschwendungsfasten.

Darf es noch ein Stück angetrockneter Kuchen sein? SZ-Redakteur Henry Berndt sagt der Lebensmittelverschwendung den Kampf an.
Darf es noch ein Stück angetrockneter Kuchen sein? SZ-Redakteur Henry Berndt sagt der Lebensmittelverschwendung den Kampf an. © Sven Ellger

Schon bei der Ankündigung dieser Challenge hat mich auf Facebook ein mittelschwerer Shitstorm erfasst. Es müsste doch selbstverständlich sein, keine Lebensmittel zu verschwenden. Für so etwas eine Challenge? "Zum Fremdschämen!" Außerdem habe das doch nicht mit Fasten in ursprünglichen Sinne zu tun.

Deswegen drei Dinge vorneweg: 

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Auch wir haben zu Hause bislang schon recht gut darauf geachtet, dass wir keine halben Nudelaufläufe oder Kürbisse wegwerfen müssen. Rein finanziell, aber auch moralisch ist das ja auch selbstverständlich. Dennoch ärgert uns jedes hart gewordene Brötchen.

Die Challenge soll auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, in Zeiten, in denen In Deutschland jedes Jahr elf Millionen Tonnen Nahrung im Müll landen.

Mit klassischem Fasten hat das hier in der Tat überhaupt nichts zu tun. Dennoch spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, den Verzichtsgedanken auf andere Dinge des Lebens zu übertragen. Den Begriff  "Verschwendungsfasten" hat die Deutsche Umwelthilfe geprägt. Ich habe nicht vor, ihn übermäßig zu strapazieren.


Zum Frühstück ein erster Erfolg: Alle vier Müslischüsseln sind ratzekahl leergeputzt.
Zum Frühstück ein erster Erfolg: Alle vier Müslischüsseln sind ratzekahl leergeputzt. © Henry Berndt

Mein Ziel ist es, als vierköpfige Familie im Laufe dieser Woche zusammengenommen maximal ein Kilogramm an Nahrungsmitteln wegwerfen zu müssen. Gern weniger. Ausgenommen sind Schalen, etwa von Möhren, Kartoffeln und Eierm, wobei ich nicht ausschließe, dass womöglich auch die verwertbar sind.

Der Montag beginnt erfolgreich. Vom Müslibrei im Topf bleibt nichts übrig. Die Sonne scheint deswegen aber leider nicht. 

Wie immer montags ist der heimische Kühlschrank fast leer. Für den Abend plane ich einen besonders gut kalkulierten Wocheneinkauf. Was hält sich wie lange? Was lässt sich einfrieren? Wie viele Abende sind wir zu Hause?

Auf Arbeit habe mich am Montag stundenlang der Geruch einer überreifen Banane auf meinem Schreibtisch gequält. Bananen müssen bei mir eigentlich einen Pelz auf der Zunge hinterlassen. Diese war einfach nur süß. Am Ende des Tages kam sie wieder in die Tasche und wurde am Dienstag zum Frühstück präsentiert.*

Für Dienstag plane ich, in unseren Küchenvorräten nach abgelaufenen Lebensmitteln zu suchen. Ungewöhnliche kulinarische Kombinationen fürs Abendessen nicht ausgeschlossen.

Auf den Kompost kommen nur noch Schalen und andere ungenießbare Reste.
Auf den Kompost kommen nur noch Schalen und andere ungenießbare Reste. © Henry Berndt

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Ich lade euch alle ein, in dieser Woche mit mir zusammen die Lebensmittelverschwendung möglichst komplett einzustellen. Vielleicht können wir uns gegenseitig ein paar Tipps geben? Mich erreicht ihr unter [email protected]ächsische.de und 0351 48642234. 

* In einer früheren Version dieses Beitrags schrieb Henry, er hätte die überreife Banane bis zum Feierabend noch selbst vertilgt. Wir bitten, diese glatte Lüge zu entschuldigen.