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Neue Chance für die Linie 400?

Der Landkreis will prüfen, ob die Buslinie künftig wieder durch den Tharandter Wald fahren soll.

Von Verena Weiß

Die Verlegung der Linie 400 sorgt noch immer für Diskussionen. Seit fast einem Jahr macht die Linie auf ihrem Weg zwischen Dresden und Annaberg-Buchholz einen Bogen um den Tharandter Wald. Ein Umstand, der nun nochmals überprüft werden soll. Auf der Sitzung des Kreisausschusses vergangene Woche wurde entschieden, sich der Petition des Ortschaftsrates Kurort Hartha anzunehmen. „Wir fühlen uns abgenabelt“, erklärt Ortsvorsteher André Kaiser. Da der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge die Finanzierung der Linie 400 im Dezember 2012 einstellte, blieb dem Regionalverkehr Dresden (RVD) eine Deckungslücke in Höhe von 130 000 Euro. Wegen der angespannten Haushaltssituation des Landkreises und sinkender Fahrgastzahlen gab der RVD die Betriebsführung der Linie ab. Übernommen wurde dies von der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE) und der Regiobus Mittelsachsen GmbH (RBM). Seitdem werden die Haltestellen in Grillenburg, Kurort Hartha, Tharandt und Freital nicht mehr durch die Linie 400 bedient. Die Bemühungen des RVD mit der neuen Talsperrenlinie die von der Linie 400 ausgeschlossenen Ortschaften zu bedienen, sind laut Kaiser keine Lösung für die betroffenen Anwohner. Außerdem sei eine durchgehende Linienführung durch den Tharandter Wald von großer touristischer Bedeutung für die Region.

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Der Kampf der Tharandter, die Linie 400 wieder auf ihre alte Strecke zurückzuführen, ist ungebrochen. Insgesamt 2 324 Unterschriften sollen das bezeugen. Landrat Michael Geisler (CDU) versprach vor den Kreisräten, die Angelegenheit zu prüfen. Im Alleingang könne der Landkreis die Linienführung ohnehin nicht ändern. Da es sich um eine überregionale Buslinie handelt, wären Gespräche mit dem Landkreis Mittelsachsen und dem Erzgebirgskreis, den Konzessionsinhabern der Linie, notwendig. Auch seien die Kosten im Fall einer Rückführung der Linie noch ungeklärt. Aber auch Anpassungen im Liniennetz des Stadtverkehrs könnten zu Verbesserungen führen, erklärte der Landrat. Insbesondere wenn dieser an die Linie 400 und den Bahnverkehr angepasst werde. Dazu solle auch das Gespräch mit der Stadt Tharandt gesucht werden. Dann will der Kreisauschuss eine Entscheidung treffen.