merken
PLUS

Neue Chefin im Seniorenclub

Monika Petrick wächst behutsam in ihre neue Rolle im Neschwitzer Seniorenclub. Sie will auch jüngere Senioren motivieren.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Neschwitz. Das Schild, das Monika Petrick auf dem Bild hält, gehört eigentlich an den Ausleger über der Tür zum Seniorenclub. Der Wind hat es heruntergerissen. Es soll aber wieder angebracht werden. Schließlich können sich die Senioren aus dem Raum Neschwitz hier schon seit vielen Jahren treffen. Auch der Eigentümerwechsel am Gasthaus mit Saal hat daran nichts geändert. Doch Monika Petrick wird sich ab sofort nicht nur um das Schild am Eingang der Räumlichkeiten kümmern. Sie ist die Nachfolgerin von Ernst Brunner und leitet jetzt – gemeinsam mit Brunner – den Seniorenclub.

Anzeige
Starte deine spannende Ausbildung
Starte deine spannende Ausbildung

Du interessierst Dich für Elektrotechnik? Dann werde Azubi bei EAB Elektroanlagenbau in Neugersdorf!

Monika Petrick ist ein aufgeschlossener Mensch. Sie kann zuhören, aber auch vermitteln. Das liegt sicher an ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit. Die aus Neudorf bei Neschwitz stammende Frau war nämlich Erzieherin und Lehrerin. Mit ihrem Mann, den sie Pfingsten 1969 beim Tanz kennengelernt hat, zog sie dann nach Weißwasser. Dort arbeitete Monika Petrick bis zur Geburt ihrer älteren Tochter im Kinderheim. Danach zog die Familie nach Bautzen. Dort war sie drei Jahre Pionierleiterin, bevor sie 1978 in der gerade neu gebauten Einstein-Schule in Gesundbrunnen als Sportlehrerin arbeitete.

Immer aktiv sein

Doch nach der Wende wurde ihre Berufsausbildung als Erzieherin mit Lehrausbildung nicht anerkannt und ihr wurde 1992 gekündigt. 1995 bekam sie eine neue Chance beim BBZ, wo sie zunächst als Erzieherin, zwei Jahre später als Internatsleiterin arbeitete. Es folgte eine Zeit mit schlimmen Krankheiten für die Familie, die Monika Petrick und ihr Mann gemeinsam durchgestanden haben. Als sie wieder fit war, begann sie bei verschiedenen freien Trägern als Sozialpädagogin. 1997 zog das Paar zurück in die Heimat, baute ein Haus in Neschwitz. 2012 ging Monika Petrick mit 60 in die Rente. „Aber ich konnte nicht gleich ganz aufhören, ich bin jemand, der gern hilft und mitmischt“, sagt sie. Bis sie 65 war, hat sie teilweise weitergearbeitet. „Das war ein schönes Gefühl. Ich musste das ja nicht tun und konnte selbst bestimmen, wann ich aufhöre“, sagt sie. In Neschwitz ist sie wirklich wieder zu Hause. „Ich habe ja einige Schulfreundinnen, die auch jetzt in Rente sind. Da treffen wir uns eben auch mal schnell auf Zu- oder nach einem Anruf“, sagt sie.

Auf Zuruf zum Seniorenclub

So ein Zuruf war es auch, der sie im Herbst 2017 zum Seniorenclub brachte. Im Herbst und Winter treffen sich ein paar Frauen bei den Kultur- und Heimatfreunden, um gemeinsam Handarbeiten zu machen und zu schwatzen. Da gab es die Information, dass für den Seniorenclub ein Nachfolger gesucht wurde. „Wir Frauen von der flotten Nadel, wie wir uns nennen, tauschen uns natürlich auch zu allen Neuigkeiten in der Gemeinde aus“, sagt Monika Petrick. Und so ging sie an einem Donnerstag zum Treff der Senioren, später half sie beim Kaffeekochen, und dann kam sie mit Ernst Brunner ins Gespräch. „Ich habe einfach gefragt, ob ich ihn unterstützen kann“, sagt die Mutter zweier Töchter und Oma dreier Enkelkinder. Im Januar war sie zum ersten Mal dort. „Aber wir haben schnell gemerkt, dass wir gut miteinander harmonieren“, sagt Monika Petrick. Und als sie dann per Du waren, ging alles noch viel besser. Sie habe sich zurückgehalten, aber immer Hilfe angeboten. „Ich habe eine Hochachtung vor dem, was Ernst Brunner alles organisiert hat, was er weiß und wie er alles geschafft hat“, sagt Monika Petrick. So entstand eine Vertrauensbasis, die ihr half, die Geschäfte in diesem Jahr zu übernehmen, als Ernst Brunner schwer krank wurde. Ihre erste Ausfahrt mit den Senioren war ein voller Erfolg, von allen Seiten erhielt sie Lob. „Mich haben alle sehr gut angenommen. Ich fühle mich hier pudelwohl“, sagt sie. Zum Sommerfest des Bautzener Seniorenverbandes in Bautzen hat Ernst Brunner sie zum ersten Mal als seine Nachfolgerin vorgestellt. Solange Brunner es gesundheitlich schafft, wird er auch donnerstags zum Treffen der Senioren nach Neschwitz kommen. „Ich kann noch sehr viel von ihm lernen“, sagt Monika Petrick. Aber sie hat auch schon ein paar Ideen, wie sie die jüngeren Senioren für den Club interessieren kann. „Vielleicht bei einem Strick-Café, zu dem vielleicht auch die kommen, die bei den Kultur- und Heimatfreunden den Weg in den zweiten Stock des Pavillons im Park scheuen“, sagt Monika Petrick.

Treff Seniorenclub Neschwitz: Donnerstag ab 14 Uhr