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Neue Eigentümer für Bahnhöfe

Der alte Besitzer hat die zwei Wohn- und Dienstgebäude der Bahn versteigern lassen. Beide sind sanierungsbedürftig.

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Von Thomas Christmann

Das Mindestgebot hat der Oberoderwitzer Bahnhof erreicht. Für 4 000 Euro ersteigerte ihn ein Mann aus Dresden und blieb damit alleiniger Interessent. Das teilte Sandra Polowy von der Berliner Firma Plettner & Brecht Immobilien auf SZ-Anfrage mit. Bei deren Auktion kam das Wohn- und Dienstgebäude der Bahn im Dezember vorigen Jahres unter den Hammer. Wer genau der neue Eigentümer ist, gab sie aus Datenschutzgründen nicht bekannt.

Damit wechselt der sanierungsbedürftige Bahnhof nach rund anderthalb Jahren wieder den Besitzer. Der bisherige Eigentümer Christian Skrodzki hatte ihn mit seinem Geschäftspartner Alfons Keck erst im Juni 2012 bei einer Auktion in Berlin ersteigert. In das Haus sollte wieder Leben einziehen, mit Einheimischen wollte er Ideen und Konzepte entwickeln. Ein ähnliches Projekt konnte Skrodzki in seiner Heimatstadt Leutkirch im Allgäu bereits verwirklichen. Mit Einwohnern gründete er dort eine Genossenschaft, die mit ihren Mitgliedsbeiträgen die Sanierung des Bahnhofs finanzierte. In dem befinden sich jetzt Büroräume und eine Gaststätte. In Oberoderwitz gab Skrodzki dagegen auf, aus persönlichen Gründen.

Auch andere Bahnhöfe in der Region ließ er bei der Auktion in Berlin aus demselben Grund versteigern, Wilthen und Neugersdorf. Das denkmalgeschützte Gebäude in der Spreequellstadt fand sogar ein höheres Interesse als in Oberoderwitz. Das Mindestgebot für die Immobilie lag bei 3 000 Euro. Gekauft hat sie am Ende ein Mann aus Meschede im Sauerland für 4 000 Euro. Auch dort sollten sich nach Skrodzkis Vorstellungen entweder Geschäfte, Unternehmen oder Vereine aus der Region einmieten und das sanierungsbedürftige Gebäude wieder beleben.

Das große Geld werde er nicht mitbringen, hieß es aber schon damals. Ihm lägen nur die Bahnhöfe am Herzen, denn diese hätten Geschichte, mit ihnen verbinde jeder Einwohner im Ort besondere Erinnerungen. Wie es nun mit den Gebäuden weitergehen soll, ist ungewiss.