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Neue Fassade für Weixdorfs Dixiebahnhof

Die Vereinsmitglieder wollen sich dem Problem annehmen. Bevor es los geht, muss erst etwas gebaut werden.

Von Sylvia Gebauer

Schön ist anders. Einladend ist es hier nicht. Das denken vor allem all jene, die mit dem Zug zum Weixdorfer Dixiebahnhof fahren. Vom Bahnsteig des Bahnhofs Weixdorf Bad aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Gebäuderückseite – und die fällt einem sofort ins Auge. Nicht weil sie so schön gestaltet ist, sondern eine richtige Schmuddelecke ist sie. Unangenehm ist die Sache mit der Außenfassade den Vereinsmitgliedern des Dixiebahnhofs selbst. Eine Lösung ist in Sicht, vorher müssen sie erst einmal etwas bauen.

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Gelbe Flecken an der Hauswand, man kann sich denken, was es ist. Zudem ist die Rückseite mit Graffiti übersät. Ein Unding, vor allem, wenn man weiß, was in dem Gebäude für Potenzial steckt. Und wie viel Herzblut die Vereinsmitglieder Wochenende für Wochenende in ihren Dixiebahnhof stecken. Zumal der Kulturbahnhof im Dresdner Norden Mitte November erst sein zehnjähriges Bestehen feierte. Weitere Jahrzehnte sollen folgen. Aber zu so einer Erfolgsgeschichte gehört halt auch ein schickes Aushängeschild. Einladend sollte es ja auch sein. Damit vielleicht auch jene angesprochen werden, die den Dixiebahnhof noch nicht kennen. Besonders die Bahnreisenden nicht mehr die Nase rümpfen, wenn sie die Fassade sehen.

Vereinsvorsitzender Jürgen Georges und die anderen wollen das Debakel mit der Außenfassade nicht noch einmal erleben. Schließlich war die Enttäuschung viel zu groß. Vor einigen Jahren haben sie den Anstrich des Dixiebahnhofs komplett erneuert. Auch damals zierten unzählige Graffiti die Fassade. So kann es nicht bleiben, deshalb muss etwas passieren. Das ist es auch, sehr zum Ärger der Mitglieder im doppelten Sinne. Etwas Positives haben sie selbst getan, indem die Vereinsmitglieder viel Zeit und Geld für die Verschönerung investierten. Das Negative ließ nicht lange auf sich warten. Schnell waren die ersten Schmierereien wieder dran. „Das hat nur wenige Wochen gedauert“, sagt der Vereinsvorsitzende Jürgen Georges. Bis heute ist das so. Das Problem hat sich der Verein schon lange auf die Fahne geschrieben. Eine Lösung ist auch in Sicht.

Wie die neue, künftige Fassade des Bahnhofs aussehen soll, ist noch nicht klar. „Denkbar ist ein gestaltetes Graffiti mit Bahn- und Musikermotiven“, sagt Jürgen Georges. Solche gibt‘s unter anderem am Bahnhof Dresden Mitte in den gestalteten Rundbögen. Vielleicht hilft es ja. Denn unter Sprayern soll es den Kodex geben, dass man sich nicht gegenseitig die Werke zerstört. Am Bahnhof Dresden Mitte haben die Bilder ja schon mehrere Jahre Bestand. Doch die Gestaltung der Außenfassade ist aktuell noch Zukunftsmusik. Erst muss eine andere wichtige Sache geklärt werden. Denn der Verein will sich nicht auf den Kodex der Sprayer verlassen, sondern im Vorfeld handeln. Oder besser gesagt, den Schmierfinken nicht Tür und Tor öffnen, deshalb soll es auf der Rückseite einen Zaun geben. Vorgesehen ist ein 1,60 Meter hoher Industrie-Stabnetzzaun. Wegen des Wetters können Fundamente derzeit nicht gegossen werden. „Wenn alles klappt, geht der Zaunbau im Frühjahr über die Bühne“, so der Vereinsvorsitzende. Bis gebaut werden kann, müssen noch einige Dinge im Vorfeld geklärt werden. Hierzu ist Jürgen Georges mit der Deutschen Bahn im Gespräch. Er hofft, dass bald alle Unklarheiten beseitigt sind.

Klar ist allerdings, dass das Querdach auf der Gebäuderückseite bleibt. Das gehört ja zum einstigen Bahnhofsgebäude, deshalb will es der Verein erhalten. Wenn die Vereinsmitglieder einen Wunsch frei hätten, wüssten sie, was es wäre. Dass die nächste Verschönerungsaktion der Fassade erst einmal die letzte für lange Zeit ist.