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Neue Geschichten rund um den Pumphut

Wohl jeder Oberlausitzer kennt den Hexenmeister Pumphut aus dem sorbischen Dorf Spohla bei Wittichenau, nicht alle, die von Rudolf Gärtner (geb 1875 in Altgersdorf, gest. 1952 in Dresden-Hellerau) gesammelten...

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Von Horst Gersdorf

Wohl jeder Oberlausitzer kennt den Hexenmeister Pumphut aus dem sorbischen Dorf Spohla bei Wittichenau, nicht alle, die von Rudolf Gärtner (geb 1875 in Altgersdorf, gest. 1952 in Dresden-Hellerau) gesammelten und vor 75 Jahren mit dem Titel „Bumbhutt, dr Äberlausitzer Hexenmeestr“ veröffentlichten Mundartgeschichten, denn das Büchlein, schon vor Jahrzehnten vergriffen, wurde nicht wieder aufgelegt. Diese „Auszeit für Pumphut“ ist nun vorüber. Seit wenigen Wochen gibt es ein neues Pumphut-Buch zu kaufen, in dem Jürgen Spottke die von Rudolf Gärtner in Oberlausitzer Mundart geschriebenen Geschichten in Hochdeutsch neu erzählt, sie gewissermaßen „übersetzt“. Kein leichtes Unterfangen bei der „sehr eigenwilligen (phonetisch nicht immer gerechtfertigten) Schreibweise Gärtners“ (H. Andert). Richtlinien für die Mundartschreibung waren damals noch nicht erschienen, obwohl sich August Matthes (1854 – 1937) und Werner Andert (1907 – 1983) darum bemühten. Der begnadete Holzgestalter Jürgen Spottke sagt von sich, dass er ohne Holz nicht sein kann und bei der Umsetzung von Holz immer etwas erzählen muss. Er ist darin wahrlich meisterhaft. Nun hat er, statt zum Meisel zu greifen, die Feder in die Hand genommen und ein Buch vorgelegt, das nicht nur in der Oberlausitz Verbreitung finden möge, sondern hoffentlich auch in den anderen Pumphut-Gegenden wie das Vogtland und die Mark Brandenburg. Nicht genug, Jürgen Spottke hat das Buch auch noch selbst illustriert. Kein Wunder, reicht doch Spottkes Beschäftigung mit Pumphut bis in seine Jugend zurück.

Herausgebracht hat dieses 120-Seiten-Bändchen der Lusatia Verlag Bautzen, gestaltet von Eberhard Kahle (Demitz-Thumitz), gedruckt und gebunden von Westermann Druck Zwickau. Den Machern kann bescheinigt werden: solide Aufmachung, ansprechende Form und gediegener Druck. Dieses Buch ist auch jenen zu empfehlen, die Rudolf Gärtners „Bumbhutt“ noch besitzen und als Schatz aufbewahren, sie werden nicht enttäuscht sein.