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Neue Gespräche im Dezember

Waldschlößchen. In diesem Monat beginnen Stadt und Vertreter der Unesco, Chancen für den Brückenbau auszuloten.

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Von Bettina Klemm

„Wir sollten bis spätestens Februar ein Ergebnis haben“, sagt Stadtentwicklungsbürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU). Dann müsse feststehen, ob es einen Kompromiss gebe, der den Bau der Brücke ermögliche und den Welterbetitel für das Dresdner Elbtal erhalte.

Im Dezember beginnen die Gespräche. Feßenmayr geht davon aus, dass sich die Sachverständigengruppe sogar noch mehrmals vor Weihnachten treffen könnte. Erste Termine seien mit Britta Ringbeck, der Beauftragten der Kultusministerkonferenz für das Unesco-Welterbe, vereinbart worden. „Nach den Gesprächen werden wir die Gremien über das Ergebnis informieren, so wie es der Stadtrat beschlossen hat“, sagt Feßenmayr.

Das sächsische Oberverwaltungsgericht hatte entschieden, das Verfahren ruhen zu lassen, um Raum für die Suche nach einer Lösung im Konflikt zwischen Unesco und Freistaat zu geben. Nach fast einem halben Jahr emotionsgeladenem Streit soll nun mit dem Mediationsprozess Ruhe und Sachlichkeit einziehen.

Es müsste zunächst geklärt werden, ob sich die Unesco-Kommission überhaupt eine Brücke am Standort Waldschlößchen vorstellen könne. Britta Ringbeck hatte noch bei ihrem Bericht im Dresdner Stadtrat im Sommer über die Konferenz in Vilnius Zweifel geäußert. Gibt es eine Chance für einen Kompromiss, könne über die Gestalt der Brücke beraten werden. Alternativvorschläge habe die Stadtplanung, so Feßenmayr, nicht vorbereitet.

Anlehnung an Blaues Wunder

Er könne auch den in der Sächsischen Zeitung vorgestellten Entwurf nicht bewerten. Dazu sei dieser viel zu skizzenhaft. Die SZ hatte das Büro Schlaich Bergermann und Partner gebeten, ihren Entwurf von 1997 zu überarbeiten. Das Modell lehnt sich in den Ausmaßen an das Blaue Wunder an. 87 Prozent von 5886 Anrufern könnten es sich als Alternative vorstellen. Bisher gebe es nach einem umfangreichen und mehrjährigen Planungsverfahren die Genehmigung für den Entwurf des Wettbewerbssiegers. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Planfeststellungsverfahren auf einen anderen Entwurf so einfach übertragbar ist“, sagt Feßenmayr. Doch die Frage, ob und wie die Brücke verändert werden müsse, sei ein zweiter Schritt. „

Eine Tunnellösung am Waldschlößchen halte ich für völlig ausgeschlossen“, sagt Feßenmayr. Das gehe technisch nicht.