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Bautzen

Grundschule soll am Ortseingang stehen

Der Gemeinderat von Göda hat jetzt über den Platz für die neue Grundschule abgestimmt. Die Entscheidung fiel knapp aus und ist umstritten.

Am Ortseingang von Göda aus Richtung Bautzen soll die neue Grundschule neben der Bäckerei Fehrmann gebaut werden. Bisher dient die Fläche als Feld.
Am Ortseingang von Göda aus Richtung Bautzen soll die neue Grundschule neben der Bäckerei Fehrmann gebaut werden. Bisher dient die Fläche als Feld. © SZ/Uwe Soeder

Göda. Jetzt ist klar, wo das neue Gebäude für die Gödaer Grundschule, an der auch viele Kinder aus Bautzen lernen, stehen soll. Nach monatelangen Varianten-Untersuchungen und Diskussionen hat der Gemeinderat entschieden, den Neubau am Ortseingang aus Richtung Bautzen neben der Bäckerei Fehrmann zu errichten. So stand es im Beschlussvorschlag der Verwaltung, nachdem der Bau- und Umweltausschuss des Gemeinderates diesen Standort favorisiert hatte. Die Entscheidung fiel allerdings sehr knapp aus. Neun Ratsmitglieder stimmten dafür, sieben dagegen.

Bereits vor anderthalb Jahren hatte Göda beschlossen, für die Grundschule ein neues Gebäude zu errichten, anstatt den bisher genutzten fast 40 Jahre alten DDR-Plattenbau zu sanieren. Seit Schließung der Gödaer Mittelschule im Jahr 2006 ist er zu groß. Viele Räume sind ungenutzt. Für den Neubau hat ein Planungsbüro sechs mögliche Standorte untersucht. Zwei blieben letztendlich übrig – die Fläche am Ortsteingang und der Außenbereich neben der bisherigen Schule nahe des Ortszentrums.

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Nah am Sportplatz

„Der Bau- und Umweltausschuss hat sich unter Berücksichtigung aller Meinungen unter anderem von Sachverständigen, von Entscheidungsträgern der Behörden, von Schule und Hort sowie von Bürgern für das Gelände neben der Bäckerei entschieden“, erklärte Bürgermeister Gerald Meyer (parteilos) vor der Abstimmung. Für den Standort spricht seinen Aussagen nach zum Beispiel, dass er nahe an den Sportanlagen liegt und die Schüler so künftig nicht mehr die stark befahrene Hauptstraße überqueren müssen. Außerdem wird dort während der Bauphase der Schulbetrieb nicht beeinträchtigt und es gibt genügend Platz, um die Außenanlagen großzügig zu gestalten und bei Bedarf in späteren Jahren Erweiterungen vorzunehmen. Gerald Meyer ließ nicht unerwähnt, dass Einwohner – sie wurden unter anderem bei einer Bürgerversammlung nach ihrer Meinung gefragt – auch Gegenargumente vorgebracht haben. Zum Beispiel, dass durch den Neubau am Ortseingang Ackerland versiegelt, der Bezug zum Dorfkern verringert und die Ortschaft auseinandergezogen werde.

Bei der Diskussion meldeten sich vor allem die Gemeinderäte zu Wort, die gegen den Standort neben Fehrmann sind. Zum Beispiel sprach sich Ralf Hupka (CDU) dafür aus, die neue Schule neben der alten zu bauen, „auch aus Umweltaspekten“. Angelika Klose (Freie Wähler) plädierte ebenfalls für das bisherige Schulgelände. Ulrike Mickan (Freie Wähler) hielt dagegen, dass Göda in der Vergangenheit mehrere Schulstandorte hatte, die mit der Zeit zu eng wurden. „Das sollten wir nicht noch mal riskieren“, sagte sie mit Verweis darauf, dass am Ortseingang jede Menge Platz sei und es finanziell keinen Unterschied mache, an welchem Standort gebaut werde. Christian Löpelt (Freie Wähler) sprach sich dagegen aus, dass die Gemeinde jetzt schon die Grundstücke neben der Bäckerei kauft, da nicht sicher sei, ob sie sich den Schulneubau überhaupt jemals leisten könne.

Gerechnet wird mit Kosten zwischen fünf und sechs Millionen Euro. Nachdem die Entscheidung zum Standort gefallen ist, werden als nächstes die Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben. Liegen die notwendigen Unterlagen vor, will Göda Fördermittel beantragen. Mit einem Baubeginn wird nicht vor 2021/2022 gerechnet.