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Neue Hotels sollen Winter-Touris locken

Auch jetzt zur Winterzeit finden sich Campingfreunde wie Jacqueline und Knut Rädisch aus Maxen bei Pirna und Heike und Dieter Bernert aus Freital auf dem Campingplatz Kollm-Nord. Hier, am Stausee Quitzdorf, spielen frostige Temperaturen für sie keine Rolle.

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Von B. Donke und S. Tietz

Auch jetzt zur Winterzeit finden sich Campingfreunde wie Jacqueline und Knut Rädisch aus Maxen bei Pirna und Heike und Dieter Bernert aus Freital auf dem Campingplatz Kollm-Nord. Hier, am Stausee Quitzdorf, spielen frostige Temperaturen für sie keine Rolle. Die Winterausstattung im Wohnwagen macht’s warm und gemütlich. „Wintercamper“ schätzen vor allem die Ruhe, die sie in dieser Jahreszeit am See haben.

Doch der Campingplatz am Stausee ist nur einer der wenigen, der in der Wintersaison Touristen beherbergt. „Wir haben von November bis Mai zu“, sagt Ursula Heller, deren Campingplatz in Weißkeißel Haide in den kalten Monaten ruht. „Wenn wir Touristen im Winter beherbergen wollten, müssten wir komplett umrüsten“, sagt sie. Das lohne sich einfach nicht, da die Nachfrage zu gering sei. Das ist nicht nur auf Campingplätzen so.

„Die Niederschlesische Oberlausitz bietet kaum Reize für den Wintertourismus“, sagt Maja Daniel von der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesien-Oberlausitz (ENO) mit Sitz in Bad Muskau. Allerdings soll sich das in den nächsten Jahren ändern.

Parkstadthotel lässt hoffen

„Wir unternehmen einiges, um die Region für Auswärtige auch im Winter spannend zu machen“, so Daniel. Sie hofft, dass sich vor allem mit der Eröffnung des Parkstadt-Hotels in Bad Muskau die Bilanz des Wintertourismus bald ändert. Auch in Weißwasser hat Verona Gröschner das Problem der Tourismusbranche in der kalten Jahreszeit erkannt. „Es gibt hier keine Veranstaltungen, die Leute im Winter herlocken“, sagt sie. In der Tourismusinformation in der Bahnhofstraße Weißwasser kann sie zwar jeden Tag Leute von auswärts begrüßen. „Allerdings wissen wir eben nicht, woher sie kommen, wo sie untergebracht sind, und wie lange sie bleiben“, sagt sie.

2010 können man schon gezielter auf den Wintertourismus reagieren. Denn dann habe man auch Vergleichswerte. Da es die Touristinformation erst seit Mitte 2008 gibt, könne sie kaum Aussagen treffen. Verona Gröschner hofft aber auch, dass es allein durch den Tagebau und das Aufblühen der Industriekultur-Tourismusbranche mehr Leute über das ganze Jahr verteilt in die Region zieht. „Das ist ein Markt, auf den wir hier in der Region unbedingt setzen müssen“. Ende Februar sollen erstmals Umfragen in den einzelnen Weißwasseraner Herbergen starten. „Wir erhoffen uns dadurch aufschlussreichere Daten“, so Gröschner. Doch sowohl Maja Daniel als auch Verona Gröschner sind sich einig, dass momentan der gedämpfte Tourismus in den Wintermonaten noch gebraucht werde. „Viele nutzen die Zeit, um neue Flyer zu gestalten, sich auf Messen zu zeigen und neue Konzepte aufzuschreiben“, sagt Maja Daniel.

Statistik verrät Potenzial

Die Statistik bestätigt zwar die Aussagen der Expertin, lässt aber auch aufhorchen. Denn immerhin sind es in den Wintermonaten fast in jedem Jahr mehr Tage, die die Leute in den Unterkünften verbringen. So betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Muskau im Sommer 2008 nur 2,2 , im Winter aber 2,7 Tage. „Ein interessanter Aspekt“, sagt Gröschner, die die Zahlen bisher noch nicht kannte. „Das sollte man untersuchen.“