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Zittau

Neue Ideen für alte Häuser

Zum Tag des offenen Denkmals haben Besucher in Zittaus Innenstadt viel entdecken können. Einige Gebäude durften erstmals bestaunt werden. 

Besucher schauen sich das Eckgebäude Zeichen-/Innere Oybiner Straße in Zittau an. Dafür hat die Stadtentwicklungsgesellschaft einen Wettbewerb veranstaltet
Besucher schauen sich das Eckgebäude Zeichen-/Innere Oybiner Straße in Zittau an. Dafür hat die Stadtentwicklungsgesellschaft einen Wettbewerb veranstaltet © Rafael Sampedro

Sie sind zum ersten Mal beim Tag des offenen Denkmals dabei: Die drei Häuser an der Inneren Oybiner Straße/Ecke Zeichenstraße. Obwohl die Zittauer Stadtentwicklungsgesellschaft schon sehr lange nach einem Interessenten dafür sucht, konnte sich bisher noch niemand dafür begeistern. Das berichtet Isabel Vogel vom Geschäftsbereich Stadtentwicklung/Stadterneuerung.

Einer der Gründe könnte der fehlende Platz für Parkplätze sein. Um neue Nutzungsideen zu finden und diesen Mangel etwas auszugleichen, rief die Gesellschaft zu einem Städtebaulichen Wettbewerb unter dem Motto "Zeichen setzen" auf. Daraufhin reichten elf Bewerber ihre Vorschläge ein und eine fünfköpfige Jury wählte die zwei besten aus.

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Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken und Tierfachgeschäfte haben für Sie weiterhin geöffnet. Hier stehen Ihnen 5.000 Parkplätze zur Verfügung.

Den ersten Preis gewann die Leipziger Development 9 GmbH. Sie sieht in dem Ensemble ein als "Zuhause auf Zeit" konzipiertes Haus mit Co-Working-Räumen sowie einem Frühstückscafé mit Biergarten und Studiowohnungen für Gäste der Hochschule Zittau/Görlitz.

Den zweiten Preis bekam das Zwickauer Architekturbüro Hald für die Idee von einem Hostel für junggebliebene Wanderfreunde. Dafür würden die Häuser Innere Oybiner Straße 11 und 13 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Zusammen mit einem Treppenanbau und dem aus denkmalpflegerischer Sicht wertvollsten Gebäude Zeichenstraße 27 bliebe die Straßenansicht dabei weitestgehend symmetrisch.

Ein zusätzlicher Anerkennungspreis ging an das Görlitzer Architekturbüro Weise. Das stellt sich die drei Häuser als einen Treffpunkt für Lesefreunde unter dem Motto "Wohnen - treffen - lesen" vor. In diesem "Logis Literatura" genannten Entwurf sind Regale die bestimmende Idee. Sie finden sich zum Beispiel als Bücherregale im Treppenhaus oder auch als Fassadenthema an den Balkons. Leider sei diese Idee aus brandschutztechnischen Gründen nicht umsetzbar, sagt Isabel Vogel, aber so interessant, dass sie eine Anerkennung verdient habe.

Als Nächstes soll eine Machbarkeitsstudie zeigen, ob die verschiedenen Ideen wirtschaftlich darstellbar sind. Danach will die Stadtentwicklungsgesellschaft einen Investor finden, der sich von einem der Konzepte überzeugen lässt. Wer die drei Sieger-Entwürfe zum Denkmalstag nicht gesehen hat, kann das in der nächsten Zeit in den Räumen der Gesellschaft tun.

Am Tag des offenen Denkmals gab es aber noch viel mehr zu sehen. Besonders großer Andrang herrschte an der Uhreninsel. Dort kamen so viele Leute, dass sie nur zu bestimmten Zeiten rein konnten. In dem Haus sollten demnächst drei Wohnungen und Räume für eine Zahnarztpraxis entstehen. Auch an der Breite Straße 2 sind viele Menschen unterwegs gewesen. Dieses große Gebäude war lange Zeit als Domizil für das Technische Rathaus im Gespräch. Nun steht es zum Verkauf. Die Stadtverwaltung Zittau hofft auf einen Investor.

Eher unbekannt dürfte dagegen das Haus in der Reichenberger Straße 26 sein. Auch hier sollen bald Wohnungen entstehen und vielleicht ein Laden einziehen. Besitzer ist der Verein "The Age of Mind". Die vier Mitglieder leben in Seifhennersdorf. Eines der Vereinsziele sei es, neues Leben in die Städte zu bringen und gleichzeitig das Stadtbild zu verschönern, sagen die jungen Leute. Sie haben bereits mehrere Häuser in Angriff genommen und bauen seit gut einem Jahr in Zittau.

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