merken
PLUS Pirna

Neue Kita wird in Rekordzeit fertig

Die Einrichtung "Am Reitplatz" in Pirna entsteht in gerade einmal fünf Monaten. Sie bleibt voraussichtlich nicht der letzte Kita-Neubau.

Neue Kita "Am Reitplatz" in Pirna: Optisch von einem Massivbau kaum zu unterscheiden.
Neue Kita "Am Reitplatz" in Pirna: Optisch von einem Massivbau kaum zu unterscheiden. © Stadt Pirna

Hinter der Sporthalle des Schiller-Gymnasiums an der Seminarstraße in Pirna erstreckt sich ein großes Grundstück, leichte Hanglage, bevor das Gelände etwas steiler zur Hohen Straße ansteigt. Anfang April dieses Jahres war das Areal zwar schon planiert und für ein großes Bauvorhaben vorbereitet, zu sehen gab es aber noch nichts. 

Nun, knapp dreieinhalb Monate später, lässt sich schon gut erkennen, was auf diesem Gebiet entsteht, und es zeichnet sich ab, dass das Projekt wie geplant im August nach einer Rekordbauzeit von reichlich fünf Monaten fertig wird. Diesen Termin gilt es unbedingt zu halten, spätestens im September soll das Gebäude bezogen werden.

Anzeige
Palais Sommer wird immer beliebter!
Palais Sommer wird immer beliebter!

Am kommenden Freitag startet Dresdens beliebtes eintrittsfreies Festival für Kunst, Kultur und Bildung bereits in sein viertes Wochenende.

Pirna lässt hinter der Sporthalle die neue Kindertagesstätte "Am Reitplatz" bauen, der Name leitet sich vom gleichnamigen Bebauungsplan für dieses Gebiet ab. 100 Kinder können dort einmal betreut werden, das Haus beherbergt 76 Kindergarten- und 24 Krippenplätze. Betrieben wird die Einrichtung von der Diakonie.

Flotter Fortschritt dank Modulbauweise

Was den Bau so flott voranschreiten lässt, ist die spezielle Bauweise. Die Kita entsteht aus einzelnen vorgefertigten Modulen, die die Fachleute auf der Baustelle zusammenfügen und komplettieren. 18 Module insgesamt bilden das Gebäude mit zwei Etagen, ein solches Modul misst in der Grundfläche 16 mal vier Meter und wiegt 25 Tonnen. "Wir haben uns dafür entschieden, weil wir so schneller vorankommen als mit einer konventionellen Massivbauweise", sagt Pirnaer Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos).

Gute Erfahrungen mit dieser Bauweise sammelte die Stadt bereits beim Hort "Die Schlaufüchse" in Copitz, der ebenfalls aus Fertigteilen montiert wurde. Der Bau dauerte von der Grundsteinlegung bis zur Fertigstellung ebenfalls nur reichlich fünf Monate.

Gefertigt werden die Module für die neue Kita von der bayerischen Firma "empower modular GmbH". Sie lässt die Bauteile im tschechischen Karlsbad produzieren. Trotz der coronabedingten Grenzschließung konnten die Elemente pünktlich geliefert werden, im Mai stand der Rohbau.

Die Handwerker verschweißten die Einzelteile, deckten sie mit einem einheitlichen Dach und installierten eine Wärmedämm-Fassade. Wenn das Haus fertig ist, lässt es sich optisch kaum noch von einem Gebäude in klassischer Massivbauweise unterscheiden.

Künftiger Eingangsbereich der neuen Kita: Platz für 100 Kinder.
Künftiger Eingangsbereich der neuen Kita: Platz für 100 Kinder. © Daniel Schäfer

Die Diakonie hat das Personal beisammen

Nach Aussage der Stadt arbeiten die Fachleute derzeit am Innenausbau. Sie fliesen Sanitär- und Küchenbereiche, verlegen Fußbodenbelag in allen Räumen, installieren die Elektrotechnik sowie Toiletten und Waschbecken. 

Parallel dazu entstehen die Spiel- und Außenanlagen. Derzeit bereiten die Arbeiter die Fallschutzbereiche an den einzelnen Spielgeräten vor und fassen sie mit Pflastersteinen ein. Der Zaun um das Grundstück herum steht in Teilen schon und wird in Kürze vervollständigt. Ab Mitte Juli richten die Bauleute den großen Parkplatz neben der Sporthalle wieder her, der bislang gesperrt ist, weil über diesen Bereich das Baumaterial angeliefert wurde. 

Um die komplette Inneneinrichtung einschließlich der Möbel und der Ausstattung für Kinder- und Ausgabeküche kümmert sich die Diakonie selbst. Nach Aussage von Diakonie-Geschäftsführer Tobias Oertel ist das Team startklar, etwa 30 Mitarbeiter werden es einmal im Haus sein. 

Defizit an Kita-Plätzen

Die neue Kita war erforderlich, weil die Geburtenzahlen in Pirna nach wie vor anhaltend hoch sind und zudem viele junge Familien mit Kindern in die Stadt ziehen. Damit steigt auch der Bedarf an Betreuungsplätzen, doch das bislang vorhandene Angebot war weitgehend ausgereizt. Vor allem im Bereich Altstadt, so ergab eine Analyse des Rathauses, bestand noch ein Defizit. Laut der Stadt wird es 2020 in diesem Gebiet über 900 Kinder im Krippen- und Kindergartenalter geben. Daher beschloss der Stadtrat im Herbst 2018, das Platzangebot zu erweitern. "Um unsere Familien weiter zu stärken, soll auch zukünftig jedes Pirnaer Kind eine gute und zuverlässige Betreuung erhalten. Deswegen baut die Stadt das Angebot kontinuierlich und zügig aus", sagt Hanke.

Den Ausbau des Betreuungsnetzes lässt sich Pirna einiges kosten. Die neue Kita "Am Reitplatz" kostet 3,2 Millionen Euro. Sie ist auch deswegen so teuer, weil das Grundstück am Hang liegt und es aufwendig war, das Areal zu erschließen. Für die Einrichtung bekommt Pirna 1,25 Millionen Euro Fördermittel vom Bund und 125.000 Euro vom Landkreis. 

Millionen fürs Betreuungsangebot

Angesichts der weiteren Entwicklung wird es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Pirna Geld in eine neue Kita investiert. Aufgrund der Geburtenzahlen und Zuzüge ist die Stadt auch getrieben, neue Plätze zu schaffen. Vorgesorgt hat das Rathaus bereits: Auf dem Gelände "Am Reitplatz" ist noch ausreichend Platz für eine zweite, baugleiche Kita.

Hinzukommt: Auf dem Gelände der ehemaligen Fleischfabrik an der Max-Schwarze-Straße will ein Investor ein neues Wohngebiet entwickeln, vorgesehen sind 15 Mehrfamilienhäuser. Wann gebaut wird, steht noch nicht fest, aber zumindest ist im östlichen Teil des Areals eine weitere Kita vorgesehen.

Schon die vergangenen Jahre waren geprägt von gewaltigen Investitionen für Betreuungsplätze. So ließ Pirna 2016/17 die Kita "Spieloase" in Copitz  mit 30 Plätzen für 950.000 Euro sanieren, das Projekt ließ sich nur mithilfe zahlreicher Spendengelder stemmen.

Der ASB Königstein bekam inzwischen auf der Lindenstraße in Copitz zusätzlich zur Kita "Spatzennest" ein weiteres Gebäude dazu.

Im Herbst 2017 ging der neue Hort "Die Schlaufüchse" in Copitz mit 186 Plätzen in Betrieb. Kosten: etwa drei Millionen Euro. Weil das Geld damals im Etat nicht eingepreist war, baute die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP) den Hort und vermietet ihn an die Stadt. 

Und im Sommer 2018 eröffnete die neue Kita "Farbenspiel" mit 155 Plätzen - ebenfalls in Copitz. Kosten: 3,14 Millionen Euro.

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier. 

Täglichen kostenlosen Newsletter bestellen. 

Mehr zum Thema Pirna