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Meißen

Neue Kiwi und 100 Tomatensorten

Nach der Sommerpause findet am Herrenhaus in Staucha wieder ein Markttag statt. Und da gibt es etwas Besonderes.

„Red Beauty“ – die neue Kiwi-Sorte – gibt es am Sonnabend in Staucha beim Markttag.
„Red Beauty“ – die neue Kiwi-Sorte – gibt es am Sonnabend in Staucha beim Markttag. ©  privat

Stauchitz. Am Wochenende verwandelt sich Staucha zu einem kulturellen Kleinod. So findet am Sonnabend im Rittergut der erste Markt nach der Sommerpause statt. Von 8 bis 13 Uhr gibt es viele saisonale Angebote. „Ein besonderer Höhepunkt ist das Krauthobeln“, sagt Marktleiterin Ines Schmetzer. 

Der Verein „Zum Rittergut Staucha“ setzt vor den Augen der Besucher frisches Sauerkraut nach Omas Rezept an. Der Traditionsbäcker rundet den Markttag mit einer Aktion „Frischer Pflaumenkuchen“ ab. Zum Tag des offenen Denkmals öffnen am Sonntag in Staucha von 13 bis 17 Uhr die Ateliers der ortsansässigen Künstler, die Kirche sowie im Rittergut die Heimatstube und die Bibliothek von Peter Sodann. Den Sonntagskaffee gibt es in der Caféstube.

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Zum Markttag wird auch eine neue Sorte sächsischer Kiwipflanzen vom Züchter Werner Merkel aus Chemnitz angeboten. Mit dem Klimawandel hat es nun wirklich nichts zu tun, dass auch in hiesigen Gegenden Kiwis angebaut werden. Die Früchte stammen ja ursprünglich aus Neuseeland. Doch die Sträucher, die es am Sonnabend zum Stauchaer Markttag das erste und letzte Mal in diesem Jahr dort gibt, sind etwas Besonderes. Die von Werner Merkel, dem „Kiwi-Mann aus Chemnitz“, gezüchteten Sorten, sind winterhart, sie vertragen Fröste von bis zu minus 30 Grad Celsius.

Für die meisten Gartenliebhaber gibt es nur eine Kiwi, es ist die der großfruchtigen und grünfleischigen Sorten des Kultur-Strahlengriffels (Actinidia deliciosa). Doch insgesamt gibt es über 40 verschiedene Strahlengriffel-Arten. Viele mit sehr wohlschmeckenden und unbehaarten Früchten – bestens geeignet für die Obstproduktion und den Anbau in ihrem Hausgarten oder Balkon.

Die Minikiwi ist eine eigenständige Obstart aus der Familie der Strahlengriffelgewächse. Die Rankpflanze bringt glattschalige Früchte hervor. Vom Wuchs her genau wie die Kultur des Weines, aber dagegen völlig winterhart, da die Heimat dieser Rankpflanzen in Sibirien, der Taiga und Nordchina zu finden ist. Aufgrund der kurzen Sommer in ihren angestammten Gebieten reifen die köstlichen Früchte bei uns im September bis Oktober an der Pflanze aus. Ein Nachreifen im Lager entfällt.

Die Früchte sind dünnschalig wie eben Weintrauben oder Pflaumen, haben aber wesentlich mehr Vitamin C und Vitalstoffe als ihre großen Verwandten. Sie haben ein viel besseres Aroma als die langgereifte Handelsware. Bei Anpflanzung ist zu beachten, dass Actiniden zweihäusig sind. Es gibt also rein männliche und rein weibliche Pflanzen. 

Wer Früchte ernten möchte, benötigt Pflanzen von beiderlei Geschlecht. Dabei genügt eine männliche Befruchterpflanze für die Bestäubung von sechs weiblichen Pflanzen, auch wenn es sich dabei um unterschiedliche weibliche Sorten handelt. Wer die Sachsen-Kiwis ernten will, muss jedoch Geduld haben. Es dauert zwei bis drei Jahre, bis die Sträucher Früchte tragen. Dann aber ist die Ausbeute riesig. Bis zu 20 Kilogramm können pro Strauch geerntet werden. Die Hauptreifezeit setzt Mitte September ein und schließt meist mit den ersten Frösten ab.

An Merkels Kiwi-Stand wird es dieses Jahr eine Neuzüchtung geben. Es ist die „Red Beauty“, eine sehr winterharte italienische Sorte. Sie hat den extrem guten Geschmack einer grünen Kiwi und ist in der Schale leicht rötlich gefärbt. Auch der Ertrag ist sehr hoch und stabil.

Es gibt natürlich nicht nur Kiwis auf dem Markt. „Uns ist es kurzfristig noch gelungen, eine Anbieterin zu finden, die 100 Tomatensorten zur Verkostung und zum Verkauf anbietet. Auch Samen kann man kaufen und im nächsten Jahr seine eigenen Pflanzen ziehen“, sagt Marktleiterin Ines Schmetzer.

Der traditionelle Markttag in Staucha, der von der Gemeinde organisiert wird, findet nicht mehr jeden Monat statt. Im Juli und August ist Sommerpause, weil da zu wenige Händler und Besucher kommen. Auch im Januar gibt es keinen Markttag, weil dann in der Markthalle eine Rassegeflügelschau stattfindet.

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