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Neue Kneipe für Studenten

Gewerbe. Den D-Keller in Zittau gibt es nicht mehr. Es lebe die „DeZi-Bar“. Bereits im Dezember soll diese eröffnet werden.

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Von Thomas Christmann

Große Pläne haben die Vorsitzende Beatrice Kutschke und die anderen neun Mitglieder. Farbenfroher und freundlicher sollen die Räume der neuen „DeZi-Bar werden. „Alles, was von dem alten Keller ist, wollen wir umkrempeln“, sagt Kutschke. „In keiner Weise wollen wir in Verbindung mit dem D-Keller gebracht werden“, fügt die 23-Jährige hinzu.

56 000 Euro Steuerschulden

Dabei war sie stellvertretende Vorsitzende des ehemaligen D-Kellers, seit sie ihr Übersetzungs-Studium in der Richtung Englisch-Tschechisch im Oktober 2005 begann. Der damalige Vorsitzende Martin Meine stieg aber im März dieses Jahres aus. „Er hatte wohl das Gefühl, ihm würde kein Vertrauen mehr entgegengebracht“, so die Studentin heute. Sie bekam den neuen Vorsitz. Zur gleichen Zeit erschien aber auch ein Steuerprüfer bei ihnen, der feststellte, dass in den Jahren 2001 bis 2003 keine Steuerzahlungen erfolgten. So erfuhr Beatrice Kutschke nach und nach von einer vorläufigen Insolvenz im Jahre 2002. „Die Sache schien sehr verzwickt, da der alte Vorstand keinen Steuerberater hatte und es schleifen ließ“, sagt die 23-Jährige. Somit kam eine Steuerschuld von 56 000 Euro auf den Verein zu. Eine neue Insolvenz stand bevor. Folgende Optionen boten sich dem Verein: Entweder ihn neu gründen oder unter dem alten Namen weiterführen und die Schulden zurückzahlen. „Wir versuchten den D-Keller vorerst zu retten, doch die Schulden waren zu hoch“, so Kutschke.

Der Insolvenzverwalter prüfte täglich. Im Juni dieses Jahres dann der Entschluss zur Schließung. „Wir bekamen auch Druck vom Studentenwerk als Vermieter der Räume“, berichtet sie. Als Sicherheitsmaßnahme tauschte das Werk die Schlösser aus. Anschließend ließ der Insolvenzverwalter das Inventar schätzen und kam auf eine Summe unter 2 000 Euro.

Um die Räume nicht ungenutzt leer stehen zu lassen, kaufte das Studentenwerk das Inventar und schrieb den Betrieb eines Studentenkellers aus. „Außer den Mitgliedern des alten Vereins meldete sich niemand“, weiß die 23-Jährige.

Vereinsregisternummer fehlt

Dann ging alles sehr schnell. Noch im September gründeten die Studenten den neuen Verein „DeZi-Bar“ unter Vorsitz von Beatrice Kutschke. Das D steht für das Wohnheim und Zi für Zittau. „Wir wollten eine Verbindung zwischen Namen und Standort schaffen“, sagt sie. So kam es auch zum Gespräch mit Hannelore Stephan, der Leiterin des Kulturbüros für Studentenwerke. „Sie wollte uns persönlich kennenlernen und unser Konzept vorgestellt bekommen“, so die 23-Jährige.

So sind zum Beispiel eine neue Bar und Küche geplant. „Die alte hat das Hygieneamt nicht mehr abgenommen“, sagt Kutschke. Auch sollen die Gewölbe mit weißen Tüchern bestückt und von unten angestrahlt sowie die Bänke in hellerer Farbe gestrichen werden. „Das schafft mehr Gemütlichkeit“, sagt sie schmunzelnd.

Den zweiten hinteren Raum wollen die zehn Mitglieder wie den ersten gestalten. „Der Boden wird eingeebnet und gleich aussehen“, sagt die Studentin. Anschließend sollen dort zwei abgedunkelte Chill-Out-Ecken entstehen, wo die Studenten bei einer gemütlichen Wasserpfeife entspannen können. „Wir finanzieren das durch private Veranstaltungen und den Fasching“, sagt sie. Der erste Raum soll schon zur Eröffnung fertig sein. „Aber noch fehlt es uns an der Vereinsregisternummer“, sagt Beatrice Kutschke enttäuschend. „Solange die nicht da ist, können wir nicht aufmachen“, fügt sie hinzu. Schon seit September warten die Mitglieder auf die Registrierung, doch die zuständige Mitarbeiterin sei krank.

„Wir hoffen, im Dezember öffnen zu können“, wünscht sie sich. Der Verein ist aber jederzeit für neue Mitglieder offen, denn schließlich wollen sie dann sechs Tage die Woche von 20 bis 1 Uhr öffnen. „Wir testen aber einen Monat lang, welche Abende am Besten laufen“, so Kutschke.