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Neue Läden öffnen in Pirna trotz Corona

Auf Kreative wartet "Zauberhaft Handgemacht". Bei "Kaffee auf Fahrrad" gibt es das Beste aus zwei Welten. Nur ums Kaufen geht es aber dort nicht.

Thorsten Mackowiak managt das neu eröffnete Café für Fahrradkultur in der Pirnaer Innenstadt.
Thorsten Mackowiak managt das neu eröffnete Café für Fahrradkultur in der Pirnaer Innenstadt. © Daniel Schäfer

Die Corona-Krise macht der Wirtschaft stark zu schaffen - vorübergehende Schließungen, Umsatzrückgang, Einschränkungen. Aber es gibt auch Lichtblicke. Trotz Pandemie und des gerade überstandenen Lockdowns haben jetzt in Pirna zwei neue Geschäfte eröffnet. 

In der Schmiedestraße 26 trifft ab sofort Kaffee auf Fahrrad. Eigentlich gibt es das Café für Fahrradkultur schon seit dem 15. März. "Doch dann kam Corona und wir mussten sofort wieder schließen", berichtet Thorsten Mackowiak, der den Laden managt.  Mitte Mai konnte erst wieder eröffnet werden. Seitdem brummt es in dem Geschäft. 

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Im Angebot sind zahlreiche Kaffeespezialitäten, aber auch Softgetränke, Bio-Weine sowie Bio-Smoothies. Außerdem können die Gäste sich hochwertige Fahrräder anschauen beziehungsweise kaufen wie auch Fahrradzubehör, das der Laden ebenso anbietet. "Sowohl Fahrrad wie Kaffee haben ganz viel mit Emotionen zu tun und passen deshalb gut zusammen", erklärt Mackowiak. 

Getränke to go in Reishülsenbechern

Es geht ihm nicht um den reinen Kommerz. Vielmehr möchten er und Inhaber Matthias Damm den Gästen ein gemütliches Ambiente bieten und sie zum Nachdenken anregen. "Das Fahrrad ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Brauchen wir wirklich ein Auto? Was kann jeder einzelne für die Umwelt und für das Klima tun? Auch um solche Fragen geht es uns", beschreibt Mackowiak das Anliegen und die Botschaft des neuen Geschäftes. 

Die Produktpalette spiegelt diese Haltung der beiden Unternehmer wider. Bei den Kaffeespezialitäten wird auf Nachhaltigkeit geachtet. Alle Produkte sind fair gehandelt. Die Becher für das To-Go-Angebot wurden aus Reishülsen gefertigt und sind folglich wiederverwendbar sowie kompostierbar. 

Im Ladenlokal finden zehn Gäste Platz, draußen gibt es acht Plätze. Geplant ist, dass am Wochenende selbst gebackener Kuchen verkauft wird und später auch Fahrradbekleidung der eigenen Hausmarke. 

Bikes dem Käufer angepasst

Bereits seit der Eröffnung finden viele Gäste den Weg in das neue Fahrradcafé. Deshalb soll das Geschäft erweitert werden. "Wir liebäugeln mit dem leerstehenden Laden schräg gegenüber vom jetzigen Standort",  sagt der Manager. Dort soll dann auch die Geschäftsidee unter anderem um Bikefitting ausgebaut werden. Unter Bikefitting versteht man, dass sich der Kunde ein Fahrrad kauft, welches individuell auf seine Bedürfnisse zugeschnitten wird, zum Beispiel die Sitzposition und die  Winkeleinstellungen. Außerdem wollen Damm und Mackowiak künftig eine Zeitung für Radfahrer herausgeben, die einmal im Quartal erscheint und kostenlos ist. Geplant ist weiterhin, das Geschäft um eine Werkstatt mit Reparatur-Service zu erweitern, und es sollen geführte Biketouren angeboten werden. 

Zu den Kunden gehören bisher hauptsächlich Touristen, die jetzt wieder  Pirna besuchen. Pirnaer selber kämen bisher eher zurückhaltend in das Geschäft, bedauert Mackowiak. Damit sich das ändert, lädt das Café am 11. Juli zu einer Eröffnungsfeier von 10 bis 18 Uhr ein, unter anderem mit einer Tombola, einem Fahrrad-Trail sowie Bikefitting. 

Geschäftsmodell stammt aus Nizza

Um die Entstehungsgeschichte des neuen Cafés mit  hohem Umweltanspruch zu erklären, muss etwas weiter ausgeholt werden. Thorsten Mackowiak zog 2015 nach Pirna, weil hier auch seine Familie lebt. Ursprünglich stammt der studierte Medizin-Informatiker aus Münster. 2014 managte er zwei Schlösser in der Region Eilenburg, wo er den ortsansässigen Unternehmer Matthias Damm kennen lernte. Beide fanden schnell heraus, dass sie die Leidenschaft des Fahrradfahrens teilen. "Wir machten zusammen eine Tour durch Frankreich und entdeckten in Nizza ein Café, das Räder sowie Zubehör verkaufte. Diese Idee fanden wir super und haben sie in Pirna kopiert", berichtet Thorsten Mackowiak. 

Warum er sich selber so gerne in den Sattel schwingt? Aus Umweltgründen. "Aber ich bekomme beim Radfahren auch den Kopf frei und habe eine Rückbesinnung auf das, was ich in der Natur gesehen habe. Beim Autofahren schießt alles schnell vorbei", sagt der Pirnaer.   

Kreatives aus Holz und Blumen

Silke Härtig hat in Pirna den Kreativ-Laden Zauberhaftes Handgemacht eröffnet.
Silke Härtig hat in Pirna den Kreativ-Laden Zauberhaftes Handgemacht eröffnet. © Daniel Schäfer

Nicht nur mitten in der Altstadt ist ein neues Geschäft dazukommen. An der Clara-Zetkin-Straße 14 in Pirna eröffnete Silke Härtig vor Kurzem ihren Kreativ-Laden unter dem Namen Zauberhaftes Handgemacht. In dem Geschäft bietet sie unter anderem  Kunstwerke aus Holz in Verbindung mit Blumen und Kerzen an. Silke Härtig ist gelernte Floristin und verkauft bereits seit einigen Jahren ihre handgefertigten Produkte auf Märkten in der Region. "Viele Kunden fragten, warum ich nicht einen festen Laden mit meinem Kunsthandwerk eröffne und brachten mich somit auf diese Idee", berichtet Silke Härtig. 

In ihrem neuen Geschäft möchte sie künftig auch Workshops anbieten und anderen Kunsthandwerkern einen Platz zur Präsentation ihrer Ware geben. "Ich hoffe, mein Geschäft entwickelt sich zu einem Treffpunkt für Menschen, die Sinn für Kreativität haben und sich gerne austauschen wollen", sagt Silke Härtig. 

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