merken

Neue Mängel am Gymnasium Plauen

Das Notstromaggregat ist kaputt. Nicht nur Schüler sind gefährdet. Saniert wird nicht.

© steffen füssel, steffen fuessel

Von Annechristin Kleppisch

Anzeige
Edelmetalle und Dokumente sicher lagern

Ein aus dem Ruder laufendes Finanzsystem verunsichert viele. Wem ist es schon gelungen, Schulden mit Schulden zu bezahlen, ohne am Ende insolvent zu sein?

Im maroden Gymnasium Plauen gibt es neue Probleme. Nun ist das Notstromaggregat kaputt. Bei Havarie oder Brand funktioniert nun keine Notbeleuchtung mehr. Damit werden im Notfall eigentlich die Fluchtwege beleuchtet. Am Tag ist das erst einmal kein Problem. Jetzt in der Sommerzeit ist es hell, wenn die Schüler im Gymnasium lernen. Von der kaputten Anlage sind die Vereine betroffen, die am Abend die Räume der Schule nutzen. Der Neue Chor Dresden probt zum Beispiel montags und mittwochs in der Aula. Die Proben fallen aus. Auch der vom Förderverein des Gymnasiums organisierte morgige Plauensche Abend steht vor dem Aus. „Ein Schadensfall, bei dem das Aggregat wichtig ist, ist zwar unwahrscheinlich. Aber wenn er doch eintritt, will ich nicht die Verantwortung tragen“, sagt Schulleiter Uwe Hofmann. Den Vereinen hat er daher abgesagt.

© André Wirsig

Das denkmalgeschützte Gebäude an der Kantstraße ist das große Sorgenkind in Plauen. Schon lange ist der schlechte Zustand bekannt. Die Probleme häufen sich. Ein Wasserrohrbruch zerstörte die Bibliothek. Im Erdgeschoss stürzte in einem der Zimmer ein Teil der Decke ein. Der Fußweg hinter der Schule ist gesperrt. In den oberen Etagen stolpern Schüler und Lehrer über kaputte Dielen.

Doch eine Lösung gibt es nicht. Die Stadt will kein Geld für die Sanierung ausgeben. Damit mehr Schüler hier lernen können, ist ein Anbau zur Schule geplant. Der Altbau bleibt unsaniert. Es wird nur ausgebessert, Wände werden gestrichen und im Notfall die Schäden repariert. Lehrer, Schüler und Eltern wehren sich dagegen. Die Kinder bildeten eine Kette um das Schulhaus. Am Donnerstag protestieren sie erneut vor der Stadtratssitzung. Unterstützt werden sie von den Ortsbeiräten aller Fraktionen. Bisher ohne Erfolg.

Den brauchen die Plauener auch bei einer anderen Schule. Die 49. Grundschule auf der Bernhardstraße muss ebenfalls dringend saniert werden. Dafür hat die Stadt 2,55 Millionen Euro eingeplant. Gebaut wird trotzdem vorerst nicht. Denn seit Kurzem steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Jetzt wird geprüft, wie und was unter diesen Umständen überhaupt saniert werden kann. Ob das Geld dafür noch ausreicht, ist noch unklar.