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Neue Maschinen für leichtere Arbeit und bessere Luft

Innerhalb von zwölf Monaten soll die Tischlerei in der JVA saniert werden. Dafür investiert der Freistaat rund 425000 Euro.

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Von Cathrin Reichelt

In der Tischlerei der Justizvollzugsanstalt (JVA) arbeiten seit Oktober vergangenen Jahres wesentlich mehr Männer als üblich. Neben den Gefangenen, die Kleiderbügel und Teile für Nussknacker herstellen, sind auch Klempner, Elektriker und andere sächsische Handwerker in dem vierstöckigen Gebäude zu Gange. „Das Haus wird nach modernen ökologischen Gesichtspunkten umgebaut“, erklärt Joachim Kreyß, Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit in der JVA. Der Umbau erfolgt bei laufendem Betrieb mit einer leicht eingeschränkten Produktion.

Späne werden abgesaugt

Die ersten Veränderungen sind bereits von außen sichtbar. Ein großer Kran war nötig, um die neue Be- und Entlüftungsanlage mit Späneabsaugung hinter der Tischlerei aufzustellen. Der silberne Koloss mit zahlreichen Rohren, die teils im Gebäude und teils in einem großen Container verschwinden, sorgt für ein besseres Klima in den Räumen. „Der Gefangene, der hier arbeitet, sieht keinen Span mehr. Die werden alle sofort an den Maschinen abgesaugt“, sagt Jens Buchmüller, der in der JVA angestellte Meister der Tischlerei. Bisher mussten rund zwei Kubikmeter Holzspäne pro Tag per Hand entsorgt werden. Jetzt sammeln sich die kleinen Teile in dem Container. Ist er voll, wird er ins Erzgebirge transportiert. In ein Unternehmen, für das die JVA-Tischlerei produziert, werden die Späne zu Heizpellets verarbeitet.

Die neue Anlage hat aber noch einen weiteren Effekt. „Sie dient für die Tischlerei zur Wärmegewinnung“, so Buchmüller. „Die Luft, die beim Ansaugen der Späne hinausgezogen wird, kommt über ein anderes Rohr zurück in die Werkstätten. Dabei gehen maximal 20 Prozent verloren.“

Fensterbauer sind abgeschirmt

Ebenfalls von außen sichtbar sind die neuen Fenster. Sie lassen sich jetzt hinter den Gittern öffnen. Das war bisher nicht möglich. Außerdem erhalten zwei Räume im unteren Geschoss zum ersten Mal überhaupt Fenster. Bisher mussten die Gefangenen dort ausschließlich bei Kunstlicht arbeiten. An der Stelle, an der die Fensterbauer gerade arbeiten, trennt innen eine Holzwand mit verschließbarer Tür den Raum von der Außenwand. Denn unvergittert darf in dem Gebäude eigentlich nichts sein. – Gleichzeitig mit dem Fensterumbau erfolgt auch die Wärmedämmung der Fassade.

Eine Tauchanlage für die Bügel

Da das Objekt von Grund auf saniert wird, erhalten die Räume auch neue Fußböden und einen neuen Anstrich. Die Sanitärbereiche werden ebenfalls modernisiert. „Die Bedingungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes verbessern sich für die Gefangenen enorm“, meint Joachim Kreyß. Außerdem werden sie künftig an den modernsten Maschinen arbeiten, die es in der Tischler-Branche gibt. „Wir bekommen neue Spritztechnik und eine Tauchanlage für die Bügelproduktion“, so Jens Buchmüller. Immerhin werden in der JVA-Tischlerei täglich rund 20000 Kleiderbügel hergestellt, die alle lackiert werden müssen.

Die Umbauarbeiten sollen voraussichtlich im Oktober abgeschlossen werden. Die Kosten dafür betragen rund 425000 Euro. Finanziert wird das Projekt komplett vom Freistaat Sachsen.