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Neue Oberschule Baruth: Die Sporthalle kommt zuerst

Die Planungen zum Umbau der jetzigen Grundschule gehen voran. Bevor es richtig losgeht, müssen noch die Archäologen ran.

So stellen sich die Planer das Gesamtgebäude der zukünftigen Oberschule in Baruth vor. Noch lernen im Altbau von 1950 aber die Grundschüler. Die neue Sporthalle wird zuerst gebaut. Danach wird die alte Sporthalle abgerissen.
So stellen sich die Planer das Gesamtgebäude der zukünftigen Oberschule in Baruth vor. Noch lernen im Altbau von 1950 aber die Grundschüler. Die neue Sporthalle wird zuerst gebaut. Danach wird die alte Sporthalle abgerissen. © Entwurf: Architekturbüro Ehrlich

Baruth. Veränderte Fördermöglichkeiten machen es möglich. Bevor es an die Sanierung und Erweiterung der Schule in Baruth geht, wird die Sporthalle gebaut. Das stand vor einem Jahr noch nicht fest. Doch der Kreistag hat im vergangenen Jahr beschlossen, Förderung über das Programm „Brücken in die Zukunft“ zu beantragen. Valentin Opitz, Leiter des Gebäude- und Liegenschaftsamtes im Landratsamt Bautzen, bestätigt, dass die Fördermittel im Dezember beantragt wurden. „Die Planung steht, jetzt warten wir auf den Fördermittelbescheid, um dann die Planung für die Baugenehmigung weiterzuentwickeln“, sagt Opitz. Die Halle kostet etwa drei Millionen Euro. Das nötige Eigenkapital des Kreises ist im Haushalt eingestellt.

Bevor die neue Sporthalle gebaut werden kann, gibt es noch einige Abstimmungen mit dem Denkmalschutz. „Die Archäologen werden genau untersuchen, ob noch etwas aus vergangenen Jahren zu finden ist“, sagt Valentin Opitz. Hintergrund ist, dass früher im Park das Baruther Schloss gestanden hat. Das Schloss wurde 1949/50 auf Beschluss des Kreises Bautzen abgerissen. 1950 entstand dann die Schule. Der Architekt Wolfgang Rauda hat immerhin an der Rekonstruktion des Dresdner Zwingers mitgewirkt. „Rauda hatte damals schon mit seinem Baustil in Baruth an eine mögliche Erweiterung der Schule gedacht“, sagt Carsten Ehrlich vom gleichnamigen Architekturbüro in Bautzen, das die Modernisierung und den Neubau plant. Allerdings wurde diese Erweiterung nicht umgesetzt.

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So sieht derzeit die Grundschule in Baruth aus. Sie soll zwei Anbauten bekommen, damit später die Oberschüler dort lernen können. 
So sieht derzeit die Grundschule in Baruth aus. Sie soll zwei Anbauten bekommen, damit später die Oberschüler dort lernen können.  © SZ/Uwe Soeder

Ebenfalls zu klären ist noch der Hochwasserschutz. Schließlich fließt das Löbauer Wasser an der Schule vorbei. „Die Schule liegt zwar etwas höher, aber es ist schon grenzwertig“, sagt Valentin Opitz.

Vorgesehen ist dann, dass zuerst die neue Sporthalle gebaut wird, bevor die alte außer Betrieb geht. Schulamtsleiter Georg Richter ist froh, dass dies so erfolgen kann. „Dadurch ist der Schulsport nicht gefährdet und auch die Vereine können die Halle weiternutzen“, sagt Georg Richter. Außerdem können die Grundschüler länger im Gebäude bleiben. Schließlich muss in der Sanierungsphase eine Übergangslösung geschaffen werden, weil ja auch die jetzige Oberschule in Malschwitz noch zur Grundschule umgebaut werden muss. Entstehen wird eine Ein-Feld-Halle für die zweizügige Oberschule. „Später wird die Halle dann mit den Neubauten verbunden, sodass sie multifunktional genutzt werden kann“, sagt Valentin Opitz. Im Landratsamt möchte man den Bau der Sporthalle gern so schnell wie möglich schaffen. „Das hängt aber auch daran, wie schnell wir den Fördermittelbescheid bekommen. Erst danach können die Aufträge ausgeschrieben werden“, sagt Valentin Opitz.

Noch kein Bautermin

Auch der Planungsentwurf der neuen Gebäudeteile ist jetzt soweit, dass die Fördermittel beantragt werden können. Das Geld wird dann in den Haushalt des Kreises eingestellt. „Die Kosten müssen dann angepasst werden. Die Entwicklung der Baukosten müssen wir ja beachten“, sagt Opitz. Vor einem Jahr wurde mit Kosten in Höhe von zwölf Millionen Euro gerechnet. Mit der Aussage, wann Baubeginn sein könnte, hält sich der Chef des Liegenschaftsamtes zurück. „Da sind noch zu viele Unbekannte dabei“, sagt er. Das neue Schulgebäude soll zweigeschossig werden und keine langen Gänge bekommen. Die einzelnen Gebäudeteile sollen durch ein Zentrum verbunden sein, können aber auch voneinander zu trennen sein. „Intelligente Schließsysteme machen das heute möglich“, sagt Carsten Ehrlich. Der geplante Eingangsbereich kann auch für Veranstaltungen wie Schulfest oder Präsentationen genutzt werden. Im Neubau werden vor allem die Fachkabinette mit den dazugehörigen Funktions- und Nebenräumen entstehen.

Der Landkreis Bautzen hat 2017 die Oberschule Malschwitz in seine Trägerschaft übernommen. Nach der Zusammenlegung der Kreise Kamenz und Bautzen im Jahr 2008 war den Gemeinden die Möglichkeit eingeräumt worden, ihre Schulen an den neuen Landkreis zu übergeben. Hintergrund ist, dass der damalige Kreis Kamenz viele staatliche Schulen in seiner Trägerschaft hat. Das war im Kreis Bautzen eher unüblich. Malschwitz hat dann 2012 erstmals die Übernahme beantragt.

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Allerdings hatte die Gemeinde eine Bedingung gestellt. Der jetzige Schulstandort ist für die über 300 Schüler zu klein. Deshalb kam der Standort Baruth ins Spiel. Dort ist eine Erweiterung nach den gesetzlichen Vorgaben für Schulhausbauten möglich, in Malschwitz nicht. Die Oberschule Malschwitz ist die einzige staatliche im Nordosten des Kreises.