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Neue Perspektive gefunden

Schon nach der Lehre als Elektromonteur beim VEB Energiebau Dresden stand für Jens Häfner (38) fest, dass er nicht ewig als Elektriker arbeiten wollte. Er habe überlegt, nach der Meisterschule, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

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Von Sylvia Mende

Schon nach der Lehre als Elektromonteur beim VEB Energiebau Dresden stand für Jens Häfner (38) fest, dass er nicht ewig als Elektriker arbeiten wollte. Er habe überlegt, nach der Meisterschule, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Doch nun wisse er erst, was alles damit verbunden sei. Als Prüffeld-meister der Firma Elektromotoren Partzsch in Döbeln habe er seit dem 1. August eine neue und verantwortungsvolle Aufgabe gefunden. „Vom Spulenbau bis zum fertigen Gerät kontrollieren wir Mitarbeiter des Prüffeldes die Produktion“, erklärt Jens Häfner.

Keine zusätzliche Belastung

Er hatte sein Arbeitsverhältnis bei Elektromeister Wolfgang Rosemann in Leisnig für ein Jahr unterbrochen, um die Meisterschule in Borsdorf in Vollzeit absolvieren zu können. Jens Häfner ist froh, diese Entscheidung getroffen zu haben.

„Ich möchte diese Belastung nicht noch neben dem beruflichen Stress haben“, sagt der Jungmeister. Die ersten zwei Wochen auf der Schulbank seien besonders schlimm gewesen. Aber dann sei das Gelernte schnell wieder ins Gedächtnis gekommen und es habe Spaß gemacht, so Jens Häfner.

Um den Abschluss als Meister zu bekommen, wurde der Elektromonteur auf vier Gebieten geprüft. Dazu gehörten die Praxis, die Fachtheorie, Wirtschaft und Recht sowie der Ausbilderschein. Ein Meisterstück wie es andere Handwerker anfertigen ist bei den Elektromeistern nicht gefragt. „Was wir bauen, ist später einmal nicht sichtbar“, so Jens Häfner. Das Handwerk des Elektrikers gebe es noch nicht so lange und habe deshalb wenig Tradition, so der Elektromeister.

Er habe zur Prüfung montags eine Aufgabe für eine Installation erhalten. Diese musste geplant, gezeichnet, kalkuliert und montiert werden. Freitags erfolgte die Abnahme. Dann verschwand alles wieder. „Mir sind nur Bilder geblieben“, so Häfner. Sonnabends musste er noch Systemaufgaben in Telekommunikation und Programmierung lösen.

Familie gibt Unterstützung

Unterstützung bekam er während seiner Schulzeit in Borsdorf von seiner Familie, von seiner Frau und den zwei Kindern. „In dieser Zeit sind viele Sachen auf der Strecke geblieben. Zum einen habe ich nur Bafög erhalten. Wir mussten uns also finanziell einschränken. Zum anderen habe die Schule viel Zeit in Anspruch genommen“, erzählt Häfner.

Gerade in der Prüfungszeit wären seine Nerven ziemlich angespannt gewesen. Da habe ein beruhigendes Wort schon manchmal gut getan.