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Neue Pläne für die Dresdner Ringstraße

Vorm Gewandhaus soll ein neues Quartier entstehen. Doch die Gestaltungskommission hat noch Änderungswünsche.

An der Ringstraße soll ein neues Quartier entstehen. Zum Rathaus hin (Visualisierung) ist ein Wohn- und Geschäftshaus geplant. Doch die Dresdner Gestaltungskommission hat noch Änderungswünsche.
An der Ringstraße soll ein neues Quartier entstehen. Zum Rathaus hin (Visualisierung) ist ein Wohn- und Geschäftshaus geplant. Doch die Dresdner Gestaltungskommission hat noch Änderungswünsche. © Entwurf O+M Architekten, KLM / Bild Z. Koncz

Dresden. Die Fläche nahe des Pirnaischen Platzes darf als ein innerstädtisches Filetstück bezeichnet werden. Umgeben wird es vom barocken Gewandhaus und dem Dresdner Rathaus. Gegenüber, auf der anderen Seite der St. Petersburger Straße, soll bald die neue Lingnerstadt entstehen. 

Und dennoch sieht diese Fläche an der Ringstraße überhaupt nicht nach einem Filetstück aus. Nur Schotter liegt darauf, Hecken säumen die Brache. Nun aber soll die Bebauung der Immobilie endlich an Fahrt gewinnen. Am Freitag sind die Pläne der Investoren der Dresdner Gestaltungskommission vorgestellt worden.

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Um diese noch unbebaute Fläche an der Dresdner Ringstraße geht es. Seit vielen Jahren wird über eine Bebauung gesprochen. Offenbar gab es aber Unstimmigkeiten zwischen Eigentümern und Projektentwicklern.
Um diese noch unbebaute Fläche an der Dresdner Ringstraße geht es. Seit vielen Jahren wird über eine Bebauung gesprochen. Offenbar gab es aber Unstimmigkeiten zwischen Eigentümern und Projektentwicklern. © Sven Ellger

Demnach ist ein Quartier mit zwei zusammenhängenden, sechsgeschossigen Gebäuden vorgesehen. Das erste, zum Pirnaischen Platz hin, nimmt etwas mehr als die Hälfte des 2.000 Quadratmeter großen Grundstücks ein und soll als Hotel mit rund 200 Betten genutzt werden. Auch eine Tiefgarage ist geplant.

Im zweiten Gebäude, zum Rathaus hin, werden 33 Wohnungen sowie Büros und Gaststätten entstehen. Die Investoren sprechen selbst von einer zurückhaltenden äußeren Gestaltung, wobei das Rathaus das erste Haus am Platz bleibe. Dass es sich um zwei verschiedene Gebäude handle, soll ablesbar sein, weshalb man sich bewusst für zwei verschiedene Fassadenentwürfe entschieden habe. Lediglich das große Dach bildet eine Einheit. Damit habe man sich insbesondere auf das Rathaus bezogen. Auch das hohe Erdgeschosse und das darüberliegende Zwischengeschoss sei eine Hommage an das Nachbargebäude.

Großes Dach und Zwischengeschosse sollen bewusst an die Gestaltung des Neuen Rathauses in Dresden anknüpfen.
Großes Dach und Zwischengeschosse sollen bewusst an die Gestaltung des Neuen Rathauses in Dresden anknüpfen. © Entwurf O+M Architekten, KLM / Bild Z. Koncz

Und wie bewertet die Gestaltungskommission die Pläne? "Wir würdigen, dass sich der Vorhabenträger so intensiv mit dem Ort auseinandergesetzt hat", sagte der Vorsitzende Professor Jürg Sulzer am Freitag. Widerspruchslos hat das Gremium, dem unter anderem Architekten und Stadträte angehören, die Entwürfe aber nicht durchgewinkt. 

So hätten frühere Entwürfe von 2016 durchaus großstädtischer gewirkt. Gemeint ist insbesondere das zum Rathaus gerichtete Gebäude. Damals sollten Erd- und Zwischengeschoss optisch eine Einheit bilden. "Mit der Überarbeitung ist dieser Charakter verloren gegangen", so Sulzer. Die Kommission habe den Vorhabenträger eingeladen, etwas intensiver darüber nachzudenken.

Fassadengliederung bemängelt

Ein weiterer Kritikpunkt: Für Sulzers Geschmack ist die Fassade noch zu wenig differenziert. Auch das sechste Geschoss, das es in früheren Entwürfen nicht gab, sagt ihm weniger zu, wie er am Freitag durchklingen ließ. Was man verhindern müsse, mahnt der Stadtforscher, sei eine moderne, anonyme Architektur, wie sie an der Südseite des Altmarkts entstanden sei. Noch nicht im Klaren sei er sich, ob an dieser Stelle wirklich Wohnungen entstehen müssten.

Frühere Entwürfe sahen vor, dass Erd- und Zwischengeschoss optisch weniger stark getrennt werden, sodass das Erdgeschoss imposanter und großstädtischer wirken würde.
Frühere Entwürfe sahen vor, dass Erd- und Zwischengeschoss optisch weniger stark getrennt werden, sodass das Erdgeschoss imposanter und großstädtischer wirken würde. © Entwurf O+M Architekten, KLM / Bild Z. Koncz

Und wie geht es nun weiter? Zunächst einmal müssen die Projektentwickler die Fläche besitzen. Ein großer Teil gehört der Stadt. Die will ihren Anteil für insgesamt rund 4,5 Millionen Euro verkaufen. Bevor die Stadträte zustimmen werden, wollen sie aber höchstwahrscheinlich die überarbeiteten Entwürfe sehen, in denen die Anregungen der Gestaltungskommission aufgenommen wurden, sagte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Am 20. Mai will sich zunächst der Bauausschuss mit dem Verkauf beschäftigen.

Verkauf schon einmal 2016 beschlossen worden

Der Stadtrat hatte den Verkauf an eine Projektgesellschaft bereits 2016 beschlossen, damals mit dem Ziel einer einheitlichen Bebauung des Grundstücks. Die Projektgesellschaft wollte dies zusammen mit den restlichen Flurstückseigentümern umsetzen. Dann kam es aber anders. Die privaten Eigentümer übertrugen ihr Grund und Boden an einen anderen Entwickler. 

Der neue habe sich laut Stadtverwaltung dann mit dem alten darauf geeinigt, dass jeder seine Flächen selbst bebaut, jedoch abgestimmt und zeitgleich. In den nächsten Wochen soll zudem eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet werden. Die neuen Verhältnisse würden nun einen neuen Verkaufsbeschluss erforderlich machen, so die Stadt.

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Welche Hotelkette einziehen wird, konnte Schmidt-Lamontain (Grüne) am Freitag zwar nicht sagen. Die Projektgesellschaft, die das Hotel bauen will, wirbt auf ihrer Internetseite jedoch mit der Marke Hampton by Hilton, die bereits in der Vergangenheit im Gespräch war. Als Fertigstellungstermin wird dort das erste Quartal 2022 genannt. Die Stadtverwaltung geht allerdings nicht davon aus, dass der Bau noch in diesem Jahr beginnen kann.

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