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Neue Pläne für die Förderschule

Die Diakonie hat für die Schule einen Wettbewerb ausgelobt. Die Ergebnisse sind zu Monatsende in der Großenhainer Orangerie.

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Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Die Diakonie will die Förderschule für geistig Behinderte in Skäßchen umbauen und erweitern. Die gemeinnützige GmbH hatte Flächen vor der Schule von der Stadt gekauft, die mit einem Küchengebäude und einer Art Schuppen bebaut sind. Die Diakonie will nicht nur die Raumstruktur der Förderschule verbessern. „Wir haben ja auch keine Turnhalle in Skäßchen mehr, müssen nach Walda fahren“, so Hans-Georg Müller, der Geschäftsführer. Multifunktionsräume sollen also her.

Um möglichst viele Fachideen für Umbau und Erweiterung zu bekommen, hat die Diakonie im April einen anonymen Architektenwettbewerb ausgelobt. Den betreut der Großenhainer Architekt Konrad Hardt. „Sieben Büros aus der Region wurden dazu eingeladen, sechs haben sich beteiligt“, sagte Hardt jetzt der SZ. Angesprochen wurden vor allem Architekten und Planer, die Erfahrungen im Schulhausbau haben. Die Arbeiten gingen anonym aus Dresden, Radebeul, Riesa und Dallwitz ein. Die Fachleute setzten sich sehr unterschiedlich mit der Neugestaltung des knapp 400 Quadratmeter großen Gesamtgrundstückes auseinander. Vorgaben, etwa zu einem Gebäudeabriss, wurden nicht gemacht, versichert Konrad Hardt.

Ausstellung in der Orangerie

Der Architekt erklärt die Ausgangssituation: Es fehlen Therapieräume, in der für nicht behinderte Kinder errichteten Schule sind zu wenige Behindertentoiletten, im obersten Stockwerk sogar gar keine. Schulleitung und Sekretariat sind in winzig kleinen Zimmern untergebracht. „Überhaupt muss die Verwaltung zusammengefasst werden“, so Konrad Hardt. Auch der Hauptzugang von der Seite ist ungünstig.

Der Sinn des Wettbewerbs besteht also darin, die Raumprobleme durch Einbeziehung der neuen Gebäude architektonisch zu lösen. Die Gesamtkosten eines möglichen Umbaus werden mit einer Million Euro beziffert. Für die ersten drei Preisträger werden Preisgelder von insgesamt 5000 Euro ausgegeben, dazu 700 Euro Bearbeitungshonorar für jeden. „So hat die Diakonie aber für das gleiche Geld sechs statt einen Planungsentwurf“, lobt Konrad Hardt die Vorzüge des Wettbewerbs.

Am 28. August wird ein Preisgericht die Teilnehmerbeiträge bewerten. Ihren Standpunkt äußern dann auch die Schulleiterin Seifert, Pfarrer Frank Seffer, Diakonie-Geschäftsführer Hans-Georg Müller und Detlef Claus, der Leiter der diakonischen Werkstätten. „Die Entwürfe werden auch nach ihren Anteilen für Abriss, Umbau und Neubau bewertet“, sagt Konrad Hardt. Wie sich die Jury entschieden hat, wird der Öffentlichkeit vorgestellt: Am 30. August von 14 bis 18 Uhr und am 31. August von 9 bis 12 Uhr sind die Pläne in der Großenhainer Orangerie zu sehen.

Hans-Georg Müller freut sich auf die Vorschläge der Fachleute. Durch den Hinzugewinn der Flächen, so Müller, sei die Diakonie in der Lage, etwas zu planen, was bisher nicht realistisch war. Der rückwärtige große Schulhof sollte nicht angetastet werden. Auch die Parkflächen sollten nicht zugebaut, sondern erhalten werden.

Baubeginn noch unbestimmt

Wann das beste Ergebnis allerdings umgesetzt wird, kann Müller auch noch nicht sagen. „Es müsste ja erst einmal ein Bauantrag gestellt werden“, meint Hardt.

Im September 2012 hatte die Diakonie das Nachbargrundstück der Förderschule an der Hauptstraße von der Stadt gekauft. Die Turnhalle in Skäßchen wurde von Großenhain ebenfalls, aber an Privatleute, verkauft. Die Fahrtkosten in die Turnhalle Walda sind auf die Dauer ungünstig. Gefordert waren für das Grundstück 23 000 Euro, geboten wurden 25 000 Euro. Die Betreiberin der Küche im Wohn- und Geschäftshaus hat zunächst selbst ein Angebot abgegeben, es aber später zurückgezogen. Die Diakonie hätte den Mietvertrag mit der Gemeinschaftsküche übernehmen müssen.