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Neue Pläne für Weinhübler Fahrradpiste

Der hintere Teil der Anlage am Kaufland liegt derzeit mangels Nutzern brach. Doch nun gibt es welche – wie aus dem Nichts.

Moritz Weber (l.) und seine Freunde fahren mit Enduro-Downhill-Rädern. Zusammen mit Sandro Gratzke (r.) wollen sie den hinteren Teil der BMX- und Skate-Anlage in Weinhübel als Dirt-Jump-Strecke wiederbeleben.
Moritz Weber (l.) und seine Freunde fahren mit Enduro-Downhill-Rädern. Zusammen mit Sandro Gratzke (r.) wollen sie den hinteren Teil der BMX- und Skate-Anlage in Weinhübel als Dirt-Jump-Strecke wiederbeleben. ©  André Schulze

Moritz Weber hat keine Berührungsängste. „Am 5. August haben wir einen Termin beim Oberbürgermeister“, sagt der Zwölf-jährige. Er klingt dabei, als sei das das Normalste der Welt. Er will mit Freunden ins Rathaus gehen – und Octavian Ursu überzeugen, den hinteren Teil der BMX- und Skate-Anlage in Weinhübel den „Wheelie Dudes Görlitz“ zur Verfügung zu stellen.

Unter einem Wheelie versteht man das Fahren auf dem Hinterrad. Dudes heißt so viel wie Typen oder Kumpels. Moritz und seine Jungs nennen sich so: Sie fahren Enduro-Downhill-Räder. Im Gegensatz zu BMX-Fahrern brauchen sie weder Asphalt noch Kunststoff-Rampen, sondern fahren im Gelände, etwa in der alten „Panzerkuhle“ im Loenschen Park. „Für Anfänger ist die Panzerkuhle gut, aber hohe Sprünge sind dort nicht möglich“, sagt Moritz.

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Deshalb will er mit seinen Freunden die alte Weinhübler Dirt-Jump-Strecke wiederbeleben. Die besteht derzeit aus Wiese und ein paar Erdhügeln – und ließe sich zu einer guten Piste zum Springen umbauen. Insgesamt seien sie 23 Leute im Team, alle zwischen neun und 17 Jahre alt. Der einzige Volljährige ist Sandro Gratzke (25). Er fährt BMX und nicht das deutlich größere Enduro-Downhill-Fahrrad wie Moritz. Aber er findet die Idee gut und will sie im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen.

„Wir sind oft in Weinhübel, um uns die Strecke anzusehen und Pläne zu machen“, sagt Moritz. Sein Traum: Die Wheelie Dudes pachten das Gelände, bauen es mit Rampen aus Erde, Lehm und Holz um und zäunen es ein, damit Unbefugte keinen Schaden machen. „Außerdem könnten wir Eintritt verlangen und davon die Baukosten bezahlen“, sagt der ZwölfJährige, der in Gersdorf lebt und jetzt an der Oberschule Reichenbach in die siebente Klasse kommt.

Pachten, Einzäunen, Eintritt verlangen – all das dürfte ziemlich unrealistisch sein, denn das Gelände gehört der Stadt – und die hat keine solchen Pläne. Trotzdem ist es möglich, dass die Wheelie Dudes die Strecke schon bald nach ihren Wünschen umbauen dürfen. „Wir wissen seit Kurzem über Dritte, dass es diese Initiative gibt, hatten aber noch keinen näheren Kontakt“, sagt Rathaussprecherin Sylvia Otto. Sie freut sich über die jungen Leute. Die Stadt stehe neuen Initiativen grundsätzlich aufgeschlossen und positiv gegenüber: „Wir würden es begrüßen, wenn sich die neue Initiative mit der schon bestehenden über den derzeitigen Sachstand und ihre Pläne abstimmen würde.“ Die Stadt freue sich auf eine Kontaktaufnahme und auf die Zusammenarbeit, sagt Sylvia Otto.

Wenn sie von „schon bestehender Initiative“ spricht, ist der Adrenalin-Verein gemeint. Der hat die Dirt-Jump-Strecke mit gebaut und lange genutzt. Zuletzt hat er sich aber weitgehend von dort zurückgezogen und betreibt stattdessen die „15°-Skatehalle“ im Weinhübler Kühlhaus. André Schubert vom Adrenalin-Verein hat auch erst vor wenigen Tagen erfahren, dass es die Wheelie Dudes gibt. „Wir freuen uns, wenn sich neue Nutzer für die Dirt-Strecke finden“, sagt er. Er könnte sich vorstellen, dass sein Verein den Jüngeren beratend zur Seite steht. Selbst mitbauen werden die Adrenalin-Leute aus Zeitgründen wahrscheinlich nicht, aber für Fragen wären sie ansprechbar. Moritz und seine Freunde haben schon viele Ideen für die Strecke: „Die alten Erdhügel müssten bis auf einen alle weg und dann wollen wir alles neu aufbauen.“ Viele Väter hätten schon ihre Hilfe zugesagt. Falls sich Sponsoren finden, soll ein großer Bagger die Arbeit erleichtern.

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