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Neue Pläne im alten Krankenhaus

Lange stand das alte Krankenhaus in Sebnitz an der Neustädter Straße leer. Schon drohte der Verfall. Das riesige Areal wäre verloren gewesen. Jetzt gibt es eine Lösung. Die Bevölkerungsstruktur in der Region setzt eindeutige Zeichen.

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Von Anja Weber

Lange stand das alte Krankenhaus in Sebnitz an der Neustädter Straße leer. Schon drohte der Verfall. Das riesige Areal wäre verloren gewesen. Jetzt gibt es eine Lösung.

Die Bevölkerungsstruktur in der Region setzt eindeutige Zeichen. Immer mehr ältere Menschen leben hier, die jüngeren ziehen der Arbeit hinterher. Der Bedarf an Plätzen in Alten- und Pflegeheimen steigt. Das weiß auch Klaus Schaffrath, Geschäftsführer des Arbeiter- Samariter- Bundes Neustadt, aus eigener Erfahrung. Die Organisation ist derzeit Träger des Pflegeheimes in Neustadt sowie des neu entstehenden Heimes in Hohnstein. In absehbarer Zeit könnte er nun auch in Sebnitz ein Pflegeheim betreiben. „Wir haben an den Landkreis den Antrag gestellt, im alten Kreiskrankenhaus eine Pflegeeinrichtung aufzubauen“, sagt Klaus Schaffrath. Die Kreisräte werden sich in ihrer nächsten Sitzung am 17. November mit der Übergabe des Hauses an die Organisation beschäftigen.

Der ASB wiederum dürfte auf ein positives Votum hoffen. Schließlich ist der Landkreis froh, eine weitere Immobilie los zu werden. Schon im Herbst 1999 sah man im Abriss des Areals die einzige Chance. Bemühungen, Investoren zu finden scheiterten bislang. Doch auch der Abriss wäre teuer geworden. Und so ist die Kreisverwaltung froh, über den neuen Käufer. Aber nicht nur die. Auch Sebnitzer Stadträte sind froh darüber, wie Dietmar König (Mitsprache Sebnitz) zum Beispiel. „Es ist erstmal positiv, dass aus dem Gebäude etwas wird. Und es ist eine der wenigen Alternativen, die es gibt. Der Bedarf ist wahrscheinlich da“, vermutet er.

Zudem werde das Areal aufgewertet und damit dem Denkmalschutz genüge getan, sagt er. Und auch CDU-Stadtrat Ekkehard Schneider findet es erfreulich, wenn sich jemand findet. Man kann nur hoffen, dass die Pläne auch so aufgehen. Für den ASB ist es eine große Herausforderung auch von der baulichen Seite her“, sagt Ekkehard Schneider. Nach den Plänen des Arbeiter-Samariter-Bundes sollen dort 36 Pflegeplätze und zwölf Kurzzeitplätze entstehen.

Bedarf an Kurzzeitplätzensteigt weiter an

„Der Bedarf ist auf jeden Fall da und er wird vor allem auch in der Kurzzeitpflege noch zunehmen, wenn man die Konsequenzen aus der Gesundheitsreform bedenkt“, weiß ASB-Geschäftsführer Klaus Schaffrath. Noch ist aber einiges zu klären, so unter anderem auch die Finanzierung. Da will der ASB verschiedene Möglichkeiten finden, „Wir kämpfen noch. Schließlich soll alles auf festen Füßen stehen. Wir wollen doch nichts in den Sand setzen“, sagt er. Unterstützung wird es da auch von der Stadt Sebnitz geben.

Mit Hilfe des Programmes Stadtumbau Ost soll das Projekt auch finanziell gefördert werden. Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) der sich schon seit längerem um die Zukunft des Areals bemühte, wertet das als eine Riesensache. „Für Sebnitz dürfte das im kommenden Jahr mit eine der größten Investitionen im Hochbau sein.“ In erster Linie soll das ein Beitrag zur Wirtschaftsförderung in der Region sein.