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Neue Planung für Wasapark gefordert

Die Stadt sollte selbst über Höhe und Dichte der Häuser entscheiden, erklärt eine Stadtratsfraktion.

Auf dem Gelände des Wasaparks sollen Wohnhäuser entstehen.
Auf dem Gelände des Wasaparks sollen Wohnhäuser entstehen. © Norbert Millauer

Radebeul. Keine alte Bausünde durch eine neue ersetzen – das fordert die Stadtratsfraktion Bürgerforum/Grüne/SPD, die mit einem Antrag die Aufhebung des aktuellen Planverfahrens für den Wasapark erreichen will. Dort haben Investoren Pläne für Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 151 Wohnungen entworfen, die zum Teil für deutliche Kritik bei den Bürgern stoßen. Viele finden, dass das Gelände zu dicht bebaut werden soll und die Häuser mit drei Geschossen plus Dach zu hoch werden. 

Die Fraktion fordert deshalb einen kommunalen Bebauungsplan, bei dem die Stadt eigene Vorstellungen einbringen kann. „Das eindeutig negative Ergebnis der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zwingt uns zu einer Neubeurteilung des Vorhabens. Ein Übergehen der Kritik aus der Bürgerschaft würde ernsthafte Zweifel an der Legitimität des Planverfahrens nach sich ziehen“, erklärt Stadtrat Thomas Gey. 

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Einfluss auf Bebauung nehmen

Mit einem kommunalen Bebauungsplan habe die Stadt Einfluss bezüglich Baudichte, Gebäudehöhe, für Spielplätze und Grünanlagen. Nicht zuletzt sollte geprüft werden, ob nicht mindestens 30 Prozent des neu entstehenden Wohnraums Sozialwohnungen sein sollen, so die Fraktion.

Die Besitzer des Wasaparks, eine spanische Investorenfamilie, hatten in der Vergangenheit über einen Vertreter erklären lassen, dass sich der Umbau für sie wirtschaftlich lohnen müsse. Sie rechnen mit rund 44 Millionen Euro reinen Baukosten. Mindestens 16.000 Quadratmeter vermietbare Fläche müsse deshalb entstehen. Die Gefahr: Die Eigentümer sind nicht gezwungen, am Wasapark überhaupt etwas zu verändern. Sind die mit dem Vorgehen der Stadt nicht einverstanden, könnten sie alle Baupläne fallenlassen und die alten Gebäude blieben stehen.

Nicht Forderungen der Investoren beugen

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Dieses Risiko müsse man eingehen und sich den Forderungen der Investoren nicht beugen, sagen Eva Oehmichen und Thomas Gey. „Der Wasapark ist ohne Zweifel ein Schandfleck, mit dem wir seit mehr als einer Generation leben. Aber unserer Stadt ist nicht geholfen, wenn wir ihn durch einen neuen Schandfleck ersetzen, mit dem weitere Generationen leben müssen. Hier geht es nicht um Fassadengestaltung oder ein paar Bäume, sondern um Charakter und Struktur einer dauerhaften Stadtbebauung. Diese sollten wir nicht in fremde Hände geben. “

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