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Neue Regeln zum Schutz vor Corona am Arbeitsplatz

Einige Branchen hat die Corona-Pandemie gänzlich unvorbereitet getroffen. Neue Arbeitsschutz-Standards sollen den Exit erleichtern.

Eine Mitarbeiterin in einem Dresdner Supermarkt trägt eine Schutzmaske, um sich und Kunden vor einer Corona-Infektion zu schützen. Was für Discounter längst zum Alltag gehört, stellt andere Branchen vor Probleme.
Eine Mitarbeiterin in einem Dresdner Supermarkt trägt eine Schutzmaske, um sich und Kunden vor einer Corona-Infektion zu schützen. Was für Discounter längst zum Alltag gehört, stellt andere Branchen vor Probleme. © dpa/Robert Michael

Wenn in diesen Zeiten über Arbeitsschutz gesprochen wird, ist meistens von den Mitarbeitern im Gesundheitswesen, in Laboren und in der Pflege die Rede. Doch die gesamte Arbeitswelt braucht in der Pandemie spezielle Vorkehrungen gegen Infektionen. Die Firmen haben ein großes Interesse daran, den betrieblichen Alltag aufrechtzuerhalten. Dort, wo ein mit dem Coronavirus infizierter Mitarbeiter ausfällt, muss unter Umständen die gesamte Schicht oder eine komplette Abteilung in Quarantäne - mit fatalen Folgen für die Produktion.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat am Donnerstag dem Kabinett verbindliche Arbeitsschutzstandards vorgelegt, die die Rückkehr zum normalen Wirtschaftsleben ermöglichen sollen. Das Motiv: Wenn alle Firmen ihre Tätigkeit wieder vollständig aufnehmen, erhöht sich die Zahl der Arbeitnehmer, die dem Risiko einer Infektion ausgesetzt sind. Dies ist nicht für alle Firmen leicht zu bewältigen. Sachsens DGB-Chef Markus Schlimbach sagte, er erwarte, dass die Arbeitsschutzbehörden die Standards regelmäßig kontrollieren. Insbesondere den Einzelhandel habe die Pandemie gänzlich unvorbereitet getroffen.

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Den Standards zufolge gilt für alle der Grundsatz, mindestens anderthalb Meter Abstand zueinander zu wahren, und zwar in Räumen, in Fahrzeugen und im Freien. Wo dies nicht möglich sein sollte, müssen alternative Schutzkonzepte greifen. Dazu zählen transparente Abtrennungen gegenüber Besuchern und Kunden sowie möglichst auch zwischen Arbeitsplätzen. Alternativ müssen Mund-Nase-Masken für Mitarbeiter und Kunden angeboten werden.

© dpa-Zentralbild

Büroarbeit soll nach Möglichkeit im Homeoffice stattfinden. Aufgabe der Arbeitgeber ist es laut Ministerium, für klare Arbeitsprozesse und verlässliche Kommunikation zu sorgen. Die Mitarbeiter müssen ihre Erreichbarkeit sicherstellen.

Infektionsschutzmaßnahmen auf Baustellen, in der Landwirtschaft und in Außen- und Lieferdiensten sind in der Praxis ungleich schwieriger umzusetzen als im Büro. Wenn Alleinarbeit nicht machbar ist, sollten zumindest feste Teams mit bis zu drei Beschäftigten gebildet werden, um wechselnde Kontakte bei Fahrten und Arbeitseinsätzen zu vermeiden. Auch in diesen Fällen müsse es Gelegenheit zur Handhygiene und Reinigung sowie zur Desinfektion des Fahrzeugs und der Arbeitsmittel geben. Soweit möglich, dürfen Werkzeuge und andere Arbeitsmittel nur noch personenbezogen verwendet werden.

In Schichtbetrieben sollen möglichst dieselben Mitarbeiter eingeteilt werden. Sowohl für Pausen und in Umkleide- und Duschräumen schreiben die Arbeitsschutzstandards vor, dass Begegnungen mehrerer Beschäftigter vermieden werden sollen.

Unternehmen müssen sicherstellen, dass Corona-Verdachtsfälle rasch aufgeklärt werden. Dazu gehört unter anderem die Bereitstellung von kontaktlos messenden Fieberthermometern. Insbesondere Fieber, Husten und Atemnot könnten Anzeichen für eine Infektion sein. Beschäftigte mit entsprechenden Symptomen sind aufzufordern, das Betriebsgelände umgehend zu verlassen und zu Hause zu bleiben. Heil: „Für Beschäftigte gilt: Niemals krank zur Arbeit.“

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Bis zu einem ärztlichen Befund sei von Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Arbeitgeber sollen in ihrem betrieblichen Pandemieplan Regelungen treffen, damit bei bestätigten Infektionen Kontaktpersonen ermittelt und informiert werden können.

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