merken
PLUS

Neue S-Bahn-Verbindungen könnten schneller kommen

Der VVO plant Verbindungen von Dresden nach Königsbrück, Kamenz und Bautzen. Auch die Wiederbelebung einer alten Strecke ist geplant.

© Sven Ellger

Der Verkehrsverbund Oberelbe hat Pläne bekräftigt, neue Angebote in der Lausitz aufzubauen. Dabei geht es um neue S-Bahn-Verbindungen von Dresden nach Bautzen und Kamenz. In einem zweiten Ausbauschritt der S-Bahn ist dann die Wiederaufnahme des Personenverkehrs zwischen Kamenz, Bernsdorf und Hoyerswerda geplant. Das Gebiet des VVO umfasst neben der Landeshauptstadt Dresden die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und den westlichen Teil des Landkreises Bautzen.

„Wir sind noch im Anfangsstadium der Planung“, sagt Pressesprecher Christian Schlemper. „Wir sehen das Potenzial für Wachstum und volle Züge.“ Denn schon derzeit registriert der VVO die stärksten Zuwächse bei den Nutzern in der Lausitz und Niederschlesien. Die Zahlen hätten hier in den letzten Jahren um 30 Prozent zugenommen, hieß es. Diesem Trend möchte der VVO mit einer neuen S-Bahn-Verbindung nach Königsbrück, einer Line S 7 nach Kamenz sowie einer S 8 nach Bautzen entsprechen. Dafür müsste der Knoten in Bischofswerda ausgebaut werden, so dass sich dort die Züge Richtung Bautzen und Zittau teilen könnten. Nach Angaben des VVO würden die für die Pläne nötigen Investitionen in den Neubau oder die Sanierung von Bahnhöfen und Gleisen etwa 200 Millionen Euro kosten.

Jubel
Zwei echt starke Jubiläen
Zwei echt starke Jubiläen

Die gedruckte Sächsische Zeitung wird 75 Jahre alt. Digital gibt es uns seit 25 Jahren. Beide Jubiläen wollen wir feiern - und Sie können dabei gewinnen.

© SZ-Grafik

Geld vom Bund könnte der Idee einer S-Bahn Elbe-Lausitz neuen Schub geben, sagt Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des VVO. Grundlage seien Vorschläge der Kohlekommission, um die Mobilität in der Lausitz auszubauen. In dem Ende Januar veröffentlichten Abschlussbericht wird neben der Elektrifizierung der Strecke Dresden-Görlitz auch die Wiedererrichtung der Strecke von Bautzen über Hoyerswerda nach Cottbus und die Reaktivierung der Verbindung Dresden - Kamenz - Bernsdorf - Hoyerswerda beziehungsweise Senftenberg mit Anbindung nach Kamenz genannt.

Voraussetzung für die Umsetzung der Pläne sei eine gesetzliche Grundlage der Vorschläge der Kohlekommission. Die muss noch von der Bundesregierung erarbeitet werden. Der Bundestag muss zustimmen, wenn Gesetze dafür beschlossen oder verändert werden müssen. Wie viel Geld die Lausitz für den Strukturwandel bekommt, ist ebenfalls noch unklar. Nach dem Vorschlag der Kohlekommission soll die Bundesregierung den Ausstieg aus der Kohle mit 1,3 Milliarden Euro jährlich über 20 Jahre hinweg finanzieren. Zusätzlich sollen die betroffenen Bundesländer pro Jahr 700 Millionen Euro erhalten. 45 Prozent des Geldes soll die Lausitz erhalten, heißt es. Noch offen ist, ob die von der Kohlekommission angeregten Infrastrukturmaßnahmen auch aus diesem Topf finanziert werden.