merken
PLUS

Neue Schweinemast, alte Sorgen

Die Erweiterung der riesigen Streumener Mastanlage stieß zuletzt auf Widerstand. Nun waren Ortsvertreter im Betrieb zu Gast. Hat das etwas geändert?

Es ging für die Jahreszeit ungewöhnlich heiß her Ende Januar in Wülknitz. Die Vabor Agrarproduktion hatte eingeladen zur ersten öffentlichen Vorstellung des geplanten Großumbaus ihrer Schweinemastanlage Streumen – statt 22 000 sollen dort bald 44 000 Tiere leben. Schon während der damaligen Sitzung regte sich Protest gegen die Umbau- und Erweiterungspläne des Unternehmens, und es zeichnete sich ab, dass Vabor einige Überzeugungsarbeit wird leisten müssen, damit die Bürgervertreter einer Änderung des Bebauungsplans zustimmen. Nun waren Ortsvertreter auf Einladung der Firma im Betrieb zu Gast, um sich Details der Pläne anzuhören. Hat das etwas am Stimmungsbild verändert?

Umweltschützer beraten Anwohner

Der Streumener Ortschaftsratsvorsitzende Martin Gutmann hatte im Januar noch über das Projekt gesagt: „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, um es zu stoppen.“ Und auch wenn der Besuch letzte Woche ein Schritt in die richtige Richtung gewesen sei – gänzlich gewichen ist Gutmanns Skepsis nicht. „Es gibt noch immer einige unbeantwortete Fragen“, sagt er. Im Mai wollen er und andere Streumener sich mit einer Vertreterin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) treffen. Von dem Gespräch mit der Anwältin erhoffen sie sich, das Vorhaben besser zu verstehen. Das sei auch nötig. Denn beim Aufeinandertreffen mit der Vabor-Leitung letzte Woche mehr habe sich einmal mehr gezeigt: „Wir als Anwohner agieren argumentativ nicht immer auf einer Ebene mit dem Unternehmen“, so Gutmann. Bei dem Treffen sei es vor allem um die Luftwäsche gegangen. Um die starken Gerüche der Ställe abzumildern, will Vabor diese neue Anlage installieren. Der Effekt soll sein, dass es gar nicht mehr stinkt. Vor allem die Streumener bleiben bei solchen Versprechen vorsichtig. Weniger Skepsis scheint es aus anderen Ortsteilen zu geben. „Was mich wundert, denn für ein mögliches Ferienresort sind solche Gerüche ja auch nicht toll“, spielt Martin Gutmann auf das Golfplatz-Projekt zwischen Lichtensee und Tiefenau an.

Klinik Bavaria Kreischa
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Gemeinderat Hans-Jürgen Wermann aus Lichtensee hält öffentliche Äußerungen zum jetzigen Zeitpunkt schlicht für verfrüht. „Ich höre mir noch andere Standpunkte an und bilde mir dann meine Meinung“, sagt der Christdemokrat.

Noch habe Vabor keine Unterlagen bei der Gemeinde Wülknitz eingereicht, sagt Bürgermeister Hannes Clauß (parteilos). Der Gemeindechef geht auch deswegen davon aus, dass im Rat bis zur Kommunalwahl Ende Mai keine Entscheidung mehr zu dem Ausbau-Projekt fallen wird. Ähnlich sehen es auch Martin Gutmann und Hans-Jürgen Wermann. Einig sind sich alle drei allerdings darin, dass der jetzige Weg richtig ist. (ewe)