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Neue Solarfabrik bringt 120 Arbeitsplätze nach Chemnitz

Größte Ansiedlungseit der Wiedervereinigung

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Von Brigitte Pfüller

Chemnitz. Das hessische Unternehmen CTS Tandem Solar GmbH baut in Chemnitz eine Fabrik für Dünnschicht-Solarmodule. Der Geschäftsführer Fritz Skrzypczak sagte gestern in Chemnitz: „Wir wollen hier produzieren, die Dünnschicht-Technologie weiter erforschen und von hier aus weitere Produktionsstätten im Ausland errichteten.“ Chemnitz werde der „Solar-Kern“ des Unternehmens.

Die Investoren wollen von Sachsen aus den internationalen Markt für das junge Geschäftsfeld der Dünnschicht-Solartechnologie (siehe Kasten) bearbeiten. Dazu ist auch der Aufbau einer Forschungsabteilung in Zusammenarbeit mit Hochschulen geplant.

In den Bau der ersten Fabrik investiert CTS rund 125 Millionen Euro. Zugleich verlegt die 2008 gegründete Firma ihren Sitz von Bad Homburg bei Frankfurt am Main nach Chemnitz. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) sagte, die Fabrik sei „die größte neue Industrieansiedlung in unserer Stadt seit der Wiedervereinigung“. Die Höhe der Förderung aus staatlichen Kassen wurde nicht verraten.

Im ersten Bauabschnitt werden bei CTS zwischen 120 und 140 Arbeitsplätze entstehen. Der Baustart soll noch in diesem Jahr erfolgen. Ende 2010 startet die Produktion der Dünnschicht-Solarmodule.

Die Kapazität wird dann schrittweise bis 2012 auf 100 Megawatt hochgefahren – das ist die übliche Messzahl in der Branche. Sie zeigt an, wie viel Strom mit den Solarzellen aus einer Jahresproduktion bei gutem Licht erzeugt werden kann.

Bei guter Nachfrage ist ab 2014 der Bau einer zweiten Fabrik zur Verdopplung der Produktion vorgesehen. Der Geschäftsführer sagte: „In Chemnitz kommt eine der weltweit modernsten Anlagen für Dünnschichtmodule mit Tandembeschichtung zum Einsatz.“ Dabei werden Zellen unterschiedlicher Struktur hintereinander geschaltet. Diese Tandem-Module – davon kommt der Firmenname – erreichen einen höheren Wirkungsgrad als andere Dünnschichtmodule.

Erfahrung aus Nahost

Zugleich sei die Dünnschicht-Technologie rohstoffsparender und kostengünstiger als die Produktion von Solar-Modulen aus Siliziumscheiben. „Unsere Dünnschichtzellen bringen auch bei weniger Sonne noch Strom, wenn die Wafer längst ausgestiegen sind“, sagte Skrzypczak. CTS ist nach eigenen Angaben eine Tochter der CPB GmbH, Bad Homburg, die zur Holding der CCC-Group gehört. An dieser Holding beteiligen sich private Investoren. Nach eigenen Angaben ist die CPB als Projektentwickler seit mehr als 25 Jahren mit dem Bau von Industrie- und Kraftwerksanlagen vor allem im Nahen und Mittleren Osten sowie in Asien und Afrika beschäftigt.