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Neue Tagespflege für Ebersbach

Der DRK-Kreisverband Großenhain lässt am Ortsrand ein Gebäude errichten, in dem auch die Sozialstation untergebracht wird.

Mit einem symbolischen Spatenstich wurde der Startschuss für den Bau des neuen DRK-Gebäudes am Ebersbacher Ortsrand gegeben.
Mit einem symbolischen Spatenstich wurde der Startschuss für den Bau des neuen DRK-Gebäudes am Ebersbacher Ortsrand gegeben. © Anne Hübschmann

Großenhain. Die Umgebung sei ihr wichtig gewesen, sagt Geschäftsführerin Mandy Reuschel. Kein Beton ringsum, sondern der freie Blick ins Grüne, über Wiesen und Felder. Deshalb soll das neue Sozialgebäude am Ebersbacher Ortsrand errichtet werden, in der Nachbarschaft von Kita, Sport- und Freizeiteinrichtungen. Das Erdgeschoss wird 25 Plätze für die Tagespflege beherbergen. Ins Obergeschoss zieht die bereits bestehende Sozialstation mit ihren 26 Mitarbeitern ein. „Tagespflege wird wirklich gebraucht – auch auf dem Lande“, sagt Mandy Reuschel. Deshalb habe sich der Kreisverband entschlossen, neben seinen Einrichtungen in Großenhain, Thiendorf und Leuben eine vierte aufzubauen – komplett mit neuem Personal.

Am vergangenen Donnerstag erfolgte der erste Spatenstich für das etwa zwei Millionen teure Sozialgebäude, das auch mit Geldern der Deutschen Fernsehlotterie gefördert wird. Das Gros der Arbeiten wird vom ortsansässigen Komplettbau Ebersbach ausgeführt. Die Bauzeit ist auf knapp anderthalb Jahre veranschlagt – zum Jahresbeginn 2022 soll die Einrichtung in Betrieb gehen. „Es war nicht einfach, alle Genehmigungen für den Neubau zusammenzubekommen“, erklärt der Ebersbacher Bürgermeister Falk Hentschel. Der Bebauungsplan sei bereits im September 2017 aufgestellt worden. 

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Platz wäre auch für eine Arztpraxis

Aber der Teufel habe im Detail gesteckt – Behörden und Träger öffentlicher Belange entdeckten etliche Unzulänglichkeiten. Beim Brandschutz zum Beispiel, wo die Löschwasserbereitstellung geklärt werden musste. Oder bei der Geräuschemission. Hauptproblem aber sei das Niederschlagswasser gewesen. Der Gebäudestandort liegt in einer Senke und braucht bei Starkregen eine leistungsfähige Ableitung. Mittlerweile seien alle Einwände ausgeräumt, aber das habe eben gedauert. Die Gemeinde Ebersbach hat den Bebauungsplan für das Gebiet sogar noch etwas weiter gefasst. Es wurden zwei zusätzliche Flächen für den Gemeinbedarf ausgewiesen. „In zehn Jahren wird vielleicht Platz für eine neue Arztpraxis oder ein Ärztehaus gebraucht“, sagt Ebersbachs Bürgermeister. „Dann sind wir vorbereitet.“ Der DRK-Kreisverband hatte eine ganz ähnliche Idee. Sein Gebäude für die Tagespflege sollte ursprünglich etwas größer gebaut werden und Platz für eine Praxis, Apotheke und Friseur bieten. „Da sind wir leider nicht so auf Gegenliebe gestoßen“, sagt Mandy Reuschel.

Der DRK-Kreisverband Großenhain hat seinen Sitz in der Röderstadt und ist mit etwa 200 Mitarbeitern auf dem Gebiet der Alt-Landkreise Großenhain und Meißen tätig. Er bietet hier ein breites Spektrum an Sozialleistungen an. Es reicht von der Tagespflege und der häuslichen Betreuung über die Absicherung von Veranstaltungen bis hin zur Blutspende. Zum Verband gehören außerdem ein Fahrdienst, die Beratungsstelle für Schwangere und Familien, die Kleiderkammer, das Jugend-Rot-Kreuz, Wasserwacht und Bergwacht. Vom Rettungsdienst hat sich die Organisation vor zwei Jahren verabschiedet. „Wir konnten die Ausschreibungsbedingungen einfach nicht mehr stemmen“, erklärt Mandy Reuschel. Das sei sehr schade, weil DRK und Rettungsdienst von vielen Menschen ja quasi als Einheit betrachtet wurden. Als Ausgleich baut der Kreisverband nun seine Kapazitäten in der Pflege aus. Auch der in Meißen stationierte Fahrdienst ist über die Jahre gewachsen – von fünf auf mittlerweile 20 Autos. Wirtschaftlich habe es sich für das DRK als vorteilhaft erwiesen – wie im Falle von Ebersbach – selbst in seine Objekte zu investieren.

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