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Neue Tierart in Sachsen gesichtet

Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz wurde ein Goldschakal fotografiert. Das Tier ist dem Wolf sehr ähnlich.

Der Goldschakal ähnelt einem Wolf.
Der Goldschakal ähnelt einem Wolf. © Wych Pychmann

Zum ersten Mal ist in Sachsen ein Goldschakal nachgewiesen worden. Das teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) heute in Dresden mit. Das Tier war bereits am 30. März 2019 auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz im Landkreis Görlitz in eine Fotofalle gegangen. Jetzt liegt die offizielle Bestätigung vor, dass es sich um einen Goldschakal handelt.

Identifiziert wurde das Tier vom LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung. Durch Vergleichsaufnahmen vom gleichen Kamerastandort sei gut zu erkennen gewesen, dass das fotografierte Tier größer als ein Rotfuchs  und kleiner als ein Wolf ist. Von der Gestalt her ist die Zuordnung zum Goldschakal sicher. Seitdem gibt es keine weiteren Hinweise auf die Anwesenheit des Tieres.

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Die anpassungsfähige Art besiedelt bevorzugt grünes und feuchtes Gelände mit vielen Verstecken. Der Goldschakal frisst vorwiegend kleinere Säugetiere, wie Wühlmäuse und Ratten, aber auch Früchte und Aas. Das scheue Tier stellt keine Gefahr für den Menschen dar, kann jedoch ähnlich wie ein Fuchs auch kleinere, ungeschützte Nutztiere töten.

Zukünftig sollen Hinweise auf den Goldschakal aufmerksam geprüft und dokumentiert werden. Das Landesumweltamt bittet die Bevölkerung, Aufnahmen aus Wildkameras, die auf den Goldschakal schließen lassen, zur Dokumentation in der Artdatenbank Sachsen zu übermitteln.

Verfolgt und ausgerottet

Der Goldschakal (Canis aureus) gehört, ebenso wie Fuchs und Wolf, zur Familie der Hundeartigen. Besonders die Unterscheidung vom Wolf bedarf eines geschulten Blickes. Farblich ähnelt er dem Wolf, mit einem Einschlag ins Rötliche und einem deutlichen, hellen Kehlfleck. Insgesamt wirkt das Tier kurzbeiniger als ein Wolf. Die Schnauze ist spitzer und zierlicher als die des Wolfes. Vom Fuchs ist das Tier durch seine gedrungenere Gestalt und einen deutlich kürzeren Schwanz mit schwarzer Spitze zu unterscheiden.

Auch in Thüringen ist im Nationalpark Hainich erstmals ein Goldschakal per Foto nachgewiesen worden. Das Raubtier wurde am 1. August von einer Fotofalle aufgenommen.
Auch in Thüringen ist im Nationalpark Hainich erstmals ein Goldschakal per Foto nachgewiesen worden. Das Raubtier wurde am 1. August von einer Fotofalle aufgenommen. © Nationalpark Hainich

In Europa kam der Goldschakal ursprünglich auf dem Balkan vor. Dort wurde er jedoch verfolgt und fast ausgerottet. Durch Schutzmaßnahmen erholten sich die Bestände allmählich. Besonders seit den 1960er Jahren kam es neben Vorstößen einzelner Tiere auch zu festen Ansiedlungen von Familien bis weit nach Nordwesten. Der Goldschakal siedelte sich von Bulgarien aus in Rumänien und Serbien und später in Italien, Slowenien, Österreich, Ungarn und der Slowakei wieder an. In Tschechien vermehrte sich der Goldschakal im Jahr 2018 erstmals in der Nähe von Prag auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz.

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Bereits zweimal ist der Goldschakal in der Oberlausitz nachgewiesen worden. Was bedeutet das?

In Deutschland wurden seit 1996 einzelne Tiere nachgewiesen. Im Süden Brandenburgs hielt sich ein Tier zwischen 1996 und 1998 in der Braunkohlefolgelandschaft auf. Weitere Nachweise liegen aus Bayern, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein vor.

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