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Neue Waggons aus Niesky fahren bald durch Europa

Der erste der frisch ausgetüftelten Güterwagen ist fertig. Ein langjähriger Kunde will mehr – 250 Stück.

© Uwe Garack

Von Susanne Sodan

Er glänzt in hellem Silbergrau, bringt ganze 26 Tonnen auf die Waage, ist 22 Meter lang und heißt Habbiins. Frisch rauspoliert präsentierte sich der neueste Clou der Nieskyer Waggonbauer gestern seinem zukünftigen Besitzer, dem Unternehmen Transwaggon. Das hat im vergangenen Jahr einen Großauftrag an den hiesigen Waggonbau vergeben. Bis zum Ende dieses Jahres werden auf den ersten Habbiis, ein Spezialgüterwagen mit Schiebetüren, noch weitere 249 folgen.

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Transwaggon ist eine Firma, die ihren Sitz im schweizerischen Zug hat und mit den Nieskyer Waggonbauern dieses Jahr Jubiläum feiern könnte – 40 Jahre Zusammenarbeit. Angefangen hatte alles 1974 mit der ersten Lieferung. Damals ging es um sogenannte Flachwagen. Was gestern übergeben wurde, ist ein Schiebewandwagen – ein Waggon, bei dem sich die Außenwände beinahe komplett öffnen lassen wie bei einer Schiebetür. Völlig neu ist die Entwicklung jedoch nicht. Schon seit dem Jahr 2000 liefert der Nieskyer Waggonbau solche Wagen an die Schweizer. Über die Jahre wurde das Modell weiterentwickelt und verfeinert. „Dabei haben wir und Transwaggon gemeinsam unsere Ideen und Vorschläge eingebracht“, erzählt Peter Schulze, Personalleiter und Prokurist der DB Waggonbau Niesky GmbH. Eine Neuerung sind zum Beispiel die verstärkten Böden. Immerhin bis zu 64 Tonnen Ladung muss solch ein Wagen aushalten können. Gebaut wird nun die dritte Generation.

Aufgabe des neuen Habbiins und seiner Artgenossen wird es sein, auf dem Schienenweg elektronische Geräte wie Kühlschränke, Herde und Waschmaschinen durch Europa zu transportieren – von Deutschland in die skandinavischen Länder, nach Österreich oder auch Italien. Die Einzelteile, die Aluminiumplatten, aus denen die riesigen Schiebewände entstehen, liegen schon bereit. Um sie zu einem Ganzen zu montieren, haben die Waggonbauer Unterstützung bekommen – eine automatische Roboter-Schweißanlage. Die ist seit Februar im Einsatz. Wenn die Produktionsserie in einem knappen Jahr abgeschlossen ist, werden es 2 802 Güterwagen sein, die die Nieskyer Hallen Richtung Schweiz verlassen haben.