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Neue Werkstätten für die Landesbühnen

In den nächsten Wochen ist Baubeginn auf dem Hügel zwischen Schuchstraße und Paradiesstraße.

© Arvid Müller

Von Peter Redlich

Wer die Kulissen in aufwendigen Stücken der Landesbühnen sieht und sich freut, wie die vergleichsweise kleine Bühne durch optische Tricks weit gemacht wird, hat zumeist keine Vorstellung, wo und wie diese bemalten Wände und Stellagen entstehen. Sie stammen aus Werkstätten südlich der Meißner Straße, die auf dem Niveau des 19. Jahrhunderts sind. Baracken, Container, in denen Maler, Schlosser, Tischler und Dekorateure auf beengtesten Verhältnissen zaubern, was auf dem Papier entworfen wurde.

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So sollen die Werkstätten gebaut werden: links oben – die Ansicht von der Paradiesstraße; rechts oben – die Südseite, dem jetzigen Parkplatz; links unten – die Nordseite vom Hügel betrachtet; rechts unten – die Ansicht von der Schuchstraße aus gesehen.Ani
So sollen die Werkstätten gebaut werden: links oben – die Ansicht von der Paradiesstraße; rechts oben – die Südseite, dem jetzigen Parkplatz; links unten – die Nordseite vom Hügel betrachtet; rechts unten – die Ansicht von der Schuchstraße aus gesehen.Ani © Allplan user

Mit diesen miesen Bedingungen soll bald Schluss sein. Das Land Sachsen stellt, nach mehrmaligen Ankündigungen in den letzten Jahren, jetzt das Geld für den Bau neuer Werkstätten zur Verfügung. Im Grundstückstausch mit der Stadt ist dafür der Hügel zwischen Schuchstraße und Paradiesstraße schon freigehalten worden. Dort, wo jetzt die Busse und Lastwagen der Landesbühnen parken, soll das 78 mal 22 Meter große Gebäude entstehen.

Über zwei Geschosse wird der Bau reichen. Wobei durch den Geländeanstieg auf der Nordseite nur die erste Etage zu sehen sein wird – eine große Glasfront, die viel Licht ins Innere der Werkstätten dringen lässt. Die Farbe des Gebäudes soll ähnlich dem schlichten Grau sein, wie der moderne Anbau direkt hinter den Landesbühnen, wo schon Schneiderei und Kostümwerkstätten ihren Platz haben.

Intendant Manuel Schöbel nennt den Entwurf der Architekten optimal, weil genau in der Mitte des geplanten Neubaus die Montagehalle angeordnet ist. Mit Oberlichtern und einer Galerie versehen können die Maler hier ihre übergroßen Kulissen im Ganzen aufbauen und betrachten. Bisher ist nur Platz, Teile der Planen zu bemalen und dann mühsam zusammenzufügen.

Beidseits der großen Montagehalle befinden sich der Malsaal, die Schlosserei, das Farblager, das Dekorationslager und die Tischlerei. Im Kellerbereich sollen die Werkstatt des Fuhrparks und vor der Halle zehn überdachte Stellplätze für Dienstfahrzeuge sein.

Für die erste Etage haben die Architekten Büros, Pausenräume, Umkleidezimmer mit Sanitäranlagen und die Modellwerkstatt eingeplant.

An die Werkstätten und die Montagehalle kann dann auch ordentlich herangefahren werden. Eine Rampe zum Be- und Entladen der Kulissen und Baumaterialien ist am Südteil des Baues angebracht. Vier Tore öffnen den Zugang ins Innere der Werkstätten.

Ende 2015, so das Ziel, soll das langgestreckte Gebäude stehen. Im Winter zu 2016 wird das Innere ausgebaut. Danach ist der Umzug von der Meißner Straße auf den Hügel geplant. Die Hauptzufahrt zu den Werkstätten werde künftig von der Paradiesstraße sein, sagt Birgit Schüler, die seitens der Landesbühnen das Projekt betreut. 15 der insgesamt 207 Mitarbeiter der Landesbühnen werden in den Werkstätten ihren neuen Arbeitsplatz haben.

Für den Bau sind 6,14 Millionen Euro eingeplant.

In den nächsten Tagen rücken auf dem Baugelände Archäologen an. Sie beginnen vor den eigentlichen Aushubarbeiten mit dem Schürfen. Auf dem Hügel zwischen Schuch- und Paradiesstraße könnte es Reste aus frühen Besiedlungszeiten geben, sagt Landesbühnensprecherin Petra Grubitzsch zu den bei solchen Bauten üblichen Vorarbeiten.