merken
PLUS

Neue Wohnungen und Läden an der Altstadtbrücke

Am Zgorzelecer Neißeufer wird gebaggert: 14 neue Häuser mit Tiefgarage sollen am dortigen Postplatz entstehen.

Von Ines Igney undChristian Suhrbier

Wer seinen Blick von der Altstadtbrücke auf die polnische Seite schweifen lässt, sieht ein großes Loch. Doch nicht mehr lange, denn seit ein paar Tagen rollen am Zgorzelecer Postplatz die Bagger. In den nächsten Jahren sollen dort 14 Häuser mit Wohnungen, Läden und Hotels entstehen.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Vorbild sind die barocken Häuser, die noch bis in die 1950er Jahre an dieser Stelle standen. Sie waren damals abgewohnt und stark beschädigt und wurden deshalb abgerissen. Bis jetzt ersatzlos.

„In den vergangenen Jahren haben wir durch Grabungen die ehemaligen Grundrisse ermittelt“, berichtet der Görlitzer Stadtbildpfleger Peter Mitsching, der gemeinsam mit dem Zgorzelecer Stadtarchitekten Adam Cebula das Projekt betreut. Die neuen Häuser entsprächen im Wesentlichen der historischen Bebauung, ohne diese jedoch bis ins Detail zu kopieren.

Ein Platz zum Verweilen

Mitsching kommt ins Schwärmen, wenn er daran denkt, wie der Platz einmal aussehen kann. Auf einem Plateau sollen 14sehr unterschiedliche Häuser von ein bis vier Etagen für Abwechslung sorgen. Die Farben der Gebäude werden ähnlich wie in der Nikolaivorstadt mit Grau über Ockertöne bis zu Rot reichen und damit die im Barock typischen Farben möglichst realistisch wiedergeben. Einen zentralen Platz soll die aus der alten Bebauung gerettete Postsäule einnehmen. Bäume und Sitzbänke sollen zum Verweilen einladen. Auch eine kleine Wasserfläche ist im Gespräch.

Die Nutzung des Areals soll möglichst vielfältig sein. Neben zahlreichen Wohnungen soll es auf jeden Fall Geschäfte und Restaurants geben. Vielleicht auch ein Hotel oder eine größere Pension. Die genaue Aufteilung liegt bei einem Krakauer Projektbüro.

Auch traditionelles Handwerk soll wieder angesiedelt werden. „Nicht umsonst hieß das Gelände früher Töpferberg“, sagt Mitsching. Bei den Ausgrabungen seien Spuren des alten Handwerks aus der Zeit des Barock entdeckt worden. Nun soll es an der historischen Stelle wieder eine Heimat finden.

Tiefgarage schon im Bau

Zurzeit laufen die Vorbereitungsmaßnahmen für den Bau der Tiefgarage. Sie soll helfen, ein Parkplatzproblem am östlichen Neiße-ufer erst gar nicht entstehen zu lassen. Der Rohbau der eigentlichen Häuser beginnt vermutlich Mitte nächsten Jahres. Zum Anfang des neuen Jahrzehnts könnte dann alles fertig sein.

Finanziert werden alle Maßnahmen vollständig über den polnischen Investor Christos Papanaum, Fördermittel nehme dieser nicht in Anspruch, sagt Zgorzelec’ Stadtarchitekt Cebula. Mit der Stadt Zgorzelec gebe es eine Absprache, dass der Platz trotz seiner Nutzung als Hotelkomplex für die Bevölkerung öffentlich zugänglich sein werde.