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Neuer Ärger mit den Gelben Säcken

Nach dem Entsorgerwechsel blieb der Müll stellenweise liegen. Mal lag es am Sack, mal am Feiertag.

© hübschmann

Von Verena Weiß und Matthias Weigel

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An einen reibungslosen Verlauf wollte niemand so recht glauben – nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme bei Entsorgerwechseln gegeben hat. Nun hat die Firma Kühl seit diesem Jahr die Entsorgung des Gelben Sacks im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge übernommen – und muss nach ihrer ersten Tour durch die Region nachbessern.

Denn das gelbe Ärgernis säumte noch Tage später nach dem eigentlichen Entsorgungstermin einige Straßenzüge. Aus Freital berichten Anwohner übers Stadtgebiet verteilt von Problemen bei der Entsorgung. „Die Entsorgungsgebühren entrichten wir fristgemäß, jedoch die Abholung erfolgt nicht termingerecht“, so Ulrich Wüst, der an der Leisnitz wohnt, wo ebenfalls Säcke liegen blieben. Bei Wind würde der Inhalt der Säcke durch die Gegend geweht und verunreinige das Wohngebiet und locke Tiere an. Sehr, sehr ärgerlich sei das.

Ihrem Unmut über vergessenen Müll im Stadtgebiet machten sich auch die Tharandter Luft – im örtlichen Rathaus. Dort legte man tags darauf beim Entsorger Beschwerde ein und forderte diesen auf, die Abfallsäcke „umgehend abzuholen“. Doch „umgehend“ ging nichts, wie Ordnungsamtschef Holger Jakob missmutig feststellt. Erst zwei Tage später seien die restlichen Gelben Säcke verschwunden – reichlich spät. „Wegen des starken Windes hatte es zwischenzeitlich manche Säcke davon geweht, manche sogar aufgefetzt“, berichtet er. Damit sich der Hausmüll nicht über das ganze Stadtgebiet verteilt, hätten sogar die Kollegen vom Tharandter Bauhof ausrücken müssen, um herumwirbelnden Plastikdreck einzufangen.

Das ist nun zum Glück nicht mehr nötig. Die Mitarbeiter der Firma Kühl haben ihr Versäumnis nachgeholt und wo bekannt, die restlichen Gelben Säcke abgefahren. „Wir bedauern, wenn in vereinzelten Straßen die Abholung nicht planmäßig erfolgte“, sagt Kirsten Wesel von der Kühl Unternehmensgruppe auf SZ-Nachfrage. „Wahrscheinlich aufgrund der Feiertage“ sei das „Aufkommen an Säcken an einigen Stellen unerwartet hoch“ gewesen, sodass „mehr Fahrten als geplant notwendig waren“. Sie sicherte zudem zu, dass alle Fahrer „konsequent geschult“ und bei erhöhtem Bedarf zusätzliche Fahrzeuge eingesetzt werden. In den nächsten Wochen sollte sich also alles aufs Normalmaß einpegeln. Wesel bittet aber auch alle Bürger darum, die Säcke stets ab 6 Uhr bereitzustellen und die seit Januar geltenden, geänderten Abfuhrtermine zu beachten. Beim Abfallzweckverband ZAOE betont man, dass für die Entsorgung der Gelben Säcke weder Stadt noch Kreis noch ZAOE verantwortlich sind, sondern das Duale System Deutschland (DSD). Das wiederum sucht sich seine Entsorger für die Säcke selbst – wobei Kühl jetzt den Zuschlag für die Zeit ab 2015 bekam. Finanziert wird die Entsorgung über Lizenzgebühren, die jeder Bürger beim Einkauf mitbezahlt. „Der Zweckverband unterstützt die Firma lediglich bei der Öffentlichkeitsarbeit“, teilt ZAOE-Sprecherin Ilka Knigge mit.

Dieter Haden von der Freitaler Weinbergstraße ist es relativ egal, wer ihm was erklärt. Hauptsache die Entsorgung klappt. Tut sie in seinem Fall aber nicht. Er hat vor Jahren mit Verantwortlichen besprochen, dass er andere Säcke verwenden darf. Schließlich wollte er vermeiden, dass die dünnen, billigen Gelben Säcke aufreißen und der Müll herauspurzelt – und hat sich immer feste Müllsäcke auf eigene Kosten gekauft. Die seien dann auch immer problemlos abgeholt worden. Seit dem Entsorgerwechsel blieben sie nun aber liegen. „Ich habe nachgefragt und musste nun hören, dass ich diese Säcke angeblich nicht verwenden darf. Frustrierend“, sagt Haden.

DSD teilt auf Anfrage über den ZAOE mit, dass unabhängig vom Aufdruck alle mit Leichtverpackungen befüllten Säcke mitgenommen würden – sie müssten allerdings transparent sein und eine Inhaltskontrolle ermöglichen, um eine Zweckentfremdung, beispielsweise für Restmüll, zu vermeiden. „Das DSD hat die Firma Kühl gebeten, ihre Müllwerker noch einmal entsprechend zu instruieren, auch wenn dort kein Fall bekannt war“, so Knigge.

Zumindest ein Problem scheint gelöst: Die Knappheit bei den Säcken in den Ausgabestellen, die Ende Dezember für Ärger sorgte. Aktuell liegen keine neuen Fälle von fehlenden Lieferungen vor. Ob sich aber an der Qualität der Säcke, wie vom DSD jüngst in Aussicht gestellt, tatsächlich etwas geändert hat oder ändern wird, bleibt abzuwarten. Dringend nötig wäre es.

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