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Neuer Anlauf

Die Fußball-WM abgesagt, die EM im Blick – mit deutlicher Ansage: Marco Reus traut sich eine zentrale Rolle in der Auswahl zu.

© dpa

Von Heinz Büse und Klaus Bergmann

Genug getrauert. Für Marco Reus ist die Zeit der Mitleidsbekundungen vorbei. Nach der verpassten Teilnahme an der Fußball-WM geht sein Blick nach vorn. „Natürlich war das für mich ein trauriges Erlebnis. Aber es hilft jetzt nicht, weiter zu jammern. Über die Vergangenheit denke ich nicht mehr nach“, sagte er vor dem EM-Qualifikationsduell am Sonntag in Dortmund gegen Schottland. Beim anstehenden Umbruch des vierfachen Weltmeisters will der Angreifer eine zentrale Rolle spielen – auch ohne Titel: „Je mehr Länderspiele ich mache, desto mehr Verantwortung habe ich. Ich traue mir das durchaus zu.“

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Der Teilriss der Syndesmose und knöcherne Bandausriss am Fersenbein, die er sich im letzten Test der Elf von Bundestrainer Joachim Löw vor dem Abflug nach Brasilien beim 6:1 gegen Armenien zuzog, sind auskuriert. Sein unbändiger Wille in der Rehabilitation machte sich bezahlt. „Ich habe mich gleich nach der WM-Absage darauf konzentriert, schneller als erwartet zurückzukommen. Das ist gelungen“, kommentierte er seine vorzeitige Genesung, die nach der ursprünglichen Prognose der Mediziner eigentlich erst nach den Länderspielen abgeschlossen sein sollte.

Beim ernüchternden 2:4 in der Neuauflage des WM-Finales am Mittwoch in Düsseldorf gegen Argentinien gehörte Reus zu den wenigen Aktivposten. Dennoch sieht er Luft nach oben: „Ich bin noch nicht bei 100 Prozent. Aber jedes Spiel, das ich machen kann, tut mir gut.“

Auch ohne WM-Teilnahme stand Reus zuletzt mehr im Blickpunkt als die meisten Weltmeister. Eine Klausel in seinem bis 2017 datierten Vertrag, die ihm im nächsten Sommer einen Abschied von der Borussia für angeblich 25 Millionen Euro ermöglicht, löste Debatten über seine Zukunft aus. Aussagen aus München zu Vertragsinhalten werteten viele Beobachter als Indiz für das Interesse der Bayern und erzürnten die BVB-Spitze. Schließlich störte das Störfeuer aus München ihre Versuche, Reus die Ausstiegsklausel abzukaufen.

Angeblich soll auch der FC Arsenal sein Interesse an ihm bekunden. Er äußert sich nicht dazu. Unabhängig davon, für wen der gebürtige Dortmunder künftig stürmt, spielt er in den Plänen des Bundestrainers eine große Rolle. Bereits vor der Partie gegen Argentinien brachte Löw seine Wertschätzung zum Ausdruck: „Ich bin sicher, dass Marco noch einige große Turniere spielt und dabei für Furore sorgt.“ (dpa)