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Neuer Anlauf für Bürgersaal?

Dach und Dachstuhl des ehemaligen Gasthofes in Krögis wurde jetzt saniert. Wie es weitergeht, hängt vor allem vom Geld ab.

Alles neu: Dachboden und Dach des ehemaligen Gasthofes in Krögis wurden jetzt erneuert.
Alles neu: Dachboden und Dach des ehemaligen Gasthofes in Krögis wurden jetzt erneuert. © Udo Scholz

Käbschütztal. Für Krögis gab es einst große Pläne. Die "heimliche Hauptstadt" der Gemeinde sollte einen Ortskern erhalten. Dann, wenn es eine Ortsumfahrung gibt, die viel befahrene B 101 nicht mehr durch die engen Straßen von Krögis führt. Die Ortsumfahrung gibt es seit ein paar Jahren, den Ortskern aber nicht. Einiges ist aber  tatsächlich passiert. Der alte Norma wurde weggerissen, an seiner Stelle ein modernes Feuerwehrhaus neu gebaut.

 Im Erdgeschoss des seit 1993 geschlossenen Gasthofes entstanden  Aufenthalts-und Umkleideräume, ein Lager sowie Sanitäranlagen für die Feuerwehr.  Im Obergeschoss hingegen sollte ursprünglich ein Bürgersaal entstehen. Einige Arbeiten sind schon vor einigen Jahren erledigt worden im künftigen Bürgersaal.  So wurde der Giebel abgebrochen und verputzt, ebenso verschwand die Empore. 

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 Mitarbeiter des Bauhofes  hatten die gesamten Trockenbau- und Fliesenlegerarbeiten in den Sanitär- und Toilettenräumen erledigt. Doch dann ging es nicht weiter, gab es Baustopp. Es fehlte der Gemeinde schlicht am Geld. Zwar hätte es durchaus Fördermittel geben können, doch die Gemeinde wäre wegen ihrer angespannten Haushaltssituation nicht in der Lage gewesen, den notwendigen Eigenanteil zu zahlen. So ruhte der Bau. Bis jetzt. 

Sondergerüst erforderlich

Nun wurde der stark geschädigte Dachstuhl ersetzt und mit einer neuen Dacheindeckung versehen. Zum Nachbargebäude war nun die erforderliche Brandwand einzubauen. Begonnen wurden die Bauarbeiten im Januar dieses Jahres, Ende Juni waren sie weitgehend abgeschlossen. 

"Eine besondere Herausforderung war das vorhandene Bruchsteinmauerwerk des Gebäudes, das keine zusätzlichen Lasten mehr aufnehmen konnte. Deshalb wurde für die Bauphase eine Gerüstsonderkonstruktion erforderlich. Der Dachstuhl wurde aus Nagelplattenbindern gefertigt, die das Obergeschoss stützenfrei überspannen", erläutert Architekt Udo Scholz.

 Die Dacheindeckung erfolgte traditionell mit Tondachbibern. Die Wärmedämmung der Decke zum Dachgeschoss wurde bereits eingebaut, geplant ist im Herbst der Einbau neuer Fenster im Obergeschoss. Die Baumaßnahmen wurden durch das Programm „Brücken in die Zukunft“ gefördert.

Es regnete schon hinein

Wurde also nur gebaut, weil es gerade Fördermittel gab? Udo Scholz widerspricht. "Das Dach war so kaputt, dass es ständig hineinregnete. Und beim Dachstuhl traten schon statische Probleme auf", sagt er. Je nach Haushaltssituation der Gemeinde könne nun ein weiterer Innenausbau erfolgen, sagt Scholz. 

Doch danach sieht es nicht aus, denn an der Situation hat sich nichts geändert. Zumal für einen Bürgersaal das Haus barrierefrei umgebaut werden müsste. Das bedeutet unter anderem, es wäre ein Fahrstuhl notwendig. Diesen brauchte es auch, wenn in dem Haus, wie schon einmal vorgesehen, die Gemeindeverwaltung einziehen würde.

 Das war schon einmal im Gespräch, um dem Hort der Grundschule, die jetzt von der Gemeindeverwaltung genutzten Räume, zurückzugeben. Doch auch diese Pläne sind vom Tisch.

So muss der Bürgersaal wohl noch eine ganze Weile warten, wenn er denn überhaupt gebaut wird. Die Kosten dafür wurden einst auf rund 200.000 Euro geschätzt. Selbst diese Summe hätte nur für eine Minimalvariante gereicht. 

Der Vorschlag, Geld für den Bau aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung zu nehmen, fiel damals im Gemeinderat durch. Die Räte entschieden sich stattdessen für den Neubau von Feuerlöschteichen.

 Konjunkturgeld floss auch in die Kindertagesstätte in Barnitz. Außerdem entstand ein Mannschaftsraum für die Feuerwehr Planitz-Deila in Leutewitz.

Geplatzt sind auch längst Pläne, in Krögis ein Gewerbezentrum, einen Dorfplatz mit Grillecke und Bühne, einen überdachten Treffpunkt, einen Bolz- und Volleyballplatz, Parkplätze und einen Spielplatz zu bauen. 2012 sollte alles fertig sein.

Hoffnung gibt es dagegen für die Alte Schmiede in Krögis. Das geschichtsträchtige Haus, das 1834 gebaut wurde, war bis vor einigen Jahren noch bewohnt. Doch seitdem steht es leer, die Gemeinde hat keine Verwendung und auch kein Geld für eine Sanierung.

 Das Fachwerkhaus ist seit vielen Jahren ein Sorgenkind der Gemeinde. Es ist stark sanierungsbedürftig. Doch der Gemeinde gelang es, die Alte Schmiede zu verkaufen. Die Firma Brumm-Bau GmbH aus Meißen erwarb sie vor drei Jahren. 

Laut Inhaber Ingolf Brumm soll die äußere Hülle erhalten werden und in dem Haus zwei Wohnungen entstehen. Die Planungen seien fertig, in diesem Jahr soll es losgehen, wenn es Fördermittel gibt.

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