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Neuer Anlauf für den Klinikumbau

Innenminister Thomas de Maizière hat sich nach vier Jahren noch mal das Krankenhaus angesehen – und ist überrascht.

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Von Britta Veltzke

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) schaut an der unsanierten Fassade des Riesaer Krankenhauses empor. Grauer Beton aus tiefsten DDR-Zeiten ist aus seiner Perspektive zu sehen – und noch ein ausgefranster Streifen weißer Farbe an der Seite. Der stammt noch von der Sanierung der Frontfassade, die mit den bunten Farbelementen ungleich freundlicher erscheint. „Für mehr hat das Geld nicht gereicht“, scherzt Klinikvorstand Frank Ohi. „Wenn ich das vor einer Behandlung sehen würde, würde ich ein anderes Krankenhaus wählen“, sagt de Maizière frei heraus. Wer aber durch den Eingang ins Riesaer Krankenhaus gelangt, durch den der Innenminister gerade herausgekommen ist, dem bleibt meist nichts anderes mehr übrig. Denn die breite Tür führt direkt in die Notaufnahme. Und eben die ist eine der Stationen, die mit am stärksten vom geplanten Umbau profitieren soll.

Innenminister Thomas de Maizière (hier zu Gast bei Chefarzt Dr. Markus Schwefer) schaute sich Freitagnachmittag im Riesaer Klinikum um. Fotos: Sebastian Schultz
Innenminister Thomas de Maizière (hier zu Gast bei Chefarzt Dr. Markus Schwefer) schaute sich Freitagnachmittag im Riesaer Klinikum um. Fotos: Sebastian Schultz

Statt eines ursprünglich geplanten Neubaus soll das Hauptgebäude saniert und durch einen Anbau komplettiert werden (SZ berichtete). Darin werden unter anderem Notaufnahme und alle Einrichtungen für die Aufnahmeuntersuchungen unterkommen – vom Röntgen über Magenspieglungen bis hin zum Ultraschall. Auch die Behandlungen mit Herzkathetern sollen einmal in dem Anbau vorgenommen werden. Derzeit wird daran gearbeitet, diese Art von Eingriffen im 24-Stunden-Betrieb machen zu können. Zwischen Dresden und Leipzig wäre die Klinik in Riesa dann das einzige Krankenhaus, das diese Behandlung rund um die Uhr anbietet. Der Grund: Die Herzbehandlungen sind ein profitables Geschäft für die Kliniken.

Bei seinem Rundgang lässt sich de Maizière ganz genau erklären, wie Chefarzt Dr. Markus Schwefer verengte Blutgefäße im Herzen mit dem sogenannten Stent weiten kann – wie mit einem länglichen Luftballon. Ob denn in Riesa auch mehr solcher Eingriffe gemacht würden als nötig, will der seltene Gast wissen. Man halte sich selbstverständlich an die Leitlinien und Qualitätskriterien, erklärt Dr. Schwefer, der seit Dezember in Riesa arbeitet. Im Innern der Klinik fühlt sich de Maizière dann auch gleich besser aufgehoben. „Da kann man mal sehen, was ein bisschen weiße Farbe ausrichten kann“, sagt er. Trotzdem sind Zimmer und Stationen im Hauptgebäude längst nicht überall auf dem aktuellen Stand. Auch das soll sich ändern. „Nach dem Umbau wird es hier deutlich heller und freundlicher. Die Räume sollen insgesamt höher werden. Das Besondere ist, dass wir die Ärzte vor Ort bei der Planung mit einbezogen haben“, erklärt Frank Ohi.

Seine Höhe soll das Hauptgebäude dabei behalten. Zwischenzeitliche Pläne, einige Stockwerke zurückzubauen, sind laut dem Klinikvorstand vom Tisch. Urologie und Dialyse können so wieder ins Haupthaus zurück ziehen. Die Zahl der Betten soll auf knapp 300 verringert werden. Auch, um sich der rückgängigen Bevölkerung der Region anzupassen. Zwei-Bett-Zimmer sollen nach dem Umbau der Standard sein. 55 Millionen Euro will die Leitung der Elblandkliniken in Riesa investieren und noch einmal 25 Millionen in Radebeul. Derzeit läuft der Fördermittelantrag beim Freistaat. Geld, das nicht von der öffentlichen Hand kommt, muss die Klinik aus eigenen Mitteln dazugeben. Von der Fördermittelzusage hängt alles ab. Sobald diese eintrifft, können die Ausschreibungen für die Bauarbeiten starten. Als Erstes würde der Anbau in Angriff genommen, danach die Sanierung des Hauptgebäudes. Ohi hofft, den ersten Spatenstich in diesem Jahr heben zu können. Doch wann wird der Umbau tatsächlich beginnen?