merken
PLUS Riesa

Neuer Anlauf fürs Hafen-Terminal

Der Hafenbetreiber SBO arbeitet seit Jahren an der Genehmigung für den Millionenbau – und hat nun einen wichtigen Schritt gemacht.

Derzeit werden die Container im Riesaer Hafen im Norden umgeschlagen (hinter der Hafenbrücke). Künftig soll das mit einem neuen Terminal im Süden (Bildvordergrund) passieren. Doch der Bau ist bisher nicht genehmigt.
Derzeit werden die Container im Riesaer Hafen im Norden umgeschlagen (hinter der Hafenbrücke). Künftig soll das mit einem neuen Terminal im Süden (Bildvordergrund) passieren. Doch der Bau ist bisher nicht genehmigt. © Lutz Weidler

Riesa. Es soll das Containergeschäft im Riesaer Hafen auf ein ganz neues Niveau heben: das geplante KV-Terminal. KV steht dabei für kombinierten Verkehr, also die Verbindung von Schiene, Schiff und Straße. Statt 40.000 Einheiten jährlich sollen es künftig 100.000 sein, die in Gröba umgeschlagen werden können.

Das Problem allerdings: Die behördliche Genehmigung für den Bau der Millionen Euro teuren Anlage im südlichen Bereich des Hafengeländes steht aus. Zwar läuft das Genehmigungsverfahren schon seit einigen Jahren. Eine Genehmigung und damit grünes Licht für den Bau der Anlage gibt es aber bisher nicht. 

PPS Medical Fitness
Das Gesundheitszentrum für die ganze Familie
Das Gesundheitszentrum für die ganze Familie

Sie wollen mehr Fitness und Gesundheit in Ihr Leben bringen? Lernen Sie die vielen Gesundheitskurse und Angebote kennen und lassen Sie sich von den umfangreichen Angeboten von PPS Medical Fitness begeistern!

 Nun nimmt der Hafenbetreiber dafür einen erneuten Anlauf: Ende Juni haben die Sächsische Binnenhäfen Oberelbe (SBO) die Unterlagen bei der Landesdirektion Sachsen eingereicht, sagte Geschäftsführer Heiko Loroff jetzt auf SZ-Nachfrage. Eigentlich hatte die SBO das schon im Frühjahr erledigen wollen. Doch dann war die Coronasituation dazwischen gekommen. Die Landesdirektion bestätigte auf SZ-Nachfrage den Eingang der Unterlagen für Ende Juni.

Skepsis nicht nur bei Anwohnern

Und wie geht es jetzt weiter? Laut Landesdirektion gibt es zu den geänderten Plänen wieder ein sogenanntes Anhörungsverfahren. „Dafür werden zunächst die Planungsunterlagen zur Einsichtnahme öffentlich ausgelegt“, erklärt ein Sprecher der Behörde. Das heißt: Jeder kann sich anschauen, was die SBO im Hafen vorhat.

Je nachdem, ob und welche Rückmeldungen bei dieser Anhörung kommen, ist danach wieder ein sogenannter Erörterungstermin möglich. Dort treffen, in der Regel hinter verschlossenen Türen, die SBO und alle, die Einwände erhoben haben, unter Moderation der Landesdirektion zusammen, um einen Ausgleich der jeweiligen Interessen zu diskutieren. Solche Termine hatte es zum neuen Hafenterminal zum Beispiel 2016 und 2019 gegeben.

Wann die Unterlagen öffentlich ausgelegt werden und wann es dann eine Erörterung geben könnte, ist derzeit aber offen. Die Landesdirektion will die Unterlagen der SBO zunächst prüfen – und schon der Zeitaufwand dafür lässt sich nach Angaben der Behörde nicht prognostizieren. 

Grund sei der Umfang von neun Aktenordnern. Dass das Genehmigungsverfahren für das neue Containerterminal noch 2020 abgeschlossen werden kann, ist laut Landesdirektion „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten.“

Weiterführende Artikel

Corona verzögert neues Containerterminal

Corona verzögert neues Containerterminal

Eigentlich wollte der Betreiber die Genehmigung für das Bauprojekt voranbringen. Daraus ist vorerst nichts geworden. Anderweitig läuft es aber.

Terminalbau im Hafen soll 2020 starten

Terminalbau im Hafen soll 2020 starten

Der Betreiber will das seit Jahren geplante Multimillionen-Vorhaben endlich umsetzen. Doch die Genehmigungsbehörte bremst.

Wenn die Unterlagen allerdings publik werden, dürften sich etliche Anwohner aus Gröba dafür interessieren, die in der Vergangenheit Kritik an dem Vorhaben geäußert hatten. Skepsis ruft das Terminal auch regelmäßig in den Reihen von Sachsens Grünen hervor, ebenso wie bei Umweltverbänden wie dem BUND.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa