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Neuer Asphalt für die Spreegasse

Beim Hochwasser 2010 hatte es die Straße übel erwischt. Jetzt gibt es eine Lösung – auch für das Ufer.

© Uwe Soeder

Von Frances Scholz

Die Pflastersteine liegen wie Bauklötze wild verteilt auf der Straße. Überall gibt es Lücken. Der sandige Untergrund wurde ausgespült. Die Bilder von der Spreegasse nach dem Augusthochwasser 2010 geben einen Eindruck, welche Kräfte auf die schmale Straße gewirkt haben müssen.

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Nun will die Stadt den 83 Meter langen Straßenabschnitt zwischen Granitfelsen und Spree sowie das Ufer sanieren lassen. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2014 beginnen. Zuvor ließ die Stadt die Straße zunächst provisorisch mit einer Schotterdecke reparieren. Weil die nicht lange hielt, kam schließlich eine Asphaltschicht auf die Spreegasse. „Die hat erstaunlicher Weise viel länger gehalten, als wir zunächst gedacht haben“, sagt Stadtsprecher André Wucht. Denn ursprünglich sollte die Straße schon 2012 ausgebaut werden. Mittlerweile ist aber auch die provisorische Lösung verschlissen. „Eine ordentliche Befestigung ist dringend notwendig, denn langfristig wird die Konstruktion so nicht halten“, sagt Falko Wendler, Leiter des Hoch- und Tiefbauamtes Bautzen.

Bei den Arbeiten im Frühjahr soll zunächst eine 30 Meter lange Ufermauer neu gebaut werden. Zwei Varianten wurden dafür beim jüngsten Bauausschuss vorgeschlagen. Zum einen eine Stützwand. Dazu müsste ein Damm errichtet werden, um das Flussbett trocken zu halten, und so die Stützwand aufbauen zu können. „Das ist eine aufwendige Konstruktion und wir wissen nicht, was uns bei den Arbeiten im Untergrund erwartet“, sagt Falko Wendler. Der Boden könne die Last der Bauteile wohlmöglich nicht tragen. – Deshalb entschied sich die Stadt für den zweiten etwas teureren Vorschlag. Die sogenannte Kopfbalkenlösung. Dabei kommen Pfähle direkt in den Hang am Ufer der Spree. Sie werden anschließend mit Zement ausgefüllt. „Diese Lösung ist einfach risikoärmer und das Wasser muss nicht zurückgehalten werden“, erklärt Falko Wendler. Außerdem halte sie einem erneuten Hochwasser besser stand. An den Böschungen am Spreeufer sollen zudem Steine zur Sicherung aufgeschüttet werden.

„Für die Arbeiten an der Mauer haben wir im Bereich des Ufers die Bäume schon in diesem Frühjahr gefällt“, sagt André Wucht. Steht die Mauer, soll der Straßenabschnitt der Spreegasse ausgebaut werden. Auf dem 83 Meter langen Stück will der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung Abwasserleitungen verlegen. Die Straße bekommt zum Schluss eine neue Asphaltdecke. Beim Ausbau bleibt die Straße im Bereich des Felsvorsprungs aber trotzdem eingeengt. Sie wird nur 3,50 Meter breit. „Die Bauarbeiten sollen etwa vier Monate dauern. Der Abschnitt wird für den Verkehr gesperrt“, so André Wucht. Ob es eine Umleitung geben wird, stehe noch nicht fest.

Insgesamt kosten die Arbeiten an der Spreegasse 250 000 Euro. Die Stadt erhält zudem eine Förderung aus dem Fonds zur Beseitigung von Hochwasserschäden. Schon kurz nach der Flut 2010 wurde die Spreegasse in den Wiederaufbauplan mit aufgenommen.

Damals hatten die Wassermassen einen großen Teil der Pflastersteine aus der Straße gespült, als die Spree unterhalb der Hammermühle ihr Flussbett verließ. Der Fluss kürzte über die Spreegasse den Bogen um das alte Betonwerk ab, bevor die Fluten über das ehemalige Gaswerk-Gelände wieder zurück in das Flussbett strömten.