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Löbau

Oberlausitzer Trecker bremsen Dresden aus

Zur Grünen Woche plant die Initiative "Land schafft Verbindung" neue Trecker-Demos. Doch die Bauern wollen diesmal nicht nur Krach machen.

So wie hier im vergangenen Jahr nach Berlin sollen die Trecker am Freitag nach Dresden rollen.
So wie hier im vergangenen Jahr nach Berlin sollen die Trecker am Freitag nach Dresden rollen. © Robert Otto

Zum Beginn der Agrarausstellung "Grüne Woche" in Berlin startet die Initiative "Land schafft Verbindung" bundesweit eine neue Protest- und Aufklärungsinitiative. Auch die Landesgruppe Sachsen wird sich daran erneut mit einer mehrstündigen Aktion in Dresden beteiligen, teilte der Oberlausitzer Mitorganisator Hagen Stark mit.

Konkret werden Bauern mit ihren Schleppern an diesem Freitag von 5 bis 12 Uhr zu einer Schlepper-Demo erwartet, sagte Stark. Unter dem Motto "Wir bitten zu Tisch" wollen die Landwirte aber nicht nur das Alltagsleben in der Landeshauptstadt ausbremsen, sondern zugleich auch aufklären: vornehmlich über die Themen Insektenschutz und neue Düngeverordnung.

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"An diesem 17. Januar tagt auch der Ausschuss des Bundesrates zum ersten Mal, der sich mit dieser neuen Verordnung befassen wird", erklärt Hagen Stark die Zusammenhänge. Auch deshalb wollen die Landwirte hier erneut ein Zeichen setzen, wie bereits in den vergangenen Monaten beim Schlepper-Korso durch Görlitz, bei der Berlin-Demo oder dem Flashmob bei Zittau.

Die Bauern werden auf ihren Traktoren aus Norden und Süden jeweils über die S170 und von Westen und Osten über die B6 in die Landeshauptstadt einfahren. Ziel ist unter anderem das Landwirtschaftsministerium, dem seit wenigen Wochen der Grüne Wolfram Günther vorsteht. Der Korso wird sich unter anderem auch über die Marien-, Carola- und Albert-Brücke erstrecken.

Land schafft Verbindung - in Sachsen inzwischen ein eingetragener Verein - hat seit vergangenem Jahr viel Zulauf von Landwirten gerade auch aus Ostsachsen zu verzeichnen. Die Bauern sind vor allem wütend über die angestrebte erneute Verschärfung der Düngeverordnung, die Teil des neuen Agrarpaketes ist. Sie wenden sich zudem gegen das Mercosur-Handelsabkommen mit Südamerika, das ihrer Ansicht nach billiges Rindfleisch nach Deutschland schwemmen würde und auch gegen das "Bauern-Bashing", das den Landwirten generell unterstellt, gegen Tier- und Naturwohl zu handeln.

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Entsprechende Äußerungen erwarten die Landwirte auch im Zusammenhang mit der Grünen Woche, wo am 18. Januar - wie schon seit Jahren - Umwelt- und Tierschutzverbände von Greenpeace über BUND bis Nabu mit dem Slogan "Wir haben es satt" gegen die "Agrarindustrie" und für eine "Agrarwende" demonstrieren. Die Landwirte von "Land schafft Verbindung" fühlen sich hier zu unrecht und zu pauschal attackiert.

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