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Neuer Chefarzt am Elblandklinikum begrüßt

Thomas Kiss wechselt als Experte für Intensivmedizin und Anästhesie von der Dresdner Uniklinik nach Radebeul. Derweil das Hauptgebäude weiter saniert.

Dr. med. Thomas Kiss ist neuer Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Schmerz- und Palliativmedizin Radebeul.
Dr. med. Thomas Kiss ist neuer Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Schmerz- und Palliativmedizin Radebeul. © Norbert Millauer

Von Silvio Kuhnert

Radebeul. Das Elblandklinikum Radebeul kann erneut einen neuen Chefarzt begrüßen, der vom Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus kommt. Seit 1. August leitet Dr. med. Thomas Kiss die Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Schmerz- und Palliativmedizin. Der 44-Jährige ist der Nachfolger von Dr. med. Angela Möllemann, die dem Klinikbereich als Oberärztin erhalten bleibt.

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Kiss bringt langjährige klinische und wissenschaftliche Erfahrung auf dem Gebiet der Anästhesie sowie Intensiv- und Notfallmedizin mit. „Ich möchte hier neue Impulse setzen“, kündigt er an. So will er sein Wissen einbringen, um das anästhesiologische Profil des Krankenhauses zu schärfen und besonders die Intensivmedizin vor Ort weiterzuentwickeln.

 Einen Fokus seiner Arbeit legt er zudem auf die Ausbildung junger Kollegen. Derzeit steht er 20 Ärzten sowie 16 pflegerischen Mitarbeitern im OP-Bereich sowie weiteren 32 auf der Intensivstation vor. Zu ihren Aufgaben gehört die Behandlung und Pflege von Patienten, die einen schweren Unfall hatten oder deren Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse oder Nieren lebensbedrohlich erkrankt sind. 

Zudem betreuen sie Menschen, die vor einer Operation stehen, von der vorherigen Risikoevaluation über die Narkose während des chirurgischen Eingriffs bis hin zur Nachsorge und Schmerztherapie.

Nach der Erneuerung der Lüftungsanlagen auf einer gemischten Station im Erdgeschoss, werden die Decken verschlossen.
Nach der Erneuerung der Lüftungsanlagen auf einer gemischten Station im Erdgeschoss, werden die Decken verschlossen. © Norbert Millauer

Kiss studierte Humanmedizin zuerst in Budapest und in Leipzig und später in der Schweiz. Im Alpenstaat habe er fast seine ganze Ausbildung auf dem Gebiet Anästhesie absolviert, wie er berichtet. Er besitzt einen Pilotenschein und war in den schweizerischen Bergen auch ein Jahr lang in der Luftrettung tätig, wo er beispielsweise verunglückte Skifahrer per Winde aus der Piste holte. 

Diese Erfahrungen brachte er auch nach Dresden mit, wo er als ärztlicher Leiter den Intensivtransport maßgeblich mit aufbaute. Zudem war er bis zu seinem Wechsel nach Radebeul als Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Uniklinikum der Landeshauptstadt tätig. 

Ein Forschungsschwerpunkt bildete das Krankheitsbild des akuten Lungenversagens und dessen Behandlung. „Mit Dr. Kiss haben wir einen erfahrenen und breit aufgestellten Experten für unser Haus gewinnen können“, lobt Dr. Philipp von Breitenbruch, Ärztlicher Direktor des Elblandklinikums Radebeul.

Der Rohbau der neuen Rettungswache direkt neben dem Klinikum steht. Bis Ende des Jahres soll der Innenausbau fertig sein.
Der Rohbau der neuen Rettungswache direkt neben dem Klinikum steht. Bis Ende des Jahres soll der Innenausbau fertig sein. © Norbert Millauer

Dankbare Worte fanden er und die Verwaltungsdirektorin Ursula Russow-Böhm für die Verdienste von Kiss Vorgängerin Angela Möllemann an der Spitze des Klinikbereichs. Die 54-Jährige baute die Abteilung in ihrer jetzigen Form auf. Während ihrer zehnjährigen Amtszeit als Chefärztin führte die bis dahin in zwei Stationen getrennte Intensivmedizin zu einer zusammen.

 „So konnten wir mit der Dialyse-Behandlung beginnen“, erinnert sie sich. Zudem legte sie Wert darauf, dass sich ihre Mitarbeiter im Bereich der Schmerzmedizin und -therapie sowie Palliativmedizin weiterbildeten. Seither gehört die Behandlung von Patienten mit dem Ziel, ihre Schmerzsymptome zu lindern oder die Lebensqualität von Schwersterkrankten mit wenig bis gar keinen Heilungschancen zu verbessern, zum Angebot des Elblandklinikums. 

In der vergangenen Woche sei sie wiederholt gefragt worden, warum sie als Oberärztin nun in der zweiten Reihe weiterarbeite. „Für mich ist es ein guter Tag. Ich kann eine gut aufgestellte Abteilung zur Weiterentwicklung in jüngere Hände geben“, sagte Möllemann am Montag, als sie die Amtsgeschäfte an ihren Nachfolger Kiss übergab.

 Seit einigen Jahren pflegt das Elblandklinikum gute Beziehungen zur Uniklinik in Dresden. Erst zu Beginn des vergangenen Monats kam Dr. Maximilian Pilhatsch als neuer Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in die Lößnitzstadt.

Während die Begrüßung von Kiss in dem im Frühjahr 2019 eröffneten neuen Westflügel erfolgte, waren im Erdgeschoss im Haupthaus Handwerker am Arbeiten. Sie sanieren die bereits vierte Station und bringen sie brandtechnisch auf Vordermann.

 Von der Belüftung über Decken und Fußböden bis hin zur Verglasung und Verkleidung der sogenannten Stützpunkte, wo sich Schwestern und Pfleger aufhalten, wenn sie nicht beim Patienten im Zimmer sind, wird alles erneuert. Drei Monate dauere es in der Regel, bis der Bautrupp durch eine Station durch sei, informierte Russow-Böhm. 

Doch die Corona-Pandemie habe den Zeitplan etwas durcheinandergebracht. Durch die Schließung der Grenzen wegen des Lockdowns standen weniger ausländische Bauarbeiter und Handwerker zur Verfügung. „Damit wird die Station erst in zehn Tagen und damit später fertig“, sagte die Verwaltungsdirektorin.

Als vor rund drei Jahren die Erweiterung und Modernisierung der Klinik begann, sollten alle Arbeiten in 2021 abgeschlossen sein. Der Anbau steht, die Cafeteria ist von der obersten Etage neben das Foyer im Erdgeschoss verlegt, die neue Rettungswache wird noch dieses Jahr in Betrieb gehen. 

Jedoch im Hauptgebäude steht unter anderem die Brandschutzsanierung von noch zwei Stationen sowie die Sanierung von Bereichen der Ambulanz an. „Alles in 2021 fertigzustellen, werden wir bei laufenden Betrieb nicht schaffen“ so Russow Böhm.

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