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Neuer Dorfplatz, schlechte Stimmung

Lohsdorfs Ortseingang wurde schön umgebaut. Doch nicht alles lief glatt. Das ärgert die Einwohner.

Von Anja Weber

Lange haben sich die Lohsdorfer gewünscht, dass ihr Ortseingang einladend wirkt. Jetzt, nach dem Umbau, sieht der kleine Platz tatsächlich recht ansehnlich aus. Der Fußweg ist gepflastert. Ein gemütlicher Pavillon lädt zur Rast ein. Spielgeräte und eine Informationstafel ergänzen die Fläche. Neue Parkplätze wurden für Ausflügler gebaut.

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Eigentlich müsste jetzt nur noch der Rasen grünen, und alles wäre gut, die Lohsdorfer könnten sich freuen. Könnten. Denn hinter den Kulissen rumort es heftig. Von Streit und Unstimmigkeiten ist die Rede. Auch habe es zwischen dem Stadtrat und dem Ortschaftsrat erhebliche Abstimmungsprobleme gegeben, kam bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung heraus. Die Lohsdorfer fühlen sich in Teilen übergangen, und Bürgermeister Daniel Brade (SPD) ist es in nur mühsam gelungen, die schlechte Stimmung im Ort zu dämpfen.

Der Streit entbrannte vor allem um die Verladestation des Schwarzbachbahnvereins – ein Stück Land, das der Verein benötigt, um bei Festen Waggons vom Laster auf die Schienen zu hieven.

In einer der ersten Umbauvarianten war vorgesehen, die Verladestation zu pflastern und den Gehweg mit einer sandgeschlämmten Decke zu versiegeln. Dagegen wehrten sich die Lohsdorfer. Der Verladebahnhof wurde aus dem Konzept gestrichen, dachten zumindest die Lohsdorfer. Doch mitten in den Bauarbeiten mussten sie feststellen, dass die Fläche dafür doch gepflastert werden sollte. Nur durch einen glücklichen Umstand habe man das letztlich verhindern können, sagen die Lohsdorfer. Sie werfen der Stadtverwaltung in Hohnstein vor, dass die Argumente der Einwohner nicht beachtet wurden. Bürgermeister Daniel Brade (SPD) räumte in der jüngsten Ortschaftsratssitzung Abstimmungsfehler ein. Auch die Ausschreibung sei nicht optimal gelaufen. „Die Fehler hätten nicht passieren dürfen“, hält ihm Stadt- und Ortschaftsrat Lutz Hentschel entgegen. Wolle der Schwarzbachbahnverein den Verladebahnhof, dann müsse er den auch bezahlen, sagt Peter Rasche. Die Verladestation war offenbar das einzige Abstimmungsproblem zwischen den Einwohnern und der Stadtverwaltung.

Mängel sehen die Lohsdorfer aber noch mehr. So kann zum Beispiel das Wasser nicht mehr ablaufen. „Der Seitengraben wurde zugeschüttet. Das Wasser wird nie mehr ablaufen. Wir können nicht warten, bis das Gras gewachsen ist und hoffen, dass das Wasser dann versickert“, sagt Ortschaftsrat Enrico Leuner. Und Feuerwehrchef Mario Stoppel hat Angst, in Notfällen nicht mehr an die Löschwasserentnahmestelle zu gelangen. Die wurde zwar nach den Wünschen der Feuerwehr hergerichtet. Doch die Zufahrt werde zugeparkt, hat er schon mehrmals bemerkt. Die Stadtverwaltung will an der Zufahrt dort jetzt noch ein Parkverbotsschild aufstellen.

Unangenehm aufgefallen sind einigen die Kanthölzer, die zum Pavillon führen. Die habe man bewusst so gewählt, weil sie an Eisenbahnschwellen erinnern sollen, sagt der Bürgermeister. Ursprünglich sollten noch mehr hingelegt werden. Doch letztlich habe man die Zahl aus Kostengründen reduziert.

Offen bleibt jetzt noch der fehlende Fahrradständer. Der soll im nächsten Jahr folgen. Der Text für die Informationstafel ist in Arbeit. Die Tafel wurde noch einmal versetzt, da sie an ihrem ursprünglichen Standort in der Ausfahrt die Sicht auf die Straße versperrt hätte.

Nun bleibt noch der mysteriöse Sandsteinhaufen, von dem keiner weiß, wie er auf den Platz gekommen ist. Der behindert jedoch die Kraftfahrer. Und da keiner weiß, wer die drei großen Steine dahin gelegt hat, wird er wohl durch die Mitarbeiter des Bauhofes abtransportiert werden müssen. Es sei denn, der „Steinbesitzer“ holt sie wieder ab, sagt der Bürgermeister.