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Neuer Eier-Rekord in Radeberg

An der Gagarinstraße im Radeberger Süden wächst ein ganz besonderer Baum. Der ist längst eine Attraktion.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Diesmal musste sich Helmut Heymann 124 Mal mehr bücken als sonst. Denn 124 neue Eier sind in den vergangenen Monaten dazu gekommen. Eier, für seinen fast schon legendären Ostereierbaum im Garten an der Gagarinstraße im Radeberger Süden. Diesen Ostereierbaum gibt es seit 1984 – und jedes Jahr werden es mehr Eier. Aktuell sind es 1 724. Und damit eben exakt 124 mehr als beim letzten Mal.

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Wobei das letzte Mal nicht im vergangenen Jahr war. Der damals ewig nervende Winter hatte Radeberg um seine Oster-Attraktion in der Gartensparte am Stadtrand nach Großerkmannsdorf gebracht: Der größte Ostereierbaum der Region war leer geblieben. „Bei diesem ständigen Schnee und der Kälte konnten wir einfach die immerhin 1 600 Eier nicht aufhängen“, hatte Helmut Heymann vor einem Jahr erklärt – und dabei durchaus ein wenig traurig geklungen. Und deshalb ist er froh, dass er sich in diesem Jahr 1 724 Mal bücken konnte, um die Eier an den Baum zu bringen!

Dass sich der Baum dabei durchaus zu einer kleinen Attraktion entwickelt hat, erstaunt Helmut Heymann irgendwie bis heute. Und er verrät immer wieder gern, dass der Ostereierbaum auch eine ganze Menge mit seinem Beruf zu tun hat. Zunächst hatte der Großerkmannsdorfer in seinem Garten Osterschmuck wie er in vielen Gärten an Sträuchern oder Bäumen zu finden ist aufgestellt. Und auch ein paar bunte Eier wiegten sich da im Frühlingswind. Doch seit 1984 waren es dann von Jahr zu Jahr irgendwie immer mehr Eier geworden, „und es wurde ein wenig zur Leidenschaft“, verrät er. Und als Helmut Heymann, Lehrer von Beruf, dann im Sommer 2006 in den Ruhestand ging, da hatten ihm seine Kollegen vom Radeberger Humboldt-Gymnasium – natürlich – zum Abschied einen riesigen Korb voller selbst bemalter Eier geschenkt. Genau 170 waren es exakt, die dann selbstverständlich auch am Ostereierbaum ihren Platz fanden. Und natürlich hat dieses ungewöhnliche Geschenk die Ostereier-Sammel-Leidenschaft des Großerkmannsdorfers weiter angestachelt. In den vergangenen Monaten hat Helmut Heymanns Tochter eine Menge neuer Ostereier vorbei gebracht, „und auch wir haben immer wieder welche gekauft“, verrät der Großerkmannsdorfer. Und so sind es eben genau 124 neue Eier geworden, hat er gezählt. Und freut sich: „Unser Baum ist schon ein richtiges Ausflugsziel für Familien mit Kindern geworden, die beim Wochenendspaziergang zu unserem Garten kommen.“

Und sicher sind da auch eine Menge ehemaliger Schüler dabei. Denn als Lehrer hat der gebürtige Thüringer Helmut Heymann Generationen von Radeberger Schülern ausgebildet. 1966 hatte er im benachbarten Langebrück als Lehrer begonnen und wechselte zwei Jahre später dann nach Radeberg. An die Berufsschule des einstigen Robotron-Werkes. Bis 1992 war er dort vor allem für die Abitur-Ausbildung der Schüler im Bereich Naturwissenschaften verantwortlich. Dann ging Helmut Heymann als Lehrer ans Humboldt-Gymnasium, unterrichtete den Radeberger Nachwuchs hier in Biologie und Chemie. Und dass einige seiner Schüler sogar traurig gewesen sein sollen, als er 2006 in Pension ging, „ist doch eigentlich die größte Auszeichnung, die ein Lehrer bekommen kann“, erzählt Helmut Heymann immer wieder gern – und das auch durchaus mit Stolz.

Wie lange es den aktuellen Ostereier-baum dabei noch geben wird, muss sich zeigen, sagt der Großerkmannsdorfer. „Der Baum ist schon ganz schön mitgenommen – hat mit den Jahren zahlreiche Frostwunden bekommen“, beschreibt er. „Dieses und nächstes Jahr geht’s aber noch“, ist Helmut Heymann sicher. Und verrät, dass er in seinem Garten notfalls noch einen Ersatzbaum hat. Der Ostereierbaum an der Gagarinstraße kann also weiter wachsen!